zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

29. Mai 2016 | 15:24 Uhr

FLÜCHTLINGE : Beim Freitagsgebet wird es eng

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Flüchtlinge zieht es in die Moschee Assalam auf dem Dreesch – Gemeinde sucht händeringend neues Domizil mit mehr Platz

In der Moschee Assalam wird es langsam eng. Wenn die Gläubigen zum Freitagsgebet in die ehemalige Kita in der Anne-Frank-Straße kommen, ist jeder freie Platz belegt. „Manche nutzen sogar schon den Flur“, sagt der Vorsitzende des Islamischen Bundes in Schwerin, Mohamed Dib Khanji. Statt wie in der Vergangenheit so um die 70 bis 80, würden heute an manchen Freitagen mehr als 250 Muslime am Gebet teilnehmen. Grund für den rasanten Anstieg: die Flüchtlingswelle.

Aus der Erstaufnahmestelle in Stern Buchholz, aber auch aus Wohnungen auf dem Dreesch und aus Parchim kommen die Gläubigen zum Gebet. Die meisten Flüchtlinge stammten aus Syrien, berichtet Mohamed Dib Khanji, der vor Jahren selbst aus Syrien nach Deutschland gekommen war. „Ein Register, in dem die Herkunft vermerkt ist, führen wir aber nicht.“

Für einen muslimischen Mann sei die Teilnahme am Freitagsgebet obligatorisch, erläutert Mohamed Dib Khanji. Frauen hätten die Wahl, ob sie bei diesem Gebet dabei seien. Die wachsende Zahl der Gläubigen stelle die Gemeinde nun durchaus vor organisatorische Probleme, so der Vorsitzende. „Wir haben schon überlegt, ob wir ein Zelt aufstellen.“

Nach dem Freitagsgebet bleiben viele Neuankömmlinge noch in der Moschee, suchen Rat und Unterstützung. „Wir helfen den Flüchtlingen beim Ausfüllen von Formularen, bei Verhandlungen mit dem Ausländeramt und mit Schulen, bei Nachbarschaftsstreitigkeiten“, schildert Mohamed Dib Khanji.

Mehr Gläubige und zusätzliche Aufgaben – der Islamische Bund ist durch die Flüchtlingswelle gefordert. Kein Wunder, dass die Bemühungen um einen attraktiveren Standort für die Moschee neuen Schwung bekommen. Das alte Kita-Gebäude in der Anne-Frank-Straße bietet nicht nur zu wenig Platz, der Renovierungsbedarf ist auch erheblich. Wegen der hohen Betriebskosten will die Stadt das Haus verkaufen (SVZ berichtete). Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow und Baudezernent Bernd Nottebaum sicherten dem Islamischen Bund jedoch zu, dass er die Räumlichkeiten so lange nutzen könne, bis einvernehmlich über ein alternatives Domizil entschieden sei.

Wenn es nach Mohamed Dib Khanji geht, dann ist der neue Standort auch schon gefunden. „Ein früheres Kita-Gebäude in der Pescer Straße wäre für uns gut geeignet“, erklärt er. Für den Kauf mit allem Drum und Dran und die Sanierung würden allerdings Kosten in Höhe von 300 000 Euro entstehen.

Mohamed Dib Khanji setzt auf Integration, sieht in der neuen Moschee auch einen Treffpunkt für interreligiöse und interkulturelle Begegnungen, hofft auf ein positives Signal der Bank und auf Spenden. „Wir schaffen das“, sagt er.

Liebe Leserinnen und lieber Leser,
leider erreichen uns zu gewissen Themen immer wieder so viele unangemessene, beleidigende oder auch rechtlich fragwürdige Beiträge, dass wir keine gewissenhafte Moderation nach den Regeln der Netiquette gewährleisten können. Aus diesem Grund deaktivieren wir unter einzelnen Artikeln die Kommentarfunktion. Wir bitten um Verständnis.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen