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Zeitung für die Landeshauptstadt

28. Juni 2016 | 13:20 Uhr

Hospiz : Abschied unter dem Lebensbaum

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Frauen aus dem Kreativtreff im Haus der Begegnung gestalteten eine Sterbedecke für das Hospiz

Eine Decke, grün und weiß, bunt verziert – eine Patchwork-Arbeit. In der Mitte ein Baum – Symbol für das Leben. Eine Sterbedecke. „Der Baum soll an die große Esche erinnern, die im Park hinter unserem Haus steht“, sagt die Leiterin des Schweriner Hospizes am Aubach, Katy Nülken. Frauen aus dem Kreativtreff im Haus der Begegnung in der Perleberger Straße haben die Decke für das Hospiz gefertigt, darunter auch eine Frau, deren Mann in der Sozius-Einrichtung gestorben ist.

„Rituale spielen in unserer Arbeit eine große Rolle“, erklärt Katy Nülken. „Sie sind wichtig für die Patienten, für die Angehörigen und für die Mitarbeiter.“ Wenn ein Bewohner gestorben sei, werde er gewaschen und bekomme seine Lieblingsgarderobe angezogen. „Danach wird er mit einer Decke zugedeckt.“ So könnten die Angehörigen von dem Toten dann Abschied nehmen.

Zwei Decken, gestaltet bereits vom Kreativtreff im Haus der Begegnung, habe Schwerins ehemaliger Vize-Oberbürgermeister Dr. Wolfram Friedersdorff dem Hospiz zur Eröffnung im Mai 2011 geschenkt, berichtet Katy Nülken. Sie seien bislang als Sterbedecken verwendet worden. „Weitere Decken haben wir dann noch dazugekauft“, berichtet die Hospiz-Leiterin. Selbstverständlich werde jede Decke immer wieder gereinigt.

480 Menschen wurden im Hospiz bereits in der letzten Phase ihres Lebens begleitet. Zwölf Plätze hat die Einrichtung. „Wir kümmern uns aber auch sehr um die Angehörigen“, betont Katy Nülken. Zweimal im Jahr gäbe es ein „Erinnerungstreffen“ auf dem Hospiz-Gelände, bei dem die Teilnehmer symbolisch Luftballons steigen ließen, sich austauschen und mit Seelsorgern ins Gespräch kommen könnten. So sei es zu erklären, dass die Frau eines Verstorbenen ihre Verbundenheit und ihren Dank nun mit der aufwändig von Hand genähten Decke zum Ausdruck bringe, erläutert die Hospiz-Leiterin.

Von April an soll es auf dem Sozius-Gelände an der Wismarschen Straße ein neues regelmäßiges Angebot für Angehörige geben: ein „Trauercafé“, das voraussichtlich zweimal im Monat seine Pforten öffnet. „Ein ausgebildeter Trauerbegleiter wird dann für die Gäste ansprechbar sein“, sagt Katy Nülken.

 

 

 

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erstellt am 07.Feb.2015 | 12:00 Uhr

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