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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

26. September 2016 | 12:28 Uhr

Rothener Mühle : Viel Kultur in schöner Landschaft

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Tine und Wolf Schröter blicken auf eine interessante Sommerausstellung in der Rothener Mühle zurück.

Elf Aussteller und rund 2000 Besucher – Tine und Wolf Schröter blicken zufrieden auf ihre 21. Sommerausstellung in der Rothener Mühle zurück. Das idyllisch gelegene Anwesen liegt zwar in Sichtweite zu Rothen, wo mehrere Künstler ihre Werkstätten haben, gehört aber zur Gemeinde Mustin. „Besonders schön war“, findet die Gastgeberin, dass mit Lisa Kaufmann aus Glashagen bei Bad Doberan (Porzellan), der Güstrowerin Bettina Bauer und Annett Oberländer aus Wismar (beide Schmuck) drei Aussteller dabei waren, die erst seit wenigen Jahren im Beruf sind. „Sie kommen gerade vom Studium und trauen sich gleich in die Öffentlichkeit, das finde ich schon beachtlich“, so Tine Schröter. Selbst Kunsthandwerker – sie fertigt Unikatmode und Accessoires, Ehemann Wolf Flechtwerk und Möbel – seien alle Stücke gleichermaßen „respektvoll“ präsentiert worden.


Publikum insgesamt jünger geworden


Es habe zahlreiche interessante Gespräche gegeben, ob bei Vernissage und Finissage oder mit einzelnen Besuchern dazwischen. Das Publikum sei insgesamt jünger geworden, haben Schröters festgestellt, ein Trend, der sich seit einigen Jahren zeige. Und auch gemischter, wodurch ganz unterschiedliche Betrachtungsweisen eingebracht würden. „Es waren auch Familien mit Kindern dabei, die auf diese Weise an die Kunst herangeführt werden. Das ist wie kulturelle Bildung“, meint Tine Schröter und fügt lächelnd ein Beispiel an, das ihr sehr imponiert habe: „Einmal kam eine Familie mit drei Kindern, und diese durften sich eine Grafik für ihr Zimmer aussuchen.“ Sie hätten sich für den „Wolf“ von Barbara Wetzel entschieden. Die Bildhauerin, die in Katelbogen lebt und arbeitet, aber auch im Kinder-Jugend-Kunsthaus in Güstrow unterrichtet, hatte im Vorjahr ausgestellt und einige Arbeiten zum Verkauf in der Werkstattgalerie gelassen.

Neben Ausstellern, die in der Rothener Mühle seit Jahren zum Stamm gehören, und den schon genannten neuen Gesichtern seien sie sehr froh gewesen, Bilder eines so etablierten Künstlers wie Hans W. Scheibner, der in Maßlow bei Lübow lebt, zeigen zu können. Seine Themenvielfalt beeindrucke sie ungemein. Sicher polarisiere Scheibner, mancher Betrachter halte die Bilder für zu düster, andere verharrten nachdenklich davor und seien von der ausdrucksstarken Malerei fasziniert. Tine Schröter nennt ein Bild, das Scheibner nach einem des in Schwaan geborenen und dort in der Künstlerkolonie arbeitenden Rudolf Bartels (1872-1943) in seinem Stil nachgemalt und daher „ganz anders interpretiert“ habe. Das Original gebe es nicht mehr.

Für Tine Schröter steht nach der 21. Sommerausstellung fest: „Es ist eine gute Zeit, die Leute sind wach. So macht mir die Arbeit viel Spaß.“ Das hänge ihrer Meinung nach mit der Region zusammen, wo „alles persönlich“ sei, kein Massentourismus herrsche. Umso mehr seien Besucher dann überrascht, was es hier „etwas versteckt“ gebe. „Die Landschaft ist schön, die lieben alle, aber dass im Umkreis von Sternberg kulturell so viel zu entdecken ist, so viel Kunsthandwerk, das wissen vorher die wenigsten“.

Das Erdgeschoss in der Rothener Mühle ist längst frei gemacht für Besucher mit völlig anderem Interesse, denn die Mostzeit hat begonnen. Die reicht bis Mitte November, bevor am zweiten und dritten Advent die Wintergalerie mit Künstlern überwiegend aus der Region einlädt.

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erstellt am 19.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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