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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

05. Dezember 2016 | 19:36 Uhr

Von Sternberg bis Dabel : Verfolgungsfahrt und Straßensperre

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sternberger Polizei stellt nach elf Kilometern flüchtenden 64-jährigen Autofahrer in Dabel

Manch Zeitgenosse ist offensichtlich unbelehrbar. So beschäftigt ein 64-jähriger Autofahrer aus der Region die Sternberger Polizei immer wieder. Jüngster Vorfall der nach oben scheinbar offenen Gefährdungslage war am Dienstag eine Verfolgungsjagd samt Straßensperre über insgesamt elf Kilometern.

Ursprünglich wollte die Polizei den Mann in der Brüeler Chaussee von Sternberg kontrollieren, als dieser plötzlich aufs Gaspedal seines VW Pkw trat und über den Sternberger Mecklenburgring (B 104) und weiter auf der B 192 über Holzendorf bis nach Dabel flüchtete.

Die Beamten nahmen die Verfolgung auf und forderten zudem einen zweiten Streifenwagen als Verstärkung an. Blaulicht und Martinshorn sowie Anhaltesignale ignorierte der 64-Jährige. Zudem versuchte er laut Polizeisprecher Klaus Wiechmann, der gestern über den Vorfall informierte, „auf der Flucht mehrfach den Streifenwagen der Polizei abzudrängen. Verletzt wurde niemand dank der Umsicht der Beamten, die durch Bremsen und Ausweichen einen Zusammenstoß mit dem Fluchtwagen verhinderten“, so Wiechmann.

In Dabel durchbrach der Flüchtige dann auch noch die aufgebaute Polizeisperre, indem er sie umfuhr. Kurz darauf konnte er dann aber auf einem Dabeler Privatgrundstück gestellt werden. Dabei widersetzte er sich laut Polizeisprecher –, „zwei Beamte wurden an den Händen leicht verletzt“.

Gegen den 64-Jährigen wurde Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Gefährdung des Straßenverkehrs aufgenommen. Darüber hinaus stellte die Polizei die Fahrzeugschlüssel sicher.

Doch das hielt den 64-Jährigen bisher nie davon ab, sich unerlaubt ans Steuer eines Wagens zu setzen. Erst am 6. September dieses Jahres war ihm sein Führerschein nach einer Trunkenheitsfahrt von 1,65 Promille Atemalkohol sichergestellt worden. Die Sache lief nicht alltäglich ab, denn der Mann war seinerzeit wegen einer anderen Angelegenheit zur Vernehmung im Sternberger Polizeirevier vorgeladen worden. Mit besagten 1,65 Promille fuhr er vor und stellte seinen Pickup vor dem Dienstgebäude im absoluten Halteverbot ab.

Wenige Tage darauf, am 11. September, zog die Polizei den 64-Jährigen dann nach einem Zeugenhinweis auf der B 192 in der Nähe von Wendisch-Waren bei Goldberg aus dem Verkehr, weil er mit seinem Pickup ohne Führerschein unterwegs war.

Thorsten Kopf von der Staatsanwaltschaft Schwerin erklärte auf SVZ-Anfrage, dass es es immer auf den Einzelfall ankomme. Neben der „Gefährdung im Straßenverkehr“ könne mit Blick auf das mehrfache Andrängen des Streifenwagens auch der Tatbestand „versuchte Körperverletzung“ erfüllt sein. Auf alle Fälle handele es sich laut Thorsten Kopf bei der jüngsten Fahrerflucht des hartnäckigen Wiederholungstäters „um weitaus mehr als um eine normale Trunkenheitsfahrt“.  



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erstellt am 02.Nov.2016 | 14:29 Uhr

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