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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

10. Dezember 2016 | 17:35 Uhr

Sternberg : Prachtbaum im Wohngebiet

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Platane in der Sternberger Karl-Marx-Straße trägt reichlich Früchte. Saatgut wird davon allerdings nicht gewonnen.

Mit vollem Laub wirkt der Baum noch stattlicher; die Zweige hängen fast bis auf die Erde. Dann steht am Stamm eine Bank, auf der Jung wie Alt sitzt und einen schattigen Platz findet. Jetzt ohne Blätter zeigen sich reichlich Früchte an dem Baum. Unser Leser Jochen Engmann hat uns auf diese Platane mit ihrer prächtigen Krone aufmerksam gemacht. Sie steht genau gegenüber seinem Hauseingang in der Sternberger Karl-Marx-Straße. Sicher nehme der voll belaubte Baum bei der jetzigen Größe den Räumen zu seiner Seite Licht, doch nehme er das gern in Kauf und erfreue sich an dem üppigem Grün. Zumal das noch reichlich Sauerstoff erzeuge und so die Luftqualität verbessere. Es wäre doch auch denkbar, macht Engmann sich Gedanken, von so einem schönen Baum Saatgut zu gewinnen, damit es einmal viele Nachkommen von ihm gebe.

Die Wohnungen in dem Viergeschosser gehören zur Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft (AWG) Sternberg-Dabel-Brüel. Wir fragten Geschäftsführer Sven Parwulski, ob er weiß, wie alt die Platane sein könnte. Dieser muss passen, vermutet aber, dass der Baum einst von Mietern gepflanzt wurde. Die Häuser seien 1977/1978 gebaut worden, und die Platane könnte wenig später in den Boden gekommen sein.

In Sachen möglicher Saatgutgewinnung wandten wir uns zunächst an das Forstamt Schlemmin, das unter anderem den Sternberger Stadtwald bewirtschaftet. „Bei uns auf dem Gelände stehen auch Platanen. Zur Gewinnung von Pflanzgut werden die nicht genutzt“, sagt Gabriele Möller, stellvertretende Forstamtsleiterin. Mit ihren hübschen Blättern seien sie aber wahrlich eine Augenweide. Ebenso der Stamm, wenn die Borke jährlich in dünnen Platten abblättere und ein typisches Mosaik aus weißlichen und grünlichen Bereichen hinterlasse.

Für die Saatgutversorgung in der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern sei ausschließlich deren Forstsamendarre in Jatznick ganz im Osten des Landes im Landkreis Vorpommern-Greifswald zuständig. Deren Leiter Eberhard Behrendt stellt klar, dass Saatgut „nur von anerkannten Saatgutbeständen“ genommen werde, und zwar laut Forstvermehrungsgutgesetz von 27 Baumarten. Die Palette reiche von Eiche und Buche über Lärche und Tanne bis etwa Rosskastanie. Die Platane steht nicht auf der Liste. „Ausnahmsweise“, so Behrendt, werde zur Erhaltung der Genreserve auch mal von einem Solitärbaum Saatgut genommen, aber der müsse dann schon eine Besonderheit sein. Als Beispiel nennt der Leiter der Forstsamendarre die Ivenacker Eichen. Die Platane in der Karl-Marx-Straße erfreut aber weiter die Sternberger.

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erstellt am 02.Dez.2016 | 12:00 Uhr

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