zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

06. Dezember 2016 | 17:00 Uhr

Einbruchsserie in Schwerin : Beutezüge in der Dämmerung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zehn Einbrüche in Zippendorf seit Ende September: Betroffene Familien fordern Aufklärung. Polizei bittet um Vorsicht

Es sollte ein Kurzurlaub werden, eine kleine Auszeit, ein verlängertes Wochenende in Warnemünde. Doch schon bei der Abfahrt hatten Hans Berger (Name von der Redaktion geändert) und seine Frau ein eigenartiges Gefühl. „Ein älterer Mann schlich durch unsere Siedlung, es sah so aus, als würde er etwas ausspähen.“ Aber Bergers, die ein Haus in der Straße Am Hang in Neu Zippendorf haben, setzten sich trotzdem ins Auto, wollten sich nicht bange machen lassen. Am Abend des nächsten Tages kam dann der Anruf: „Unsere Tochter berichtete uns, dass in unser Haus eingebrochen wurde“, sagt Berger. Ein Schock.

Alle Zimmer, alle Schränke alle Taschen waren durchwühlt. Gezielt hatten die Einbrecher nach Wertsachen gesucht – und nur das Teuerste mitgenommen: Goldschmuck, Münzen, zwei Tablets, eine Spiegelreflexkamera. „Silberschmuck, ein einfaches Notebook und kleine Digitalkameras zum Beispiel ließen die Täter liegen“, schildert Berger.

Und es war nicht der einzige Einbruch, der sich in jüngster Zeit in der Straße Am Hang und rundherum ereignet hat. Seit Ende September waren Langfinger nach Angaben der Polizei zehnmal auf Beutezug in der Gegend, betroffen unter anderem auch Häuser in der Bosselmannstraße und der Straße Am Strand. Den bisher letzten Einbruch in der Reihe nahmen Beamte in der Alten Dorfstraße auf. Tatzeit: Montagnachmittag.

„Die Täter haben es insbesondere auf Schmuck, Bargeld und technische Geräte abgesehen“, sagt Schwerins Polizeisprecher Steffen Salow. Um in die ausgespähten, allein stehenden Häuser hereinzukommen, würden sie die frühe Dunkelheit und die Abwesenheit der Bewohner nutzen, zumeist mit einem Stein ein Fenster einschlagen und sich so Zutritt verschaffen.

Noch gäbe es keine heiße Spur zu den Tätern, erklärt Salow. Ein erster Verdacht habe sich nicht bestätigt. „An den Tatorten wurden Spuren gesichert, die weiter ausgewertet werden“, so der Sprecher. Hinweise zu den Einbrüchen nehme der Kriminaldauerdienst unter Telefon 0385/51801560 entgegen.

Salow bittet die Bewohner in den betroffenen Straßenzügen um Vorsicht. Wer etwas Verdächtiges bemerke, solle umgehend die Polizei verständigen, lieber einmal zu viel als zu wenig anrufen. Technische Einrichtungen könnten dabei helfen, Häuser zu sichern, sagt Salow. „Die beste Alarmanlage ist oft aber immer noch ein aufmerksamer Nachbar.“

Hans Berger hofft auf eine schnelle Aufklärung der Einbruchsserie. Schlimmer noch als der materielle Schaden seien die emotionalen Schäden, die die Einbrecher angerichtet hätten, betont Berger. „Zu wissen, dass Fremde in die eigene Privatsphäre eingedrungen sind, ist kein angenehmes Gefühl“, so der Schweriner. „Und man weiß nie, ob die Täter nicht noch einmal kommen.“

zur Startseite

von
erstellt am 15.Nov.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen