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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

04. Dezember 2016 | 15:20 Uhr

Mustiner Feuerwehr : Wunschfahrzeug kommt auf Kredit

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Mustiner Feuerwehr will sich nicht auf Zuschüsse von Kreis und Land verlassen, sondern strebt stattdessen eine Finanzierung an

Die Mustiner Feuerwehr soll noch in diesem Jahr endlich ihr lang ersehntes Neufahrzeug bekommen. Darin stimmen Wehr, Gemeinde , Amtswehrführer und das Amt Sternberger Seenlandschaft überein. Allrad-Antrieb soll es haben und Geländereifen, damit es auch in den weitläufigen Wäldern des Gemeindegebietes mit seinen fünf Ortsteilen problemlos zum Einsatz kommen kann. Und mindestens 3000 Liter Löschwasser muss es mitführen können. Denn: An Werktagen können die derzeit 17 Spezialkräfte aus der Mustiner Einsatzabteilung kaum allesamt aktiviert werden, weil die meisten von ihnen auswärts arbeiten. „Dann bei reduzierter Mannschaftsstärke eine Schlauchstrecke zum nächsten Hydranten mit Löschwasser verlegen zu müssen, ist kaum möglich“, erläuterte Wehrführer Michael Kunst bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonnabend.

Um sich ihren Traum zu erfüllen, sind Feuerwehr und Gemeinde zu einem Kunstgriff bereit: „Wir wollen das Neufahrzeug über einen Kredit finanzieren“, erklärte Bürgermeister Berthold Löbel. Bedenken der kommunalen Aufsichtsbehörde seien kaum zu befürchten, „weil die Gemeinde Mustin über Rücklagen verfügt“, zeigte er sich optimistisch. Stets um eine Co-Finanzierung durch Land und Kreis bangen zu müssen, „ist eine Schande“. Die Zuschüsse seien in ihrer Höhe und Terminierung äußerst unsicher. Wegen der Anschaffung des Löschfahrzeugs seien kommunale Investitionen – beispielsweise für den Wegebau oder die Sanierung des Dorfplatzes – keinesfalls gefährdet. „Wir sind bereit, bis an unsere Schmerzgrenze zu gehen“, bekundete Löbel. Für die Anschaffung des Tanklöschfahrzeugs spendierte der „Verein der Freunde der Feuerwehr Mustin“ erneut eintausend Euro. Der Förderverein wurde vor vier Jahren gegründet und zählt aktuell 21 Mitglieder. „Wir haben die Feuerwehr durch die Übernahme kultureller Arbeit spürbar entlastet“, bekundete der Vorsitzende Gerd Möller und verwies unter anderem auf die Organisation von Grillfesten Skatabenden und Radtouren.

2015 wurde die Mustiner Wehr gerade einmal für fünf Einsätze alarmiert:Vier Sturmschäden, ein (allerdings schwerer) Verkehrsunfall. „Die gerettete Frau hat sich danach bei uns ausdrücklich bedankt“, freute sich der Wehrführer. Kummer machte ein Einbruch im Gerätehaus, bei dem die beiden Motorsägen der Wehr entwendet wurden. „Die Ersatzbeschaffung hat über acht Wochen gedauert“, klagte Kunst.

Bürgermeister Berthold Löbel monierte, dass weder dem Wehrführer noch seinem Stellvertreter Christoph Renner nach mehr als einem Jahr ihrer ordnungsgemäßen Wahl immer noch nicht die Ernennungsurkunden vorliegen. „Ehrenamtliche verdienen mehr Respekt.“ Löbel mahnte an, künftige Anschaffungen zeitlich äußerst vorausschauend zu planen. Damit spielte er darauf an, dass die Mustiner Wehr für ihre Einsatzkräfte erst dann Taschenmesser beantragte, nachdem bei einem Rettungseinsatz eine Verletzte nicht sogleich vom Sicherheitsgurt befreit werden konnte.

Amtswehrführer Olaf Schröder lobte, dass die Mustiner Feuerwehr über sieben Atemschutzträger verfüge. Eckardt Meyer, im Amt Sternberger Seenlandschaft für die Feuerwehren zuständig, kündigte für 2016 gemeindeübergreifende Brandschutzbedarfspläne an. „Wir werden uns zunehmend gegenseitig aushelfen müssen.“ 2016 werde die Sternberger Wehr einen neuen Rüstwagen erhalten, Borkow und Hohen Pritz jeweils einen Mannschaftstransportwagen.

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erstellt am 15.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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