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Zeitung für die Landeshauptstadt

04. Dezember 2016 | 07:08 Uhr

Beratungsverein fordert mehr Solidarität und couragierte Hilfe für Gewaltopfer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die rechtsextreme Szene geht nach dem Eindruck der Opferhilfeorganisation Lobbi e.V. in jüngster Zeit deutlich agressiver und hemmungloser zu Werke als in der Vergangenheit. Dazu mag auch beitragen, dass rechtspopulistische Bewegungen wie Pegida oder die AfD so breite Akzeptanz genießen, meint Tim Bleis von der Lobbi-Geschäftsstelle West. Der Wismarer Anschlag jedoch sei eine „nicht alltägliche Form rechtsextremistischer Straßengewalt“, sagte Bleis unserer Zeitung. „I7 Messerstiche, auch wenn sie zum Glück nicht lebensbedrohlich waren, sind eine heftige Geschichte.“ Insgesamt passe der Vorfall jedoch ins Bild einer zusehends enthemmten Szene. So habe es Ende letzten Jahres auch in der Landeshauptstadt Übergriffe gegeben, unter anderem hatten Gewalttäter versucht, in die Wohnung eines Opfers einzudringen, so Bleis. Lobbi zählte im zurückliegenden Jahr bis Ende November allein im Westteil des Landes 72 Angriffe auf Menschen - nicht nur auf solche aus dem linken Spektrum, sondern auch gegen Menschen, die sich etwa ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. Zum Vergleich: 2014 zählte Lobbi im ganzen Land 81 Übergriffe. An die Gesellschaft appelliert der Verein unverändert, sich solidarisch zu zeigen mit Opfern und in Notsituationen wenigstens Hilfe zu organisieren.

Nach Einschätzung von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) setzt die Flüchtlingsdebatte die Hemmschwelle der Rechtsextremisten weiter herab. Eine „schleichende Radikalisierung“ gebe es aber schon seit mehr als zehn Jahren. Die zeige sich nicht nur im rechten Lager, sondern auch bei Linksextremen sowie gewaltbereiten Fußballfans.

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erstellt am 07.Jan.2016 | 00:42 Uhr

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