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Zeitung für die Landeshauptstadt

29. Juni 2016 | 21:53 Uhr

Einblicke : Das Schloss in all seinen Facetten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Hobbymalerin Vera Zolotarjova aus Schwerin träumt davon, eines Tages ihre Werke im Schweriner Schloss auszustellen

Von außen lässt sich schwer erahnen, welche Schätze in Vera Zolotarjovas Wohnung lagern. Doch sobald die Eingangstür auf geht, ist man mitten drin in der wahrscheinlich größten privaten Bildergalerie des Landes. Hunderte und Aberhunderte Bilder stapeln sich hier. Von Blumen und Landschaften bis hin zu Stillleben und Ikonen – alle eigenhändig gemalt von der 60-Jährigen.

Die Gemälde sind so wichtig, dass sie und ihr Mann dafür zurückstecken. „Im Winter frieren wir. Würden wir die Heizung anmachen, könnte das den vielen Bildern schaden“, erklärt ihr Mann Yukhym Rosenfeld.

Dabei hat Vera nie Malereiunterricht gehabt. Mit 45 Jahren ließ sie zum ersten Mal einen Pinsel über die Leinwand gleiten, damals unter der Aufsicht des russischen Malers Alexander Lazarevich. Es entstand ein Stillleben, das natürlich noch heute seinen Platz in der Wohnung hat. Seitdem hat sich die Hobbymalerin, die hauptberuflich im öffentlichen Dienst tätig ist, und auch ihr Stil weiterentwickelt. „Ganz am Anfang habe ich sehr kleine Bilder gestickt, mit Nadel und Faden“, erinnert sie sich. „Danach habe ich dann sehr kleine Bilder gemalt.“ Inzwischen werden nicht nur ihre Werke größer.

Die feinen und präzisen Pinselstriche ihrer realistischen Gemälde wurden gröber, sind heute Spachtel-Arbeiten mit dickeren Farbschichten. „Ich mag es nicht mehr so klein und fein“, erklärt die Künstlerin. Stattdessen habe sie sich nun einer etwas abstrakteren, impressionistischen Form der Malerei verschrieben. Und fast all ihre Werke entstehen in der kleinen Küche der Wohnung. Höchstens einen Tag braucht die Hobbymalerin für eines der Kunstwerke. „Manchmal schafft sie sogar fünf Bilder am Tag“, ergänzt ihr Mann. Doch wegen der Arbeit blieben oft nur ein bis zwei Tage die Woche für die Malerei. Vielleicht auch gut so, denn für viel mehr Bilder ist in der kleinen Wohnung kaum Platz.

Seit etwa 22 Jahren lebt die gebürtige Ukrainerin bereits in Schwerin. Ausgesucht haben sie und ihr Mann Yukhym sich die Stadt jedoch nicht. Sie wurden aus ihrer Heimat vertrieben und strandeten schließlich in der heutigen Landeshauptstadt. Inzwischen kann sich Vera Zolotarjova jedoch nahezu täglich am Anblick der Stadt und der Natur darum erfreuen. „Ich gehe oft mit der Kamera raus, um mir Inspiration für neue Bilder zu holen“, sagt sie. „Irgendwann ist dann das Gefühl da: Das musst du malen.“

Das Schloss sei dabei ein ganz besonderes Motiv. „Es ist so schön, dass ich manchmal fast weinen muss.“ Inzwischen hat die Künstlerin es aus allen erdenklichen Perspektiven gemalt – vom Marstall aus, vom Theater, vom Schlossgarten oder vom Wasser. Und es sollen noch weitere folgen. Denn Vera Zolotarjovas Traum ist es, einmal all ihre Schloss-Bildnisse direkt im Schweriner Schloss zu zeigen.

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erstellt am 12.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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