zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

27. Mai 2016 | 10:23 Uhr

Unbekannte Flugobjekte : Drohne kreist über Kleingarten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Spioniert jemand Laubenkolonien in der Weststadt aus? Polizei verweist auf klare Spielregeln für den Betrieb von Fluggeräten

Frank Lehmann (Name von der Redaktion geändert) traute seinen Augen nicht. Da surrte doch direkt über seinem Kleingarten in der Sparte am Melkenweg eine Drohne. „Es dauerte ungefähr zehn Sekunden, dann flog die Drohne zum nächsten Garten weiter“, berichtet der Weststädter. Mit dem Rad habe er die Verfolgung aufgenommen. Und siehe da: In einem Wagen mit auswärtigem Kennzeichen sei das ferngesteuerte Fluggerät verschwunden. „Ich habe ja nichts zu verbergen, aber ein komisches Gefühl ist es schon, wenn so ein Ding über dem eigenen Garten kreist“, sagt Lehmann.

Drohnen-Alarm in Schwerin? „Nein“, sagt Polizeisprecher Steffen Salow. Bei der Schweriner Polizei seien bislang keine verdächtigen Flugobjekte aktenkundig geworden. Dass Bürger sich Gedanken machen, wenn plötzlich eine Drohne am Himmel auftauche, sei aber verständlich, so Salow. Schließlich könne an so einem Gerät ja zum Beispiel eine Kamera befestigt sein, die Bilder aus der Luft aufnehme.

Grundsätzlich gelte, erklärt Salow: Wer eine Drohne mit einer Kamera betreiben wolle, benötige eine Erlaubnis zum „Aufstieg von unbemannten Luftfahrtsystemen“, in Mecklenburg-Vorpommern ausgestellt vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, und dürfe nur im Bild festhalten, was keine Persönlichkeitsrechte beeinträchtige. Was hinter Häuserwänden und Hecken liege, sei ein gesetzlich geschützter Bereich, betont der Polizeisprecher. Merksatz: „Was ich so nicht sehen kann, darf ich auch nicht filmen.“ Zuwiderhandlungen würden strafrechtlich verfolgt, warnt Salow. Doch nicht nur die Privatsphäre stehe unter Schutz. Porträts von fremden Menschen auf öffentlichen Plätzen zu machen, sei ebenfalls nicht zulässig.

Eine Genehmigung ist nach Angaben des Polizeisprechers ebenfalls nötig, wenn die Drohne – auch ohne Kamera – ein Gewicht von fünf Kilogramm überschreitet. Für die entsprechenden Fluggeräte müsse außerdem eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden, um im Falle eines Falles Personen – oder schwere Sachschäden regulieren zu können. Aber auch wer eine leichte Drohne, ähnlich wie ein Modellflugzeug, in die Luft steigen lasse, müsse sich an Spielregeln halten, erläutert Salow, dürfe eine Höhe von 100 Metern nicht überschreiten. Menschenmengen oder Straßenverkehr seien für den Überflug ohnehin tabu. „Es darf keine Gefahr für die Allgemeinheit entstehen“, unterstreicht der Polizeisprecher.

Ob erlaubnispflichtig oder nicht: Wer sich durch eine Drohne bedroht oder belästigt fühle, sollte die Polizei verständigen, rät Salow.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 22.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen