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Zeitung für die Landeshauptstadt

02. Juli 2016 | 09:23 Uhr

Breiter Protest : Demonstration: Schweriner übertönen Neonazis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die rechtsextreme NPD sucht Anschluss an die Pegida-Ableger in Mecklenburg-Vorpommern. So haben unter anderem Landesesvorsitzender Stefan Köster und der Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Westmecklenburg, Andreas Theißen, auf Facebook ihre Teilnahme an der Demo „Mecklenburg gegen die Islamisierung des Abendlandes“ am kommenden Montag in Schwerin zugesagt.

Bereits am Mittwochabend nutzte die NPD den Anschlag auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion in Paris für eine kurzfristig angesetzte und genehmigte „Eilversammlung“ auf dem Schweriner Marienplatz. 15 Anhänger, an deren Spitze der NPD-Fraktionschef im Schweriner Landtag, Udo Pastörs, verkündeten über Lautsprecher ihre ausländerfeindlichen Parolen. Doch in Schwerin trafen sie damit auf wenige Zuhörer. Denn die Passanten, die zufällig vor dem Schlossparkcenter nach 18 Uhr vorbeikamen, blieben stehen und reagierten mit Kopfschütteln auf die NPD-Ansprachen. Soweit diese überhaupt zu hören waren. Denn kurzfristig hatten linke Organisationen sich zu einer weitaus stärker besuchten Gegendemo zusammengefunden. Mit Trillerpfeifen wurden die Naziparolen übertönt.

Die Polizei der Landeshauptstadt hatte die Veranstaltung mit 45 Einsatzkräften abgesichert. „Es ist momentan alles ruhig, wir rechnen auch nicht mit Ausschreitungen. Die spontan zusammengekommenen Gegendemonstranten verhalten sich ruhig“, erklärte Ingo Renk, Leiter der Polizeiinspektion Schwerin. Ein Teil seiner Kollegen war zeitgleich auf dem Alten Garten im Einsatz. Dort hatten Vertreter der AfD eine Mahnwache zu den Vorfällen in Paris abgehalten. „Dort stehen zehn Teilnehmer, die sich ebenfalls ruhig verhalten“, sagte Renk.

Innenminister Lorenz Caffier zeigte sich noch am Montagabend entrüstet: „Die NPD lässt ihre Maske fallen. Spätestens jetzt muss jeder, der an Demonstrationen von Ablegern der Pegida-Bewegung in unserem Land teilnimmt, wissen, dass Rechtsextremisten dahinter stecken. Der hinterhältige und abscheuliche Anschlag in Paris ist erst recht nicht geeignet, die von der Pegida-Bewegung angezettelte Debatte um eine angebliche Islamisierung zu rechtfertigen.“

Auch die Schweriner sind entsetzt, dass die NPD sich die Anschläge in Paris zu eigen macht: „Nazis sind überflüssig. Das hier ist mehr als schäbig. Es ist schlimm genug, was dort in der Redaktion von ,Charlie Hebdo’ passiert ist. Die Parolen der NPD will schon sonst niemand hören und erst recht nicht in so einem Zusammenhang. Die sollten sich alle schämen“, erklären Jenny und Jessica. Die Schweriner Schülerinnen waren zufällig auf die NPD-Demo zugekommen.

 

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erstellt am 07.Jan.2015 | 19:51 Uhr

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