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Zeitung für die Landeshauptstadt

10. Dezember 2016 | 19:34 Uhr

Schweriner Helfen : Begehrt: Hausrat aus zweiter Hand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Weil täglich 100 Kunden zur Möbelbörse und Kleiderkammer des Arbeitslosenverbandes kommen, wird dringend Nachschub gebraucht

Ein besonderes Kaufhaus mit erstaunlichem Kundenstrom: Im Haushaltsservice des Arbeitslosenverbandes in der Perleberger Straße 22 geben sich Rentner, junge Familien, Deutsche und Migranten die Klinke in die Hand. In verschiedenen Räumen im Keller finden sie Nützliches und gut Erhaltenes, das andere Schweriner aus ihren Wohnungen ausgemustert haben. Für ein paar Euro können sie es mit nach Hause nehmen.

Die Angebotspalette reicht von der Gabel bis zum Sofa, vom Taschenbuch bis zum Bademantel. Es gibt Spiele, Fahrradhelme, Blusen, Hemden, Hosen und Jacken in jeder Größe. Und: „Kaum haben wir die neuen Sachen einsortiert, schon sind sie wieder weg“, sagt Silvia Piechowski, Leiterin des Arbeitslosenzentrums. So froh sie über den Erfolg der Möbel- und Kleiderbörse ist, so sehr bangt sie auch um den nötigen Nachschub: „Wir brauchen dringend Möbel und Winter-Kleidung.“ Wenn man sie fragt, was besonders nötig ist, sagt sie schlicht: „Alles.“ Und dann fällt ihr doch noch eine Ausnahme ein: „Bitte keine Anbau-Schrankwände“, sagt sie und zeigt auf ein helles Ensemble, das jetzt in ihrem Büro im Haus der Begegnung steht. Anders war es nicht mehr an den Mann oder die Frau zu bringen.

Gebrauchte Möbel und Kleidersäcke, die Privatleute spenden möchten, werden vom Arbeitslosenverband kostenlos abgeholt – und bei Bedarf auch an die neuen Besitzer geliefert. Dieser besondere Service wird vor allem von Ehrenamtlern gestemmt, betont Piechowski stolz. Die Arbeit ist nicht einfach. Manchmal müssen Sofas, Tische oder Schränke sogar aus dem fünften Stock geholt werden. Die Helfer sind montags bis donnerstags im Laufe des Vormittags unterwegs. „Fünf bis sechs Stationen fahren sie dabei meistens an“, sagt Piechowski. Im Stadtgebiet und im benachbarten Umland. „Natürlich schauen wir uns die Möbel vorher an, die abgegeben werden sollen, und bewerten auch, ob sie noch einen Abnehmer finden“, fügt sie hinzu. „Manchmal sind die Spender enttäuscht oder wütend, wenn wir etwas zurücklassen, das sie selbst sehr wertschätzen. Aber unsere Leute wissen inzwischen sehr gut, was heute wieder abgenommen wird und was nicht.“

Rund 100 Menschen kommen täglich zum Haushaltsservice. Um dort zu shoppen, müssen sie ihren Arbeitslosen- oder Rentenbescheid vorlegen. Geöffnet haben Kleiderkammer und Möbelbörse montags bis donnerstags von 8.30 bis 15.30 Uhr, am Freitag von 8.30 bis 11.30 Uhr. Telefonisch zu erreichen ist der Haushaltsservice am besten vormittags unter der Nummer 0385/398163.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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