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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

31. August 2016 | 16:24 Uhr

Neukloster : Still ruht der Brückenbau

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Firma insolvent: Offen, wann und wie es weitergeht an der L 101 in Neukloster

Nichts passiert derzeit bei der  Hopfenbachbrücke an der Landesstraße 101 in Neukloster, die bis September durch einen Neubau ersetzt werden sollte. Sollte  – denn die Fertigstellung steht in den Sternen. Bau ausführendes Unternehmen war die Lübzer Firma Dau mit ihrer Niederlassung in Ludwigslust, der „Dau Brücken- und Verkehrswegebau GmbH“.   Die Filiale  befindet sich in der vorläufigen Insolvenz. Die anderen Teile der Unternehmensgruppe Dau sollen nicht betroffen sein.

Bei der Bauberatung am vergangenen Donnerstag  informierte, so  Neuklosters Bürgermeister Frank Meier, das Straßenbauamt Schwerin   über die Insolvenz. „Seit einer Woche ist  hier nichts mehr passiert und die 14 Tage davor waren auch nur Spielkram. Das Straßenbauamt konnte uns nicht sagen, wie es weitergeht. Nur so viel war zu erfahren, die Sache gehe jetzt zum Landesbauamt nach Rostock“, so Meier.

Bereits zuvor hatte  Neuklosters Stadtoberhaupt die unterschiedlichsten Botschaften erhalten. Mal wollte das Straßenbauamt, so Meier, dass die Dau-Filiale „den ganzen Bau nicht weiter macht. 14 Tage darauf hieß es: ,Es geht weiter.‘“, beschreibt er das Hin und Her.

Gestern Vormittag  gegen 10 Uhr erreichte SVZ den Geschäftsführer der Dau Brücken- und Verkehrswegebau GmbH,  Jürgen Hustedt, am Telefon. Dieser erklärte, „dass der Insolvenzberater gerade vor Ort ist“ und er wegen des klingelnden Telefons nur kurz herausgekommen sei.  Die auf Brücken- und Verkehrswegebau spezialisierte Firma gibt es in Ludwigslust seit Frühjahr 1998  und beschäftigt laut eigener Homepage „rund 40 Mitarbeiter“.

Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde Bettina Schmudde aus Hamburg bestellt, die aktuell  auch mit der Millioneninsolvenz von German Pellets in Wismar (SVZ berichtete) betraut ist. Zudem war Schmudde   im Jahr 2011 bei der Abwicklung einer von  gleich mehreren Pleiten des aktuell  geschlossenen Sternberger Seehotels involviert.

Umleitung kann nicht aufgehoben werden

Was den Neuklosteraner Brückenbau betrifft, so ist man in der Stadt mit seinen knapp 3900 Einwohnern total sauer. „Der Baustopp wegen der Firmenpleite ist mehr als doof. Wir haben richtig einen gebraten gekriegt“, formuliert es der Bürgermeister drastisch. Der Straßenbelag auf der alten Hopfenbachbrücke ist entfernt, so dass hier jetzt ein tiefes Loch klafft.  Und der Hopfenbach fließt auch schon durch Rohre mit einem 800er-Durchmesser als Vorbereitung zum  Abriss der alten Brücke. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Ärgerlich: Durch das Loch auf der Brücke kann die zwei Kilometer lange Umleitung über die Goethestraße und das Gewerbegebiet  Hechtskuhl bis zur L 101 in Richtung Glasin (A20-Auffahrt Neukloster) und umgekehrt nicht aufgehoben werden.

Eigentlich sollte ab Herbst wieder freie Fahrt herrschen. Doch das ist jetzt Utopie. Neukloster scheint für ungewisse Zeit eine Baustelle zu drohen, auf  der nichts passiert.

„Für Firmen, die Arbeit suchen, ist diese Maßnahme bestimmt nicht uninteressant. Schlimm ist der elendige Zeitverlust“, betont Bürgermeister Frank Meier.

Höchstwahrscheinlich muss das Projekt neu ausgeschrieben werden. Dessen Volumen beläuft sich  laut Hilmar Peters, Sachgebietsleiter im Dezernat „Konstruktiver Ingenieurbau“ beim Straßenbauamt Schwerin, „auf ca. 600 000 Euro.  Die Tragfähigkeit der Brücke war nicht mehr gegeben und eine Sanierung wirtschaftlich nicht möglich.“

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erstellt am 08.Mär.2016 | 05:00 Uhr

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