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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

29. Mai 2016 | 23:03 Uhr

Witzin : Pflanzaktion für beliebten Lehrer

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

In Witzin wird ein besonderes Klassentreffen vorbereitet.

Das waren noch Zeiten, als es in Witzin eine Schule gab, die über Jahrhunderte Bestand hatte. Mehrere Generationen von Lehrern bildeten und erzogen an dieser Bildungsstätte Schüler und bereiteten sie so optimal auf das Leben vor. Einer der gleich mehrere Schülergenerationen in Witzin besonders prägte, war die sehr geachtete Lehrerpersönlichkeit Walter Bölckow (1898-1978). Eine Klasse des Abschlussjahres 1952 veranstaltet nun in diesem Jahre 2016, am 7. Mai, ihr 20. Schülertreffen in Witzin. Es wird aus Altersgründen das letzte Treffen in dieser Form sein.

Altlehrer Bölkow hat durch sein pädagogisches Wirken an der Witziner Schule Geschichte geschrieben. Obwohl er ein, nach heutiger Sicht, Vertreter ehemaliger Erziehungsmethoden war, leistete er nahezu Vorbildliches für die Entwicklung ganzer Schülergenerationen. Ein besonderes Verdienst kommt seiner Lehrarbeit nach dem Kriege zuteil. Er behandelte Kinder aus allen sozialen Schichten gleichrangig, bevorzugte niemanden und verstand es, die durch Kriegswirren entstandenen weiten Altersunterschiede an seiner Schule auszugleichen. So setzte er z.B. im Januar 1946 durch, dass auch bereits neun- und zehnjährige Kinder von Vertriebenen ihre erste Unterrichtsstunde in einer ersten Klasse aufnehmen konnten. Viele Schüler erreichten mit seiner Hilfe, trotz unverschuldeter Defizite mit großen Anstrengungen den Abschluss der Grundschule, erwarben somit die nötigen Grundlagen für eine weiterführende Berufsausbildung, das Abitur oder absolvierten danach ein erfolgreiches Studium.

Mandolinengruppe Sein positives Wirken ist in vielen generationsweiten Überlieferungen heute noch sichtbar. Seine Vorliebe für eine strenge Disziplin und Höflichkeit, die Heimatkunde, Biologie und vor allem die Musik, haben bei vielen damaligen Schülern positive Spuren hinterlassen, die heute noch zu erkennen sind. Denn die Idee, an seiner Schule in den 1950er-Jahren eine Mandolinengruppe zu gründen, hat in Teilen bis heute, nach 60 Jahren, noch Bestand.

Auch sein weitsichtiger Deutsch-Grammatik-Unterricht führte zu hoher Achtung und Anerkennung unter den damaligen Schülern. Walter Bölckow war ein gerechter und hoch geachteter Lehrer. Sein Vorbild als Mensch und Lehrer ließ bei vielen Abgängern der Witziner Schule den Wunsch aufkommen, selber einmal Lehrer zu werden.

Einige seiner ehemaligen Schüler wollen ihm zu Ehren am 7. Mai 2016 im Witziner Dorfzentrum in privater Aktion eine Linde pflanzen. Alle Interessierten sind zu diesem symbolischen Anlass jetzt schon herzlich eingeladen. Die Pflanzung beginnt um 14 Uhr. Es folgt ein abschließender Dorfrundgang mit nachfolgender zwangloser Gesprächsrunde bei einer Tasse Kaffee sowie einem gemeinsamen Abendessen in der Gaststätte „Murmel“ in Witzin. Um rechtzeitige Information über mögliche Teilnahmen wird gebeten.  

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