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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. Januar 2017 | 21:25 Uhr

Gallentin : Panne beim Bahnübergangs-Bau

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Halterungen für die Schranken sollen in Gallentin zu dicht am Gleis errichtet worden sein. Sperrung nun bis 12. Oktober verlängert

Der Bahnübergang im Bad-Kleiner Ortsteil Gallentin sollte ab 29. September, 18 Uhr, wieder frei sein. Eigentlich. Tatsächlich bleibt er gesperrt. „Bis voraussichtlich 12. Oktober“, so ein zur Absicherung des Bahnübergangs auf der eingleisigen Regionalstrecke von Bad Kleinen nach Lübeck in seinem Dienstwagen wartender Mitarbeiter der RBD Bahndienstleistungen GmbH mit Sitz in Bentwisch. Es gebe technische Probleme, teilte er gegenüber SVZ am vergangenen Sonntag mit. Mehr war von ihm nicht zu erfahren.

Dabei wies an der Bundesstraße 106 – in Richtung Schwerin, kurz vor der Kreuzung nach Bad Kleinen – auch am Sonntag noch das Hinweisschild mit Sperrungsende am 29. September hin. Doch in Bad Kleinen stand in Richtung Gallentin weiter das Sackgasse-Schild.

Laut SVZ-Informationen soll die Ursache der Bauverzögerung sein, dass die Haltevorrichtungen für die Schranken zu dicht ans Gleis gebaut worden sein sollen. „Davon habe ich auch gehört“, erklärte Bad Kleinens Bürgermeister Joachim Wölm dazu gestern auf SVZ-Nachfrage. Zugleich bestätigte er die verlängerte Sperrung des Bahnübergangs bis 12. Oktober. Eine Anfrage bei der Pressestelle der Deutschen Bahn in Berlin blieb gestern unbeantwortet.

Bis 12. Oktober bleibt Gallentin zweigeteilt. Außer Versorgungsfahrzeugen, Bus- und Pizza-Fahrer kommt hier offiziell keiner rüber – auch wenn kein Zug kommt. Die Umleitung von Gallentin nach Gallentin führt über Bad Kleinen und die B 106 bis Zickhusen und von da in den abgeschnittenen Teil von Gallentin und umgekehrt.

Bei den aktuellen Bahnübergangsproblemen im Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen kommt unwillkürlich ein anderer, Jahre zurückliegender Fall aus Nordwestmecklenburg in Erinnerung – die für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge gedachte Brücke über die A 14 bei Kahlenberg, Gemeinde Zurow.


A14-Brücke war gar ein Fall fürs „Schwarzbuch“


Der Fall sorgte einst deutschlandweit für Schlagzeilen und fand sich auch im 2006er-„Schwarzbuch“ des Bundes der Steuerzahler wieder. Mit 3,50 Meter Breite ist die Brücke einfach zu schmal für moderne landwirtschaftliche Traktoren und andere Technik geraten. So erreicht ein Landwirt aus Kahlenberg seine Felder nur über kilometerlange Umwege. Die Fehlplanung führte nicht nur zu einer juristischen Auseinandersetzung zwischen dem Bauern und der Straßenbauverwaltung.

Parallel zur Autobahn wurde zudem ein landwirtschaftlicher Nutzweg zwischen einer passierbaren und der unpassierbaren Brücke angelegt. Und der Landwirt erhält auch noch eine Kilometerpauschale.

Alles billiger, als etwa die zu schmale Brücke abzureißen und eine breitere, Landwirtschaftstechnik gemäße an der Stelle neu errichten zu wollen. So gesehen sind die „technischen Probleme“ am Gallentiner Bahnübergang vergleichsweise ein kleiner Fisch.  

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erstellt am 06.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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