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Zeitung für die Landeshauptstadt

03. Dezember 2016 | 01:16 Uhr

Schweriner Kleingärtner : Baumschnitt hat goldene Regeln

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In 8000 Schweriner Kleingärten geht die Saison zu Ende – zu den Arbeiten im Winter gehört das Beschneiden von Bäumen und Sträuchern

Pflanzschnitt, Erziehungsschnitt, Erhaltungsschnitt, Verjüngungsschnitt: Das richtige Beschneiden von Obstbäumen erscheint für den Laien wie eine hohe Kunst. Ist sie zu einem gewissen Maße auch, denn der Obstbaumschnitt verlangt regelmäßige Beschäftigung mit dem Thema, Beobachtung eines Baumes über einen längeren Zeitraum und klare Zielsetzung für die Arbeiten. Und nicht ganz unwichtig ist auch der richtige Zeitpunkt. Für die meisten Obstbaumarten ist die kalte Jahreszeit am besten geeignet. Denn dann haben die Bäume keine Blätter und es ist leichter erkennbar, wie viel wo zurückgeschnitten werden kann und muss. Zudem fällt weniger Pflanzenmaterial an. Allerdings sollte vermieden werden, die Säge und die Gartenschere bei strengem Frost anzusetzen.

Aus Furcht, etwas falsch zu machen, sollte indes nicht auf das Beschneiden verzichtet werden. Denn das regelmäßige Schneiden von Obstgehölzen hält die Bäume und Sträucher gesund, steigert den Ertrag und trägt zu einem ästhetischen Erscheinungsbild des Gartens bei. „Wer sich unsicher ist, sollte den Rat eines Experten einholen oder eines der in der kalten Saison vielerorts angebotenen Seminare besuchen“, rät Pomologe Rolf Steinmüller. Der Förderverein Klöndör des Freilichtmuseums beispielsweise organisiert solche Veranstaltungen,

Gärtnermeister Thomas Franiel aus Crivitz ist ein Experte auf diesem Gebiet. Er hat schon diverse Seminare geleitet, unter anderem im Freilichtmuseum für Volkskunde in Mueß. Dabei betont er immer wieder, dass nicht nur die so genanten Goldenen Regeln zu beachten sind, sondern dass auch jeder Hobbygärtner seinen eigenen Schnittstil entwickeln müsse. „Das tote Holz muss raus, beschädigtes ebenfalls und dann kommt die Ästhetik“, so Franiel. Eine weitere seiner Regeln lautet: „Schneide nie einen Baum endgültig. Es kommen noch viele Zwischenstationen, bis die gewünschte Form erreicht ist.“ Vor jedem Schnitt sollte überlegt werden, wie weit Zweige und Äste eingekürzt werden und wie die Wuchsrichtung des neuen Triebes festgelegt wird. Die alten Gärtner fassten ihre „Goldene Regel“ so zusammen: „Wenn du eine Mütze durch die Krone werfen kannst, ohne dass sie hängen bleibt, ist der Baum gut geschnitten.“

Bei Sträuchern indes ist Verjüngung wichtig. So müssen alte Triebe radikal abgeschnitten werden. Der Strauch wird auf den Stock gesetzt.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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