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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

08. Dezember 2016 | 03:02 Uhr

Sternberg : Neue Lutherbibel zum Jubiläum

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das überarbeitete Werk wird beim Reformationsempfang der Nordkirche in Sternberg übergeben. Die ist der Auftakt zum Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“.

Die überarbeitete Lutherbibel steht im Mittelpunkt des Jahresempfangs der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Sprengel Mecklenburg und Pommern. Die Veranstaltung der Nordkirche mit den Bischöfen Dr. Andreas v. Maltzahn aus Schwerin und Dr. Hans-Jürgen Abromeit aus Greifswald sowie dem Präses der Landessynode Dr. Andreas Tietze findet am Reformationstag, 31. Oktober, in Sternberg statt. Ein Vortrag Abromeits unter dem Titel „Die Lutherbibel – das Original unter den deutschen Bibeln“ gibt den Auftakt zum Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“, das 2017 gefeiert wird.


An Sagsdorfer Brücke zur Reformation bekannt


Mit diesem Empfang findet die Sternberger Reformations-Gedächtnis-Kirche die ihr angemessene Wertschätzung, sagt Pastorin Katrin Teuber. 1549 bekannte sich der Ständische Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg zur Reformation, nachdem die Bewegung von 1517 an auch bald Mecklenburg erreicht hatte. Ein Fresko des in Mecklenburg geborenen Malers Prof. Fritz Greve (1863-1931) in der Turmhalle der Stadtkirche stellt das historische Ereignis dar. Es entstand 1896 im Zuge der ein Jahr zuvor begonnenen Restaurierung der Kirche. In der Südwand des Bauwerks gibt es ein der Reformation gewidmetes Fenster. An der Sagsdorfer Brücke erinnert ein Gedenkstein.

Bilder von Martin Luther gebe es in mehreren Kirchen, das Fresko in der Turmhalle aber sei einmalig, sagt Katrin Teuber voller Stolz. Seit etwa dreieinhalb Jahren Pastorin in Sternberg, sei der Reformationsempfang der Nordkirche am Montag auch für sie persönlich ein Höhepunkt.

Bei Reformationsgedenken und Feier sieht Teuber den ökumenischen Schwerpunkt, „fern von der Heroisierung Luthers wie in Jahrhunderten zuvor“. Es gebe „mehr Verbindendes als Trennendes“ zwischen den Kirchen. „An der Basis arbeiten wir eng zusammen“, so Teuber. Sie hält die Frage für wichtig: Was feiern wir genau? Die Antwort sollte sich in inhaltlicher Beschäftigung mit Luthers Anliegen finden. Die Bibel habe im Zentrum seiner Arbeit gestanden. Doch das damalige Anliegen, als der christliche Glaube das gesamte Leben bestimmte, ist nicht das von heute, so die Pastorin. „Die Frage, mit der Luther sich beschäftigte, wie bekomme ich einen gnädigen Gott, steht nicht mehr.“ Deshalb gelte es zu überlegen, „was uns das heute sagt“. Sie wisse, so die Pastorin, „das ist nicht leicht, weil wir in einer anderen Welt leben; es liegen 500 Jahre dazwischen“. Teuber denkt an „Besinnung auf die biblischen Grundlagen“. Das Wissen sei „nicht so verbreitet“. Es sollte neu entdeckt werden, auch was kritisch zu sehen sei. „Es gibt schwierige Themen, wie Luther und der Bauernkrieg oder Luther und die Juden. Das wird nicht mehr ausgeblendet wie früher.“

Die Sternberger Pastorin freut sich auf die überarbeitete Lutherbibel. Sie möchte, dass die evangelischen Christen wissen, „was hat er geschrieben, was wollte er ausdrücken“. Thematische Veranstaltungen und Gesprächskreise werden sich mit Schriften Luthers beschäftigen. Gestern Abend war der Auftakt dazu, am 23. November um 19 Uhr ist der nächste Gesprächskreis geplant, dann mit Mitchell Grell, seit kurzem Pastor der Pfarrkirchengemeinde in Güstrow.

Passend zum Reformationsjubiläum ließ die Stadt den Gedenkstein an der Sagsdorfer Brücke „schön herrichten“, so die Pastorin. Der Sternberger Steinmetz Dieter Bohnhoff erneuerte auch die Schrift. Die hatte erstmals sein Großvater Friedrich Bohnhoff aufgebracht. Der Findling, vom Besitzer des Rittergutes Groß Görnow gestiftet und vom Maschinenfabrikanten Friedrich Gülker mittels Seilzugmaschine vier Kilometer an seinen Standort befördert, wurde am 28. Juni 1931 aufgestellt.


Kaffee und Kuchen, Predigt und Empfang


Zum Reformationsempfang an diesem Montag lädt die Kirchengemeinde um 16 Uhr zu Kaffee und Kuchen in die Winterkirche ein. Um 17 Uhr hält Bischof Dr. v. Maltzahn die Predigt. Dazu werden Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien, Verbänden und Vereinen des Landes und den Kirchen erwartet. Musikalisch gestaltet wird die Stunde durch das Purcell Brass Consort unter Leitung von Christof Koert und Christof Munzlinger an der Orgel. Danach beim Empfang im Hotel „Dreiwasser“, das für die Veranstaltung öffnet, spricht Bischof Dr. Abromeit zur Revision der Lutherbibel 2017 und übergibt im Namen der Nordkirche Staatssekretär Nikolaus Voss als Vertreter der Landesregierung ein Exemplar. Grußworte sprechen Erzbischof Dr. Stefan Heße, Hamburg, für die Katholische Kirche und Sternbergs Bürgermeister Armin Taubenheim. Die Veranstaltung ist öffentlich.

 

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erstellt am 26.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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