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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Januar 2017 | 09:00 Uhr

Freikirchen in Schwerin : Der Sonnabend ist ihnen heilig

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zu Besuch bei den Freikirchen: Adventgemeinde in der Feldstadt feiert am sechsten Tag der Woche ihre Gottesdienste

Etwas versteckt auf einem Hinterhof in der Bleicherstraße 3 liegt ein modernes Gemeindehaus. Seit 1954 sitzt dort die Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, die bereits 1908 in Schwerin gegründet wurde. „Wir sind eine der ältesten Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern“, erzählt Klaus Tiebel – nicht ganz ohne Stolz. Seit August 2014 ist er Pastor in der Adventgemeinde in Schwerin, zu der noch die Gemeinden Parchim, Grabow, Boizenburg und Goosfeld gehören. „Unsere Gemeinde ist eines der größeren Zentren mit einem überregionalen Bezug“, erklärt er. 150 Mitglieder zählt der gesamte Bezirk, 70 davon in der Hauptgemeinde Schwerin.

Wie bei anderen Glaubenseinrichtungen sind Freiheit und Menschenwürde, Gemeinschaft und Solidarität sowie Liebe und Gerechtigkeit die wichtigsten Grundwerte der Adventisten – und dennoch unterscheiden sie sich von den übrigen Kirchen in Schwerin. „Wir sind eine Überzeugungskirche, bei uns wird man im Jugendalter getauft“, erläutert Tiebel.

Und es gibt einen weiteren signifikanten Unterschied – der Tag des Gottesdienstes. Der wird in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten am Sonnabend abgehalten und ist in zwei Abschnitte geteilt. „In der ersten Stunde haben wir das Bibelgespräch, in der zweiten Stunde dann die Predigt“, erzählt Pastor Klaus Tiebel. „Natürlich wird auch gesungen und gebetet.“

Die Gottesdienste sind nur ein Teil des regen Gemeindelebens. Regelmäßige Treffen für Jugendliche und Erwachsene, Konzerte und das Erntedankfest, aber auch die Adventsfeiern und der Heiligabend gehören zu den Veranstaltungen der Adventgemeinde.

In diesem Monat werden außerdem wieder zahlreiche Pakete im Gemeindehaus gesammelt. Die Adventisten beteiligen sich an der Aktion „Kinder helfen Kindern“, die die Hilfsorganisation Adra 1999 ins Leben gerufen hat. Die genormten Päckchen können bis zum 19. November jeden Sonnabend zwischen 12 und 13 Uhr in der Gemeinde abgeholt und gefüllt zurückgebracht werden, eine Packliste liegt bei. „Unsere Pakete gehen in diesem Jahr in die Ukraine, generell werden Kinder in ganz Osteuropa beschenkt,“ sagt Klaus Tiebel, der unter der Schweriner Telefonnummer 0385/77339887 näher über das Projekt informiert.

Gemeinsam mit anderen Kirchen der Stadt engagiert sich die Adventgemeinde in der evangelischen Allianz, wirkt unter anderem an der Gebetswoche mit und unterstützt die Flüchtlingshilfe. „Es ist ein relativ intensiver Kontakt“, lobt Tiebel das kirchliche Miteinander in der Landeshauptstadt. „Das bringt Vielfalt und neue Perspektiven.“

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erstellt am 04.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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