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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

05. Dezember 2016 | 13:32 Uhr

In Sternberg begann es : Zweite Hochzeit für schickes Brautkleid

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die berührende wie spannende SVZ-Geschichte um ein Hochzeitskleid findet einen schönen Abschluss: Ein junges Sternberger Ehepaar reicht die im Vorjahr erhaltene Hilfe weiter.

Sie steht leicht erhöht auf einem runden Hocker, damit das lange Kleid richtig fällt. Passt beinahe wie maßgeschneidert, befinden die Umstehenden bei der Anprobe. „Ein paar kleine Änderungen, dann ist es perfekt“, meint Heike Jürgen vom Schweriner Brautsalon am Dom.

Katharina Jahnke schlüpft wieder in ihre Straßensachen. Sie hatte das Brautkleid auf der Hochzeitsmesse in der Schweriner Sport- und Kongresshalle ersteigert. Im Juli nächsten Jahres soll der große Tag sein, der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest, sagt die 27-jährige Bürokauffrau. Sie und Ronny Schmidt kennen sich seit 2007, sind seit 2009 ein Paar und haben gemeinsam Zwillinge, Luisa und Lena, die im März drei Jahre alt werden. Die junge Frau stammt aus Ludwigslust, er aus Vimfow, einem kleinen Dorf zwischen Mestlin und Goldberg direkt an der B 392, wo beide zusammen wohnen.


Idee von Versteigerung bei erstem Hochzeitstag


Die Hochzeit müsse langfristig geplant werden, sagt die künftige Braut. „Bei manchen Dingen wird es jetzt schon eng. Und die Laufereien fangen erst richtig an.“ Eines hat sie aber schon sicher – das weiße Kleid, eines mit einer berührenden wie spannenden Geschichte.

Rückblende: Anne-Katrin Grabert aus Sternberg wollte Ende Juni vorigen Jahres heiraten, doch das bei einem Internet-Händler ausgewählte Brautkleid steckte im Paketzentrum Neustrelitz fest, weil die Post schon die dritte Woche streikte (wir berichteten). Die junge Frau, die jetzt Kisch heißt, bekam Hilfe. Durch Vermittlung von SVZ stellte der Schweriner Brautsalon kurzfristig und kostenlos ein Wunschkleid zur Verfügung. Als SVZ zum ersten Hochzeitstag von Anne-Katrin und Mathias Kisch noch mal auf den Krimi vom Jahr zuvor einging, entstand die Idee, das schicke Kleid, das bis dahin nur im Schrank hing, für einen guten Zweck zu versteigern, die empfangene Hilfe einfach weiter zu reichen. Die Schweriner Hochzeitsmesse sollte sich bestens dafür eignen.

Katharina Jahnke wollte sich dort mit ihrer knapp zwei Jahre jüngeren Schwester Maria „nur mal umsehen“. Auf das Kleid zur Versteigerung, auf einem Ständer an der Bühne präsentiert, machte Moderatorin Andrea Sparmann vom Radiosender Ostseewelle, die durch das Programm führte, aufmerksam. „Wir sagten uns, da bieten wir mit. Das Kleid hat mir und meiner Schwester gleich gefallen“, erzählt die junge Frau, die ihr Gebot auf 60 Euro steigerte und den Zuschlag bekam. Andrea Sparmann legte von der Bühne aus prompt 500 Euro drauf. „Ich spende jedes Jahr für den Tierschutz, diesmal eben für den Verein in Sternberg“, so die Moderatorin auf SVZ-Nachfrage. Ihren Betrag habe sie an den Tierschutzverein Sternberger Seenland überwiesen.


Einmal getragen, aber top in Ordnung


„Das ist eine schöne Sache. So kommt das Kleid von uns noch einmal einem guten Zweck zustatten“, sagt Heiko Jürgen, Inhaber des Brautsalons am Dom. Katharina Jahnke habe das Kleid für „einen guten Preis“ bekommen, regelrecht ein Schnäppchen gemacht. „Klar, es ist einmal getragen, aber top in Ordnung.“ Neu hätte es Hunderte im oberen Bereich gekostet. Los gehe es in dem Geschäft, das weder gebrauchte Hochzeitskleidung verkauft noch ausleiht, bei 200 Euro für ein Brautkleid. Das sehe auch hübsch aus, so Heiko Jürgen, sei jedoch schlichter und nicht aus der aktuellen Kollektion. Vom Einstiegspreis gehe es dann mehr oder weniger sprunghaft nach oben.

Bei der Anprobe des ersteigerten Kleids ist Katharina Jahnke erst recht davon angetan. Heike Jürgen vom Brautsalon kann das nur bestätigen: „Es ist ein ganz anderer Schuh, wenn man das Kleid an hat.“ Die Schwester der künftigen Braut denkt gleich weiter: „Wenn dann die Haare gemacht sind und das Gesicht geschminkt ist, wirkt es sicher noch schöner. Ich würde das Kleid auch gern anziehen.“

Sie wird Trauzeugin sein – und dann weitersehen. In dieser Woche 26 geworden, würde sie sich über einen Antrag auch ihres Partners freuen. „Da bin ich altmodisch“, sagt Maria Jahnke. Beide kennen sich wie das angehende Brautpaar seit 2009, haben eine gemeinsame Tochter (2) und wohnen in Mestlin, wobei er ebenfalls aus Vimfow stamme.

Die Geschichte von dem Brautkleid scheint nach mehr als einem Jahr einen schönen Abschluss zu finden. Aber, wer weiß...?

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erstellt am 14.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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