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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. August 2016 | 03:29 Uhr

Neuanfang nach Brand : Da lächelt selbst die Mona Lisa

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Brand vor einem Jahr bauen Fred Bahl und Angehörige in Wittenförden ihr Zweifamilienhaus: Auch Ölbild wurde damals gerettet

Ein Weihnachtsbaum wird bei Bahls an diesem Heiligabend nicht in der Stube stehen. Aber im nächsten Jahr wieder. „Er soll volle Zweige haben, wird mit Kugeln, Schleifen und vielen Kerzen dekoriert. Der Baum muss schön leuchten“, schaut Fred Bahl voraus. Auch die Mona Lisa wird dann ihren festen Platz finden. Hobbymaler Fred Bahl hatte sein Ölbild, eine Kopie des berühmten Gemäldes von Leonardo da Vinci, vor den Flammen retten können. Denn im Herbst vorigen Jahres brannte das Wohnhaus der Familie Bahl in Wittenförden nieder. Das Feuer hatte das Haus unbewohnbar gemacht (SVZ berichtete). Glück im Unglück: Keiner der Familienangehörigen – Fred Bahls Schwiegermutter und sein Schwager mit Familie wohnten ebenfalls in diesem Haus – wurde wesentlich verletzt. Sie fanden im Dorf eine vorübergehende Bleibe. Aber Fred Bahl und seine Frau Regina müssen sich räumlich einschränken. Noch. Denn ihr neues Haus entsteht – an der alten Stelle.

Auch die anderen Familienangehörigen werden hier einziehen. Alle wollen wieder gemeinsam unter einem Dach wohnen. Die Familien bauen ihr Zweifamilienhaus neu auf. „Meine Familie wohnt seit über 25 Jahre in Wittenförden, meine Schwiegermutter hat ihr bisheriges Leben hier verbracht. Wir müssen da wieder zurück“, sagt Fred Bahl, der als Nachrichtentechniker beim Schweriner Nahverkehr arbeitet.

Im Frühjahr wurden die Reste des Hauses abgerissen, Ende Mai lag die Baugenehmigung vor und dann ging es auch schon los mit dem Neubau. Der Stand heute: Der Rohbau steht längst, das Dach ist drauf, die Dachziegel sollen im neuen Jahr verlegt werden. Wichtig ist, so sagt Fred Bahl, dass der Regen nicht ins Haus kann. Jetzt gibt es erst einmal eine kleine Weihnachtspause, die hätten sich die Baufirmen auch redlich verdient, betont der Bauherr. Anfang Januar soll es weitergehen mit dem Einbau der Fenster, mit Heizung und Sanitär, mit Elektriker- und Fliesenlegerarbeiten. Das, was die Familienmitglieder selbst machen können, machen sie, zum Beispiel das Malern.Und sobald die wichtigsten Räume wie Küche, Bad, Toilette und Schlafzimmer einigermaßen fertig seien, wolle er mit seiner Frau schon einziehen, betont der 48-Jährige. „Dann ist man vor Ort, kann auch mal zwischendurch etwas machen. Und man hat wieder mehr Platz und seine Ruhe. Wir freuen uns jedenfalls, wenn es soweit ist.“ Wenn die Bauarbeiten wie geplant voranschreiten, geht Fred Bahl davon aus, im späten Frühjahr einzuziehen. Er denke auch an seinen Blumengarten hinterm Haus , den er mit seiner Frau hegt und pflegt.

Der Nachrichtentechniker freut sich noch aus einem anderen Grund auf den Umzug. Er richtet sich im Obergeschoss des Hauses ein Atelier ein. Zum Malen. Die Malerei ist sein großes Hobby. Und während des Erzählens holt der Wittenfördener ein Foto hervor. Es zeigt Mona Lisa. Fred Bahl hat Mona Lisa nach einer Vorlage nachgemalt. Drei Jahre hat er insgesamt daran gearbeitet – mit großer Akribie. Allein um die Gesichtszüge so hinzubekommen, musste er es 35 Mal mit Öl übermalen und immer wieder warten, bis die jeweilige Schicht getrocknet war. Nun habe er sein Ölbild per Foto einem bekannten Maler gezeigt. Und dieser meinte, dass er das sehr gut hinbekommen habe, freut sich Bahl.

Dieses und andere Bilder, darunter Landschaften, hat der Hobbymaler auf der Adventsausstellung in Wittenförden gezeigt. Noch ist das Ölbild nicht gänzlich fertig, denn die Schlussfirniss muss noch aufgetragen werden. Er könne sich aber durchaus vorstellen, das Bild nochmals öffentlich auszustellen. Und wenn es dann beim Betrachter ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubert – ihm wärs recht.

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erstellt am 26.Dez.2015 | 12:00 Uhr

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