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Zeitung für die Landeshauptstadt

28. Juli 2016 | 14:27 Uhr

Nach Tod von Marie Celine in Schwerin : Baden soll sicherer werden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach dem tödlichen Badeunfall der vierjährigen Marie Celine am Zippendorfer Strand vergibt Schwerin die Aufsicht neu und setzt auf Schwimmunterricht in den Grundschulen.

Ein Badeunfall wie im Juni, als die vierjährige Marie Celine am Zippendorfer Strand ums Leben kam, soll sich nicht wiederholen. In Vorbereitung auf die neue Saison hat die Stadt deshalb die Karten neu gemischt. Die DRK-Wasserwacht, bislang verantwortlich für alle öffentlichen Badestellen der Stadt, ist nicht mehr alleiniger Vertragspartner der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS). Denn die DRK-Wasserwacht konnte aufgrund des Personalmangels in den eigenen Reihen die Strandaufsicht nicht kontinuierlich absichern. Auch an dem Tag, als Marie Celine starb, befand sich kein Rettungsschwimmer in Zippendorf (SVZ berichtete). „Nach Einschätzung der SDS wurde die Sicherstellung der Badeaufsicht zu den vereinbarten Zeiten und die Anzeigepflicht der Einstellung der Badeaufsicht nicht vollumfänglich erfüllt“, heißt es in einer Information der Oberbürgermeisterin an die Stadtvertretung.

Die SDS hat deshalb neue Partner gesucht und ist mit zwei Bewerbern aktuell im Gespräch. Eine Vertragsunterzeichnung stehe kurz bevor, hieß es. Die DRK-Wasserwacht, die derzeit erneut Rettungsschwimmer-Nachwuchs sucht, wird demnach von der neuen Saison an nur noch das Freibad Kalkwerder betreiben und dort die Aufsicht übernehmen. Für die Badeanstalt hat die Wasserwacht einen Pachtvertrag. Das Areal hat das DRK seit Jahren in Eigenverantwortung um- und ausgebaut.

Parallel erfolgt derzeit für die kommende Badesaison eine Überarbeitung der Strandordnung durch die SDS unter Beteiligung des Fachdienstes Recht. In dieser wird auch auf die Aufsichtspflicht für Kinder hingewiesen, informiert Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Als Celine Marie in Zippendorf ertrunken ist, soll die Mutter auf Arbeit gewesen sein und ein Bekannter das Kind zum Strand begleitet haben. Er hatte offenbar das kleine Mädchen aus den Augen verloren.

Auch werde zeitgleich nochmals die Badesicherheit an den sechs Schweriner Badestellen überprüft. Nach Auskunft der SDS werden alle mit Ausnahme des Freibades Kaspelwerder durch den mit der Badeaufsicht betrauten Träger vor Beginn der Badesaison betaucht oder begangen und gefährliche Ablagerungen bzw. Gegenstände beseitigt.

Die Oberbürgermeisterin macht zudem auf die Anwesenheitspflicht der Lebensretter an den offiziellen Badestellen Zippendorfer Strand und Südufer Lankower See aufmerksam: „Grundsätzlich hat der Betreiber einer eingerichteten und betriebenen Badestelle, an der reger Badebetrieb herrscht, während der Öffnungszeiten geeignetes Aufsichtspersonal einzusetzen. Die Anzahl wird mit mindestens zwei Personen in der Badestellenempfehlung MV vorgegeben.“

Darüber hinaus sollen die Badebereiche auch deutlicher erkennbar werden. Zwischen der SDS und dem Fachdienst Jugend, Schule und Sport wurden bereits weitergehende Sicherungsmaßnahmen abgestimmt, so die Oberbürgermeisterin. Der überwachte Badebereich in Zippendorf wird durch eine Beschilderung und neue Betonnung eindeutiger gekennzeichnet. „Die Strandordnung wird überarbeitet und zur neuen Badesaison in den Sprachen Deutsch, Russisch, Arabisch und Englisch aufgestellt.“

Die Stadt setzt außerdem auf den Schwimmunterricht in der Grundschule. Nach Auskunft der Koordinatorin für das Schulschwimmen erhalten alle Schweriner Schüler der Grund- und Förderschulen Schwimmunterricht. Er ist Pflicht. Die einzige Ausnahme besteht beim Vorliegen eines gesundheitlichen Attestes. Etwa fünf Prozent der Kinder erlernen das Schwimmen nicht. Gründe sind hierfür Krankheit, Angst oder motorische Defizite.

Alle Nichtschwimmer erhalten ein Zertifikat mit den erreichten Ergebnissen. Die Eltern werden darüber informiert, dass das Schwimmenlernen aufbauend auf den erreichten Ergebnissen in Eigenregie weiter zu organisieren ist. Hierfür stehen mehrere Angebote zur Verfügung.

Durch die Übergangsphase während des Baus der Schwimmhalle „Großer Dreesch“ musste aus Kapazitätsgründen der alten Halle in Lankow auf Schwimmkurse weitestgehend verzichtet werden. Die Oberbürgermeisterin gibt zu: „Dadurch ist ein erheblicher Bedarf entstanden.“ Täglich sechs eigene Kurse in den Sommerferien halfen nicht, den Rückstand aufzuholen. Ab Frühjahr werden zusätzliche Kurse für Kindergärten angeboten. Aktuell werden in der Schwimmhalle wöchentlich sechs Schwimmkurse abgehalten. Das derzeitige Angebot an Kursen kann Gramkow zufolge grundsätzlich als ausreichend betrachtet werden. Es sei jedoch nicht geeignet, den bestehenden Anmeldestau zu beseitigen.

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erstellt am 02.Feb.2016 | 08:00 Uhr

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