zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

05. Dezember 2016 | 13:30 Uhr

Schweriner Zoo : Eine Nacht im Baumhaus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Redakteur Christian Koepke erlebte den Zoo mal von einer anderen Seite

„A. v. Humboldt“ steht an der Tür. Aber der Hausherr ist nicht zu Hause. Er lächelt mich von einem Bild an, das an der Wohnzimmerwand hängt. Ja, es sind die vielen kleinen Details, die einen Aufenthalt im Baumhaus des Schweriner Zoos so besonders machen, das merke ich sofort – die rustikale Küche, die liebevoll eingerichteten Schlafnischen, die Accessoires, Lampen, Uhren, Bücher und Spiele. Eine steile Treppe führt zur Dachterrasse. Meine Nachbarn, die ich von der Terrasse aus gut beobachten kann, sind die Pekaris und die Nasenbären. Sie ziehen durch ihr Gehege, schnüffeln, immer auf der Suche nach einem Snack, lassen sich von mir nicht stören.

Mein Aufenthalt im Tierpark beginnt mit einer abendlichen Führung. Zoo-Mitarbeiterin Katrin Otterbeck-Meyer begleitet eine kleine Gruppe durchs Gelände. Im Humboldthaus, gleich neben dem Baumhaus, machen wir Bekanntschaft mit Alvin, dem Faultier, mit den Ameisenbären Carlos und Felice, mit den Totenkopfäffchen. Pinguine und Tapire lernen wir unter anderem auch noch kennen, schlendern am Rotlicht-Domizil von Papageien-Dame Fritzi vorbei, die künstliche Wärme bekommt, weil ihr Gefieder schon ein bisschen gelitten hat.

Zurück im Baumhaus mache ich mir Notizen, esse eine Kleinigkeit, freue mich über Besuch. Wer im Baumhaus übernachtet, bekommt einen Schlüssel für einen Seiteneingang des Zoos, darf aber aus Sicherheitsgründen nachts nicht allein durch den Tierpark spazieren. Erst nach Mitternacht beziehe ich mein Bett. Ich bin allein, gehe noch einmal auf die Dachterrasse, schaue in den Sternenhimmel, atme die klare Luft ein, lausche. Ein Tropfen, ein Knacken, ein Rufen. Das Baumhaus macht seine eigenen Geräusche, das Holz atmet.

Um 8 Uhr werde ich am nächsten Morgen wach. Die Pekaris und die Nasenbären sind schon munter, gehen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach. Ich klettere auf die Dachterrasse. Eine Zoo-Mitarbeiterin, die mit Vorbereitungen für den Tag beschäftigt ist, begrüßt mich von weitem. „Na, gut geschlafen?“ Im Tierpark erwacht das Leben, die Vögel zwitschern. Man hört das Surren von Maschinen, es wird gewerkelt.

Noch sind keine Besucher im Zoo. Eine Mitarbeiterin reinigt das Gehege meiner Nachbarn. Ich frühstücke. Mein Aufenthalt im Baumhaus nähert sich dem Ende. Um kurz nach 10 Uhr übergebe ich den Schlüssel. Den Hausherrn habe ich leider nicht getroffen. Dabei wäre es sicher spannend gewesen, einmal zu erfahren, was der berühmte Alexander von Humboldt bei seinen Expeditionen im frühen 19. Jahrhundert so erlebt hat. Vielleicht beim nächsten Mal im Baumhaus.

Service: Übernachtungen im Baumhaus des Schweriner Zoos sind gefragt. Gemietet werden kann das Haus vom 1. März bis zum 31. Oktober. Für das kommende Jahr haben sich bereits viele Gäste angemeldet. Vom 2. November an werden auch schon Buchungen für 2018 entgegengenommen. Infos gibt es unter Telefon 0385/3955119.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Okt.2016 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen