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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

02. Dezember 2016 | 21:05 Uhr

Sternberger Seenland : Qualitätstitel zum dritten Mal

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Naturpark Sternberger Seenland steigert die Punktzahl bei der Bewertung durch den Bundesverband. Alle sieben Naturparke in MV wurden ausgezeichnet.

Mit Qualität überzeugen, Urlaubern und Tagestouristen einen schönen Aufenthalt ermöglichen, aber auch Einheimischen Erholung in der unmittelbaren Umgebung bieten: Darauf zielt die „Qualitätsoffensive Naturparke“, die 2006 vom Verband Deutscher Naturparke e.V. (VDN) in enger Abstimmung mit seinen Mitgliedern entwickelt wurde und nun ihr zehnjähriges Jubiläum begeht. Der Naturpark Sternberger Seenland hat sich von Anfang an beteiligt und den Qualitätstitel, der jeweils fünf Jahre gilt, jetzt zum dritten Mal errungen.

Ein Katalog nach einheitlichen Kriterien enthält rund 100 Fragen zu fünf Handlungsfeldern, der vorab ausgefüllt werden muss, bevor ein vom VDN bestimmter Scout sich vor Ort umsieht. Bewertet werden die vier Säulen für einen Naturpark: Naturschutz und Landschaftspflege, Erholung und nachhaltiger Tourismus, Umweltbildung und Kommunikation, nachhaltige Regionalentwicklung, Management und Organisation.


Nach Fragenkatalog Scout von außerhalb


Die Urkunde, die im Ausstellungsraum des Wariner Naturparkzentrums für jedermann sichtbar hängt, wurde auf dem Deutschen Naturpark-Tag 2016 im Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland in Freyburg an der Unstrut überreicht. Die erhielten auch die weiteren sechs Naturparke in MV, darunter der in der Flusslandschaft Peenetal, der erst 2011 gegründet wurde und sich nun erstmals an der Qualitätsoffensive beteiligte.

Für das Sternberger Seenland gab es 336,5 Punkte. Es wurden zwar keine 350, mit denen der stellvertretende Naturparkchef Jan Lippke liebäugelte, nachdem er den Fragenkatalog ausgefüllt hatte und der Scout vor Ort war, doch es gelang erneut eine deutliche Steigerung der Punktzahl gegenüber vor fünf Jahren, als es 304 waren.
Minimum sind 250, Maximum 500 Punkte. Letztere seien noch nie erreicht worden, „doch dass man sich verbessert, das sollte schon so sein“, meint Lippke, der auf dem Naturpark-Tag auch für sich selbst eine Urkunde in Empfang nehmen konnte – für zehn Jahre Naturparkscout. Als solcher dürfe er freilich nicht in den heimischen Gefilden tätig werden. Doch dass er woanders regelmäßig zum Einsatz komme und zudem vom Bundesverband als Berater in Schleswig-Holstein angefordert worden ist, sieht Lippke als Beleg für gute Erfahrungen im Wariner Naturpark. Begleitet von einem Planungsbüro, hoffe er, „was einbringen zu können“.

Scout im Sternberger Seenland war Anfang Juli Michael Puschmann, Geschäftsführer im Naturpark Schwalm-Nette, der in Nordrhein-Westfalen an der deutsch-niederländischen Grenze liegt (wir berichteten). Er war sichtlich beeindruckt von der freiwilligen Vereinbarung, nach der die meisten Kanu-Anbieter an Warnow und Mildenitz bei einer Wassertiefe unter 30 Zentimetern keine Boote ausgeben, damit die streng geschützte Bachmuschel nicht weiter gestört wird. Hier im Grund der Flüsse hat sie noch eine der wenigen nennenswerten Verbreitungsgebiete. In der zweiten Septemberhälfte kam die freiwillige Vereinbarung nach der langen Trockenheit auch tatsächlich zur Geltung – das erste Mal in diesem Jahr Stopp für Paddler im Warnow-Durchbruchstal von der Brücke Groß Görnow bis Klein Raden. Zur Qualität gehöre ebenso eine Einweisung der Freizeitkanuten, wie sie von den meisten Anbietern vorgenommen wird.


Ziel: In fünf Jahren noch bessere Bewertung


Umweltbildung, ob zahlreiche Aktionen in Schulen und Kindertagesstätten oder Vorträge sowie Informationsstände bei großen Festen und anderen Veranstaltungen in der Region und darüber hinaus, sowie das komplett erneuerte Infosystem bringen Punkte. Positiv bewertet, so Jan Lippke, wurde auch die Arbeit der Ranger, aber die Geschäftsstelle sei unterbesetzt. Die Empfehlung von vier Stellen und damit eine Verdopplung hält Lippke indes für illusorisch. „Das wird nicht passieren.“ Eher schon der Aufbau eines Netzwerkes mit Partnern in Hotellerie und Gastronomie in der Region. „Das würden wir selbst gern. Auf Rügen gibt es so was, Anfänge auch im Müritz-Nationalpark, aber dort sind die Voraussetzungen ganz anders. Bei uns ist das noch nicht zu schaffen, aber so ein Netzwerk, das regionale Angebote und Produkte einbezieht, bleibt auch hier ein Ziel“, so Lippke.

Der Qualitätstitel gilt nun weitere fünf Jahre. Dann soll er erneut verteidigt werden – natürlich mit noch mehr Punkten.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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