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Zeitung für die Landeshauptstadt

09. Dezember 2016 | 12:35 Uhr

Schweriner Brandschutz : Der Feuerwehr fehlen die Retter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aktuell sind 26 Planstellen nicht besetzt - es herrscht ein starker Wettbewerb um gut ausgebildete Brandschützer. Die Stadt will Ausbildung verstärken

Bei der Schweriner Berufsfeuerwehr fehlen Lebensretter: Der Verjüngungsprozess läuft nicht so effektiv wie erwartet, muss Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum eingestehen. Aktuell sind 26 Planstellen unbesetzt. Die laut Feuerwehrbedarfsplan beschlossene Soll-Stärke von 16 Einsatzkräften pro Schicht konnte schon mehrfach nicht erreicht werden.

Der zuständige Dezernent beruhigt: „Die Leistungskraft unserer Berufsfeuerwehr ist dadurch nicht gefährdet. Kein Schweriner muss sich um die Sicherheit sorgen“, betont Nottebaum. Gleichzeitig macht er deutlich, dass Stadtspitze und Feuerwehrführung alles unternehmen würden, um die Fehlstellen wieder zu besetzen. Denn weniger Lebensretter pro Einsatz als vorgesehen, bedeutet auch mehr und längere Arbeit. „Das geht auf Dauer an die Substanz der Mitarbeiter.“

Doch die Situation ist nicht von heute auf morgen zu verbessern. Der Altersdurchschnitt der 200 Schweriner Berufsfeuerwehrleute ist hoch. Dadurch gibt es auch eine hohe Zahl an Abgängen – Feuerwehrleute, die aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand gehen oder in die Verwaltung wechseln, oder reguläre Renteneintritte. Und neue Brandschützer einzustellen, ist nicht einfach. „Der Markt an technischen Fachkräften im Brandschutz ist dicht“, sagt Nottebaum. Und so wie sich Lebensretter gezielt für Schwerin entschieden haben, verlassen eben auch Schweriner Feuerwehrleute die Stadt, um beispielsweise in einer Großstadt wie Hamburg zu leben und zu arbeiten. „Es gibt hier ganz klar einen Wettbewerb ums Personal“, sagt Nottebaum. Und das nicht nur im Norden der Republik. Gut ausgebildete Brandschützer sind weltweit gefragt. Keine Nation stellt beispielsweise mehr Feuerwehrleute in Dubai als Deutschland.

„Wir müssen weiter mit unseren Vorzügen werben“, sagt Nottebaum. Und das seien eben die weichen Faktoren wie Lebensqualität und Lebenskosten, die Schwerin seit Jahren wachsen lassen. Parallel soll geprüft werden, ob die eigene Feuerwehrausbildung nicht vergrößert werden kann. Laut Nottebaum sind es derzeit rund zehn Absolventen jährlich. „Wir werden das Gespräch mit der Landesfeuerwehrschule suchen. Rostock hat dieselben Probleme wie wir.“

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erstellt am 03.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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