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Zeitung für die Landeshauptstadt

08. Dezember 2016 | 19:09 Uhr

Syrer hilft Neu-Schwerinern : Engagierter Imbiss-Chef

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mohammed Musah ist für viele Syrer die erste Anlaufstation in Schwerin

Das hat sich Mohammed Musah vor zweieinhalb Jahren nicht vorstellen können: Eines Tages ein viel gefragter Anlaufpunkt für syrische Flüchtlinge in Schwerin zu sein. Der heute 34-Jährige ist seit 2001 in Deutschland und wohnt seit 2014 in Schwerin. In der Landeshauptstadt machte er sich auf dem Dreescher Markt mit einem Döner Geschäft selbstständig. Er stand nicht abseits, als im vergangenen Jahr bedingt durch die Flüchtlingswelle verstärkt Syrer auch nach Schwerin kamen. Natürlich fanden sie diesen Imbiss. Dass hier einer Chef ist, der ihre Muttersprache spricht, und schon 15 Jahre in Deutschland lebt, sorgte dafür, dass sie zu ihm Vertrauen fanden und in vielen alltäglichen Fragen bei ihm Rat und Hilfe suchten.

Mohammed Musah ist seitdem vielfältig im ehrenamtlichen Einsatz. Er hilft syrischen Flüchtlingen beim Ausfüllen von Formularen für das Jobcenter oder begleitet sie als Dolmetscher – egal ob im Stadthaus, beim Arzt oder beim Jobcenter. „Damit die Verständigung zwischen den Geflüchteten und den Mitarbeitenden der Ämter besser klappt“, sagt er. Die Menschen kommen auch mit Problemen in der Schule oder fehlenden Kindergartenplätzen zu ihm. Außerdem hilft er ihnen auch beim Managen von Umzügen. Sein Imbiss ist ein wichtiger Anlaufpunkt, denn hier fragen ihn seine Landsleute auch nach Möglichkeiten zur sprachlichen Integration. Mohammed kann da weiterhelfen. Denn gleich gegenüber von seinem Döner Geschäft befindet sich der Bildungsträger Grone Schwerin. Auch dort arbeitet er ehrenamtlich mit und ist Übersetzer bei Kursen, bei der Maßnahme „Chancen für Flüchtlinge“. Hier geht es um die Orientierung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland.

Aktiv ist er dabei, wenn es um soziale Integration von Flüchtlingen geht, wie in der interkulturellen Woche beim Kinderfest mit den Maltesern, beim Sportfest mit Pro Schwerin oder beim Multi-Kulti-Fußballturnier, das der Turn- und Sportverein Makkabi mit dem Bildungszentrum Grone Schwerin anlässlich des Programms Integration durch Sport auf der Kleinfeldanlage in der Hegelstraße durchführte. Es war für ihn eine große Freude, dass dabei eine Grone-Mannschaft erstmals einen ersten Platz belegte.

Wenn man mit ihm spricht, hat man den Eindruck, dass ohne ihn nichts läuft. Freie Zeit ist knapp, aber die braucht er auch für seine Familie, er ist verheiratet und hat drei Mädchen. Aber auch im Imbiss steht er seinen Mann. Er und die drei Mitarbeiter sind ein gutes Team. Sie bieten ihren Kunden eine Auswahl aus orientalischer, italienischer und deutscher Küche an. Freundliche und schnelle Bedienung steht bei Mohammed Musah hier im Mittelpunkt – egal woher der Gast kommt.

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