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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

06. Dezember 2016 | 18:56 Uhr

Sternberg/Dabel : Sternberger Weihnachtsbaum steht

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Familie Schott aus Dabel hat eine schicke Blautanne zur Verfügung gestellt. Auf ihrem Grundstück wächst eine Vielzahl unterschiedlicher Bäume und Sträucher.

Ein Polizeiauto fuhr zur Absicherung vorn weg, bis der nicht alltägliche Transport den Sternberger Marktplatz erreichte. Dann dauerte es nur wenige Minuten, und der Weihnachtsbaum vor dem Rathaus war aufgerichtet. „Der sieht richtig hübsch aus“, befindet eine Passantin kurz im Vorübergehen. „Wunderschön, so gleichmäßig gewachsen“, meint später eine Frau, als bereits die Lichterkette angebracht wird.

Die Blautanne, die unten relativ weit auslädt, hat eine Höhe von etwa zwölf Metern, schätzt Dietmar Merseburger, Leiter des Bauhofs. Genau
gemessen hat er freilich nicht, mit der Zeit jedoch seine Erfahrung. Die Männer vom Bauhof stellen jedes Jahr den Weihnachtsbaum auf, den Transport übernimmt ebenso lange die Sternberger Firma Sandmann kostenlos, freut sich Merseburger.


Vor 25 Jahren als kleines Bäumchen umgesetzt


Das diesjährige Schmuckstück auf dem Markt stammt von Irmtraut und Hartwig Schott aus der Schillerstraße in Dabel. Ihnen war der Baum unweit von ihrem Einfamilienhaus zu groß geworden. Der überragte mittlerweile deutlich das Dach, das dadurch in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ihn einfach herunterzunehmen und für den Kamin klein zu machen, war er Schotts dann aber doch zu schade. Deshalb hätten sie ihn der Stadt als Weihnachtsbaum angeboten. Zwar werde der nicht bezahlt, „doch jetzt können sich wochenlang viele auf dem Markt daran erfreuen“, sagt die Dabelerin. Und die Truppe vom Bauhof sei „sehr freundlich und umsichtig“ gewesen, als sie die Tanne abnahm. Es werde zwar zunehmend schwieriger, jedes Jahr einen Weihnachtsbaum zu
beschaffen, so der Leiter des Bauhofs, doch bislang habe sich immer jemand gefunden, dem sein vor Jahrzehnten in zarter Größe gepflanztes Nadelgehölz im wahrsten Sinne des Wortes weit über den Kopf gewachsen und dann im Weg ist. Der jetzige Weihnachtsbaum stand schon einmal im Wege, mit zwei, drei Jahren allerdings noch recht klein. Der ältere Sohn und seine Frau bauten in der gleichen Straße ihr Eigenheim. Den jungen Baum einfach verschwinden lassen, das wollten Schotts auch nicht. Und da er in dem Alter ohne Problem umgesetzt werden konnte, wurde das gemacht – vor rund 25 Jahren, erinnert sich das Rentnerehepaar, das seit 1968 in Dabel lebt, im jetzigen Eigenheim seit 1982. „Ich kam 1961 als junge Lehrerin hierher und habe bis 2002 unterrichtet“, erzählt die 74-Jährige. Hartwig Schott zog es aus dem Raum Gadebusch zu seiner Angetrauten.


Eine Tanne heißt Rosi – nach einer Bekannten


Das große Grundstück, das rund 2500 Quadratmeter misst, bietet reichlich Platz für Anpflanzungen ganz unterschiedlicher Art. Und den nutzt das Ehepaar ausgiebig. Es seien bestimmt 50, 60 Bäume und Sträucher, habe mal jemand gemeint. „Daraufhin habe ich die zum ersten Mal gezählt und bin insgesamt auf 120 gekommen“, so Irmtraut Schott. Sie hätten vor Jahren in der Adventszeit bereits eine Küstentanne zur Verfügung gestellt. „Im Verlauf der Jahre war es auch ein Kommen und Gehen, so dass wir weit mehr als 120 gepflanzt haben“, fügt der Ehemann hinzu, „Nadel- und andere Ziergehölze, dazu viele Obstbäume und -sträucher.“ Der Walnussbaum trage jährlich rund 30 Kilogramm Früchte. „Dieses Jahr waren es sogar noch mehr. Das macht natürlich viel Arbeit, aber wir haben auch fleißige Helfer, vor allem Krähen und Elstern“, sagt der 77-Jährige lachend.

Eine Tanne heiße Rosi – nach einer Bekannten aus der Straße. Weil das Gehölz so krumm wuchs, „jedes Jahr eine andere Kurve“, sagt Irmtraut Schott lachend, habe die Frau es nicht mehr gewollt. Der Nadelbaum wächst zwar noch immer nicht gerade, hat aber schon eine stattliche Höhe erreicht und soll bleiben. Eine Drachenweide erinnere an den ersten Besuch gleich nach der Wende bei einem Ehepaar in Dänemark. Von drei mitgebrachten Zweigen habe einer Wurzeln ausgetrieben und sei prächtig gewachsen, „zwischen Weihnachten und Ostern in einer Vase sehr dekorativ“, so die Dabelerin. Winterschneeball und -jasmin verschönerten ebenfalls die eher kahle, frostige Zeit. Aus dem Nutz- soll ohnehin mehr ein Ziergarten werden, denn in ihrem Alter sei nicht mehr alles zu schaffen, sagen die Schotts.

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von
erstellt am 22.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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