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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

07. Dezember 2016 | 09:35 Uhr

Unfallschwerpunkt bei Dabel : Neuer „Blitzer-Panzer“ im Test

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim setzt am Dabeler Straßenknoten erstmals ein neuartiges mobiles Hightechgerät ein. Das ist zugleich ein Test für eine stationäre Messsäule an dem Unfallschwerpunkt.

Die so genannten Starenkästen zur Geschwindigkeitskontrolle haben größtenteils ausgedient. Der in Brahlstorf gehört zu den Ausnahmen in der Region. Die stationäre Messung erledigen neuerdings Säulen. Aber auch für den mobilen Einsatz wird ständig hochmoderne Technik entwickelt. Ein neuartiges Hightechgerät steht seit Donnerstag an der Kreuzung von B 192 und Landesstraße 16 bei Dabel. Und seitdem ist der Standort bei den Blitzermeldungen gebongt. Die neuartige Messeinrichtung wird zum ersten Mal im Landkreis Ludwigslust-Parchim eingesetzt. Ganz nebenbei: Auf weniger als einem Kilometer wechselt hier das erlaubte Tempolimit zwischen 50 km/h in der Ortschaft, dann darf Tempo 100 gefahren werden, bevor kurz darauf 80 und 60 km/h folgen.


Hochleistungsbatterien und gepanzerte Hülle


Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, es handelt sich um eine mobile Messung, betont Manfred Sprinz, Leiter der Stabsstelle für Verkehrsüberwachung im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Den Enforcement-Trailer kann fast jedes Fahrzeug mit Anhängerkupplung bewegen. Ein eigener, ferngesteuerter Antrieb ermöglicht die einfache und genaue Ausrichtung des Gerätes. Am Messstandort lässt sich der Trailer vollständig auf den Boden absenken, so dass er wie ein klobiges Ungetüm wirkt, doch so dürften ihn Unberechtigte schwerlich bewegt bekommen. Eine gepanzerte Hülle und ein Alarmsystem schützen die Technik zudem vor Vandalismus.

Mit Hochleistungsbatterien soll fünf Tage lang ein ununterbrochener Betrieb gesichert sein. Das moderne Gerät kann die Geschwindigkeit auf mehreren Fahrspuren gleichzeitig erfassen und variable Begrenzungen sowie Durchfahrtsverbote nach Uhrzeit und Fahrzeugklasse überwachen. Allein ein Satz Batterien kostet indes 15 000 Euro, nennt Sprinz nur mal einen Anhaltspunkt. Doch der Landkreis miete solche Messgeräte. „Dadurch sind wir technisch immer auf dem neuesten Stand.“ Eine eigene Anschaffung sei finanziell nicht vertretbar, da „maßvoll mit Steuergeldern“ umgegangen werden müsse, so Sprinz. In diesem Jahr hat der Landkreis 900 000 Euro für Dienstleistungen zur Verkehrsüberwachung geplant, 200 000 Euro mehr als 2015.

Der Einsatz sei zunächst füreinen Monat vorgesehen, um Erfahrungen mit dem neuen Blitzer zu sammeln. Auch für den jetzigen Standort sei es ein Test, fügt Sprinz an. Denn im vorigen Jahr hatte die Verkehrsunfallkommission des Landkreises den Straßenknoten bei Dabel als Schwerpunkt eingestuft und entschieden, einen stationären Blitzer aufzustellen. Tatsächlich hat es dort wiederholt gekracht, leider auch mit tödlichen Folgen.


Sicht für Autofahrer nicht beeinträchtigen


Umso mehr fragen sich Autofahrer nun allerdings, warum das neue Hightechgerät nicht gut sichtbar aufgestellt und damit der Druck verstärkt wird, das Tempolimit an dieser gefährlichen Stelle einzuhalten, sondern beinahe versteckt an einer immergrünen Hecke. „Alles, was mit Verkehrssicherheit im Landkreis zu tun hat, war vor Ort. Wir hatten überlegt, das Gerät näher an dem Knoten aufzustellen. Das würde sich anbieten, weil dort eine freie Fläche ist. Doch wir kämen in das Sichtdreieck, so dass die Verkehrssicherheit, die wir verbessern wollen, beeinträchtigt wäre“, erklärt Sprinz. „Wo der Trailer jetzt steht, ist er aus dem Sichtdreieck heraus.“ Und die Hecke solle noch ein wenig zurückgeschnitten werden, damit Autofahrer den Blitzer besser sehen.

Indes sei die Kreuzung seit einiger Zeit „völlig unauffällig“. Das komme öfter vor, sagt der Leiter für Verkehrsüberwachung, dass irgendwo ein Unfallschwerpunkt entstehe, dann aber längere Zeit nichts passiere. Der mobile Blitzer soll nun Aufschluss geben, ob er das Verhalten der Verkehrsteilnehmer an der Kreuzung spürbar beeinflusst und eine stationäre Messung Sinn machen würde, bevor es dort möglicherweise wieder häufig kracht. Eine Säule, die die Sicht der Autofahrer weniger behindert, würde näher an den Knoten kommen und damit sicher deutlich mehr Akzeptanz finden als Blitzer, die halbwegs versteckt und getarnt sind.

Wir wissen, die Meinungen darüber gehen auseinander, und fragen deshalb Sie, liebe Leser: Sollten Blitzer gut sichtbar stehen oder vielleicht doch getarnt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an Sternberg@svz.de.

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von
erstellt am 11.Mär.2016 | 21:00 Uhr

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