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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

04. Dezember 2016 | 09:12 Uhr

Hauseinbruch : Trauernde auch noch ausgeraubt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Einbruch in Diestelow bei Goldberg, Polizei prüft möglichen Zusammenhang mit Tat in der nahen Kleinstadt.

Bereits am vergangenen Freitagnachmittag wurde in einem Einfamilienhaus in Diestelow bei Goldberg eingebrochen. Neben Bargeld und Handys wurde auch Schmuck gestohlen. Zu dem Zeitpunkt befanden sich die Bewohner auf einer Beerdigung. Auf SVZ-Nachfrage bestätige der Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, Klaus Wiechmann, dass man prüfe, ob es einen Zusammenhang zu den Taten in Goldberg in der Nacht zuvor gibt. „Dieses könne man nicht ausschließen“, so der Sprecher. Die Kripo Ludwigslust ermittelt in dem Diestelower Fall, auch ein Fährtenhund kam zum Einsatz.

In Goldberg waren Unbekannte in der Nacht zu Freitag gewaltsam in ein Büro und eine Tierarztpraxis eingedrungen. Gestohlen wurde nach einer ersten Übersicht nichts. Beim Versuch, in eine weitere Arztpraxis einzubrechen, löste die Alarmanlage aus und verscheuchte die Täter. Die Polizei geht von einem Zusammenhang aller drei Taten aus.

In Diestelow, einem Ortsteil von Goldberg, war es in diesem Jahr bereits der dritte öffentlich bekannt gewordene Einbruch in Häuser bzw. einen Firmensitz. Was die Einbrüche in Einfamilienhäuser betrifft, so gibt es laut Wiechmann „ein relativ hohes Niveau“. Erst gestern meldete er einen Fall aus Goldenstädt vom Montagnachmittag. Nach einer ersten Übersicht stahlen die Täter hier nichts, offenbar seien sie gestört worden.

Aus dem Nordwestkreis wurde gestern der Einbruch in ein Lützower Geschäft für Gartentechnik durch die Polizei gemeldet. Der Vorfall ereignete sich bereits in der Nacht zum 29. Oktober. Der oder die unbekannten Täter erbeuteten technische Geräte im Wert von über 3000 Euro. Und in der Nacht zum Sonnabend waren „Langfinger“ in zwei benachbarte Einfamilienhäuser in Karow bei Dorf Mecklenburg eingestiegen (SVZ berichtete).

Dass die Täter keinerlei Skrupel kennen, beweist Diestelow. Zum Trauerfall kommt hier auch noch die Verarbeitung der Einbruchs-Folgen hinzu. Dem Ludwigsluster Polizeisprecher ist solch ein Fall „in den letzten Jahren“ nicht untergekommen.

Zuletzt wurde ein Hauseinbruch während einer Beerdigung im Juli aus Zurow (Amt Neukloster-Warin) gemeldet. „So was ist besonders verwerflich“, so Axel Köppen, Kriminalhauptkommissar der Polizeiinspektion Wismar, gegenüber SVZ. Von August bis Oktober 2016 gab es laut Köppen vier Wohnungseinbrüche im Amt Neukloster-Warin sowie derer sechs im Nachbaramt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen. Insgesamt seien laut Köppen die Wohnungseinbrüche in dem Zeitraum gegenüber dem Vorjahr rückläufig.


Deutschland: Anstieg um fast zehn Prozent


Laut MV-Landeskriminalamt (LKA) gab es in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2015 mit 1521 Wohnungseinbruchsdiebstählen etwas weniger Fälle als 2014. Allerdings registrierte die Polizei eine Zunahme der Einbrüche im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Mehr als vier von fünf Fällen werden laut LKA „von Tätern aus der Nachbarschaft oder aus dem übrigen MV begangen“. Die Aufklärungsquote bei Hauseinbrüchen liege laut MV-Innenminister Lorenz Caffier bei 31 Prozent (Jahr 2015).

Deutschlandweit gab es indes in dem Vergleichszeitraum einen Anstieg um 9,9 Prozent auf 167 136 Hauseinbruchsfälle einschließlich der Versuche. Die Aufklärungsquote lag bei 15,2 Prozent. Und lediglich 2,7 Prozent aller Einbrüche endeten auch mit einer Verurteilung.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 12:12 Uhr

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