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Landesstraße Ventschow-Warin : Radweg hängt in Warteschleife

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Bei der geforderten Trasse zwischen Ventschow und Warin gibt es weiter Ungewissheit. Nach der „Initiative Radweg L031“ macht auch der Amtsausschuss Neukloster-Warin Druck.

Bei dem Gruselwetter der letzten Tage denkt kaum jemand ans Radfahren. Doch das kann sich schnell ändern und dann wird wieder kräftig in die Pedalen getreten. Allerdings mit recht unterschiedlichem Vergnügen – die Landesstraße 031 zwischen Ventschow und Warin nimmt nur, wer unbedingt muss oder vorher nicht weiß, was ihn erwartet. Und das bringt die Anwohner in der Region immer mehr in Rage: Denn an den insgesamt 8,7 Kilometern zwischen den Ortschaften gibt es weiterhin keinen Radweg, die Straße aber ist kurvenreich und relativ schmal. Bei zwei Autos im Gegenverkehr wird es ganz eng, zumal über weite Strecken Leitplanken verhindern, als Radler auszuweichen. Und das als Teil des Europa-Radweges Hamburg-Rügen.


Zusage schon 2008 durch vorherigen Minister


Schon zweimal Anfang Oktober fand eine Fahrraddemo statt (wir berichteten). Und deren Organisatoren von der „Initiative Radweg L031“, die vor allem in der Gemeinde Bibow zu Hause sind, lassen auch dieses Jahr nicht locker. Inzwischen sind es zehn Mitglieder, die sich alle drei Monate in der Sakristei der Bibower Kirche treffen. Sie freuen sich über jeden neuen Mitstreiter. Nächste Zusammenkunft ist dort am Freitag, 7. April, um 18.30 Uhr.

Der schon lange geforderte und auch von höchster Stelle im zuständigen Ministerium zugesagte Radweg entlang der Landesstraße hängt in der Warteschleife. „Als wir 2008 mit dem damaligen Verkehrsminister Volker Schlotmann im ,Sandhasen‘ (Gaststätte in Warin/d. Red.) zusammensaßen, hat er fest versprochen, dass der Radweg bis spätestens 2015 gebaut wird. Das ist ziemlich lange her“, ärgert sich Hans-Jürgen Cayé, Wariner Stadtvertreter und Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins. Als Schlotmanns Nachfolger Christian Pegel die Landkreise aufforderte, die Reihenfolge für den Radwegebau festzulegen, rutschte der an der L 031 zu Gunsten der Küstenregion nach hinten. Pikanterweise ist der Vorsitzende des Ausschusses für Bau und Liegenschaften des Kreistages Nordwestmecklenburg, Frank Meier, hauptamtlicher Bürgermeister von Neukloster und Leitender Verwaltungsbeamter im Amt Neukloster-Warin. Er musste sich schon unbequeme Fragen gefallen lassen. So wollte Hans-Jürgen Cayé auf der Sitzung des Amtsausschusses in der Einwohnerfragestunde wissen, welchen Stellenwert der Radwegebau im Amtsbereich für ihn habe. Zuvor war die Ortsdurchfahrt Wangern auf der Insel Poel beinahe aus dem Nichts an die erste Stelle der Prioritätenliste gekommen, worauf auch Warins Bürgermeister Michael Ankermann mit Unverständnis reagierte. Der Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der um eine Stellungnahme zu der Prioritätenliste gebeten wurde, hat sich dafür ausgesprochen, die genannte Ortsdurchfahrt wegfallen zu lassen, weil es einen Radweg parallel zur Straße hinter den Grundstücken gebe. Beim ADFC rangiert Ventschow-Warin an zweiter Position hinter Rüting-Upahl.

Frank Meier hält entgegen, auf Poel sei „alles vorbereitet“, auch die meist komplizierte Grundstücksfrage geklärt, so dass losgelegt werden könne. Zur L 031 dagegen liege außer Voruntersuchung und Machbarkeitsstudie nichts vor. Zudem sei dort nur „eine mäßige Verkehrsbelastung“ registriert worden. Barbara Reimer von der „Initiative Radweg L031“ spricht indes von fertiger Planung, die „nur noch auf der Grundlage der neuen gesetzlichen Anforderungen an den Naturschutz“ geprüft werden müsse, wie sie im Oktober 2015 gegenüber SVZ erklärte. Welche der beiden Aussagen stimmt, muss abgewartet werden, denn im Straßenbauamt Schwerin ist seit Wochen niemand dazu erreichbar. Und aus dem Verkehrsministerium heißt es auf SVZ-Anfrage lapidar: „Die den Landkreisen übersandten Listen sind nicht als abschließend zu verstehen. Sie beschreiben eine Auswahl von Radwegen, bei denen eine zeitnahe Umsetzung aufgrund des Planungsstandes möglich wäre. Die Kreise konnten auch andere oder zusätzliche Planungen melden und Priorisierungen der Maßnahmen vornehmen.“ Die Entscheidung, welche straßenbegleitenden Radwege an Landesstraßen im Landkreis Nordwestmecklenburg mit dem Lückenschlussprogramm 2017-2018 realisiert werden, erfolge unter
Berücksichtigung der durch den Landkreis vorgenommenen Priorisierung zeitnah.

Es bestehe guter Kontakt zu dem Ministerium, sagt Reimer und nennt den Vornamen, als sie Minister Christian Pegel, ein SPD-Parteifreund, meint. Die Radweginitiative braucht allerdings noch reichlich Stehvermögen und möglichst viele Menschen an ihrer Seite. Auch der Amtsausschuss hat sich nach der Anfrage des Wariners Hans-Jürgen Cayés dieses dringenden Anliegens angenommen.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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