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Propst verlässt Schwerin : Als Weihbischof nach Hamburg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der bisherige Schweriner Propst Horst Eberlein übernimmt eine neue Aufgabe in der Leitung des Erzbistums

Horst Eberlein hatte sich zurückgezogen, wie jedes Jahr Ende Januar. Tage der Stille sollten es werden an der Ostsee. Doch gleich am ersten Tag klingelte das Handy des Propstes der Schweriner St.-Anna-Gemeinde. Am anderen Ende der Leitung: die Apostolische Nuntiatur in Berlin. „Ich war völlig überrascht und auch ein wenig aufgeregt“, sagt Eberlein. „Man bat mich um ein Gespräch.“ Zwei Tage später war er in der Hauptstadt, traf Nuntius Nikola Eterovic und erfuhr auch den Grund für den besonderen Anruf: seine Ernennung zum neuen Weihbischof des Erzbistums Hamburg.

Sehr geehrt fühle er sich durch die Berufung, sagt Horst Eberlein. Aus mehreren Vorschlägen des Erzbistums habe Rom seine Person ausgewählt. Am 25. März wird der 66-Jährige im Hamburger St.-Marien-Dom die Bischofsweihe empfangen, künftig auch den Titel eines Titularbischofs von Tisedi tragen, eines ehemaligen Bistums im historischen Nordafrika. Von der katholischen Gemeinde in Schwerin verabschiedet sich Eberlein am 12. März mit einem Gottesdienst in der Schweriner St.-Anna-Kirche.

Horst Eberlein wurde 1950 in Walsleben/Altmark geboren und 1977 in Waren/Müritz zum Priester geweiht. Er arbeitete dann als Kaplan in Wittenburg und Neubrandenburg. Danach leitete er als Pfarrer die Gemeinden in Friedland, Hagenow und Rostock. Seit 2009 ist er Pfarrer der Propsteigemeinde St. Anna. Papst Johannes Paul II. ernannte Eberlein im Jahr 2000 zum „Ehrenkaplan Seiner Heiligkeit“ mit dem Titel Monsignore. Im Juni 2015 berief Erzbischof Stefan Heße ihn in das Domkapitel des Erzbistums Hamburg und 2016 zum Dekan für die Region Mecklenburg.

Als Weihbischof wird Horst Eberlein Erzbischof Heße bei der Leitung des Erzbistums unterstützen, das neben der Hansestadt Hamburg auch Schleswig-Holstein und Mecklenburg umfasst. „Ich werde unter anderem für Firmungen und Visitationen zuständig sein“, erklärt Eberlein, der auch Mitglied der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wird.

Er freue sich auf die neue Aufgabe, sei aber auch ein bisschen wehmütig, wenn er jetzt Schwerin verlasse, sagt Horst Eberlein. „Ich habe mich in der Landeshauptstadt sehr wohl gefühlt.“ Die Nähe zu den Menschen, das aktive Gemeindeleben in der Innenstadt, auf dem Dreesch und in Lankow, die gelebte Ökumene, der interreligiöse Dialog, die schöne Kirche – daran werde er sich in Hamburg dankbar zurückerinnern, betont Eberlein. In der Hansestadt wird er eine Dienstwohnung im Stadtteil St. Georg beziehen – gleich beim Marien-Dom.

Voraussichtlich bis zum Sommer soll die Stelle von Horst Eberlein in Schwerin wieder besetzt sein. Bis dahin wird Kaplan Heiko Kiehn die Aufgaben des Pfarrers übernehmen. „Ich gehe davon aus, dass meine Nachfolge so schnell wie möglich geregelt wird“, sagt er.

Horst Eberlein ist der erste Weihbischof, der aus dem 1995 errichteten Erzbistum Hamburg hervorgeht. Seine Vorgänger Norbert Werbs und Hans-Jochen Jaschke waren bereits seit 1981 und 1989 Weihbischöfe in der Apostolischen Administratur in Schwerin bzw. im Bistum Osnabrück.
 

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erstellt am 17.Feb.2017 | 12:00 Uhr

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