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Zeitung für die Landeshauptstadt

05. Dezember 2016 | 09:32 Uhr

Sexueller Missbrauch an 7-Jähriger : Angst geht um in Schwerin - Was wir wissen

vom

Täter folgt Kind in Schwerin auf Heimweg von der Schule. Polizei sucht Zeugen

Die Angst geht um im Schweriner Plattenbauviertel Mueßer Holz: Montagmittag hat nach Polizeiangaben ein etwa 25-jähriger Mann ein sieben Jahre altes Mädchen missbraucht. Als das Kind gegen 12.30 Uhr von der Schule nach Hause kam und den Flur des Mehrfamilienhauses in der Gagarinstraße betrat, folgte der Täter dem Mädchen. Noch im Hausflur missbrauchte er die Siebenjährige und verließ anschließend das Gebäude, so die Beamten.

Der Täter spricht Deutsch, ist etwa 1,75 Meter groß und schlank. Seine Haare und sein Bart sind dunkelbraun. „Aktuell haben wir leider keine weiteren Informationen. Die Ermittlungen laufen aber auf Hochtouren“, sagt Isabel Wenzel vom Polizeipräsidium Rostock. Allerdings sei es vor einigen Wochen in Rostock zu einem ähnlichen  Vorfall gekommen, so die Sprecherin.

 Wolfgang Maschke vom Ortsbeirat Mueßer Holz ist erschüttert. „Ich bin entsetzt. Der Vorfall ist zutiefst zu verurteilen“, sagt Maschke. Seiner Ansicht nach gäbe es aber keine effektive Prävention für sexuellen Missbrauch: „Menschen, die solche Taten begehen, sind krank. Ich hoffe, dass der Täter bald gefasst wird“, so der Lokalpolitiker.

„Am wichtigsten ist jetzt, dass sich die Eltern um das Kind kümmern“, sagt Dr. Christian Haase, Chefarzt der Kinder und Jugendpsychiatrie in den Helios-Kliniken. Das Kind brauche Zuwendung und müsse psychisch stabilisiert werden, so der Experte. „Für die Eltern ist es wichtig, dass sie Ruhe bewahren. Das Kind auszufragen hilft nicht weiter“, erklärt der Psychologe. Erst nach einigen Wochen ließen dann Symptome den Schluss auf die Notwendigkeit einer Therapie zu. „Posttraumatische Symptome treten erst eine gewisse Zeit später auf. Von Schlafstörungen über Ängste bis hin zum sozialen Rückzug und psychosomatischen Störungen ist alles möglich“, so Haase. Schwerins Sozialdezernent Andreas Ruhl kündigte an, am Mittwoch das Gespräch mit der betroffenen Familie zu suchen.

Der Stadtteil mit der höchsten Arbeitslosigkeit Schwerins stand in den vergangenen Monaten häufig im Fokus der Öffentlichkeit. So gab es im Mueßer Holz Schlägereien und Messerstechereien, eine versuchte Vergewaltigung, aber auch den Missbrauchsskandal beim Verein „Power for Kids“.

Wer Hinweise zum Fall in der Gagarinstraße geben kann, wird dringend gebeten, sich telefonisch im Polizeipräsidium Rostock unter der Nummer 038208/8882222  zu melden.

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erstellt am 11.Okt.2016 | 15:03 Uhr

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