zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

31. Mai 2016 | 00:10 Uhr

Feuerwehr : Chef von 9000 Freiwilligen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Leezener Manfred Jedzik steht an der Spitze des Kreisfeuerwehrverbandes Ludwigslust-Parchim

Mit dem Jahreswechsel wird es offiziell: Im Großkreis Ludwigslust-Parchim gibt es nur noch einen Feuerwehrverband. Knapp 9000 Mitglieder haben die 241 freiwilligen Feuerwehren zwischen Elbe und Plauer See. An der Spitze des Dachverbandes steht Kreisbrandmeister Manfred Jedzik aus Leezen. Der 57-Jährige wurde bereits Ende April in dieses Ehrenamt gewählt. „Ich hatte also schon ein bisschen Zeit, die Kameraden aus dem Altkreis Ludwigslust besser kennen zu lernen. In Parchim hatte ich ja bereits im alten Vorstand mitgearbeitet. Aber es bleibt noch viel zu tun, um Kameraden aus Goldberg, aus Leezen, aus Dömitz, aus Zarrentin und anderen Orten in der neuen Gemeinschaft zusammenzubringen.“ Darin sieht Manfred Jedzik eine seiner wichtigen Aufgaben an, deshalb war er gerade in der Vorweihnachtszeit viel im Ludwigsluster und Hagenower Bereich unterwegs. „Zum Glück bin ich mein eigener Chef und kann mir meine Zeit einteilen“, erläutert der Handelsvertreter.

Befürchtungen, dass im neuen Verbund im Großkreis „die Ludwigsluster“ dominieren, teilt Manfred Jedzik nicht. „Diese im alten Parchimer Kreisverband geführte Debatte habe ich nicht verstanden und auch nie diesen Standpunkt geteilt“, betont der Leezener. Natürlich wird es allein schon wegen der großen Entfernungen ein Spagat. Doch die Kameradschaft unter den Feuerwehrleuten ist stark und groß. „Das packen wir.“

Dafür und für andere Aufgaben in der Feuerwehr ist Manfred Jedzik an 20 Tagen im Monat auf Achse. Denn der Kreiswehrführer ist nicht nur gern gesehener Gast bei Jubiläen, Weihnachtsfeiern und Amtswehrausscheiden. Manfred Jedzik steht nicht nur dem Kreisverband vor, er gehört dem Landesvorstand der Feuerwehrleute an. Absprachen mit Landrat Rolf Christiansen und den Mitarbeitern des Fachbereiches sind ebenso wichtige Arbeitstermine. „Ganz aktuell geht es jetzt darum, dass der Kreisverband auch die technische Zentrale in Dargelütz übernimmt“, berichtet Jedzik. Bei der Einrichtung in Hagenow war das bereits vor der Kreisfusion der Fall.

Die Feuerwehrleute sind damit nicht nur komplett für die Ausbildung der Kameraden verantwortlich, sondern auch Hausherren in beiden Zentralen. Doch ohne den Landkreis geht es dennoch nicht. „Gerade in Dargelütz besteht erheblicher Investitionsbedarf“, betont Jedzik. Da bleibe der Kreis in der Verantwortung. Dennoch sollen diese Schulungsorte zu wichtigen Orten des Zusammenwachsens im neuen Kreisverband werden. Jedzik würde es gerne sehen, wenn sich die Kameraden für die Ausbildung in der noch unbekannten Umgebung anmelden – und nicht immer wird dabei der Fahrtweg länger. „Wichtiger ist aber, dass sich genügend Kameraden bereit erklären, sich weiterzubilden“, hebt der Kreiswehrführer hervor. Atemschutz-Träger, Truppführer, Zugführer – nicht nur Einsatzkräfte, sondern auch Spezialisten und Führungskräfte – werden gebraucht. Wie so eine Feuerwehr-Karriere laufen kann, dafür liefert Manfred Jedzik selbst ein gutes Beispiel. „Ich bin als junger Mann nicht ganz freiwillig zur Feuerwehr gekommen“, blickt er zurück. Er wurde von Verwandten überredet. Gleich sein erster großer Einsatz wurde zum Schlüsselerlebnis: Bei einem Verkehrsunfall nahe Lübeck gab es drei Tote. „Das zu bewältigen, war nicht leicht. Aber das haben wir in der Gemeinschaft aufgefangen.“

Manfred Jedzik zog zudem eine weitere Konsequenz: Wer helfen will, muss das auch können. Zur Führungskraft wurde er jedoch erst nach seinem Umzug Mitte der 1990er-Jahre nach Raben Steinfeld. „Dort wurde ich sofort in die Gemeinschaft integriert.“ Aber Wehrführer und Bürgermeister Horst-Dieter Kobi macht da nicht halt. Er drängte Jedzik, sich weiterzubilden und auch Verantwortung zu übernehmen. So kam der heutige Leezener erst in die Amtswehrführung Ostufer und dann auch in den Parchimer Kreisvorstand. Neben der Vorstandsarbeit ist und bleibt Manfred Jedzik in der Einsatzgruppe seiner Ortswehr aktiv.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Dez.2014 | 21:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen