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Serie „Sternberger Kuchen“ – Teil 19 : Nautilus – auch das Perlboot genannt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Name Nautilus weckt unwillkürlich Erinnerungen ans fiktives Unterseeboot von Jules Verne.

Die ausschließlich im marinen Bereich lebenden Kopffüßer (Cephalopoden), die umgangssprachlich auch als Tintenfische bekannt sind, stellen die höchstentwickelte Klasse im Stamm der Weichtiere (Mollusca) dar.

Eine Gruppe der Kopffüßer sind die zu den Alttintenfischen zählenden Nautiloideen, die eng mit den am Ende der Kreidezeit ausgestorbenen Ammoniten verwandt sind und sich ebenfalls durch äußere, gekammerte und kalkige Gehäuse auszeichnen. Ihre Blütezeit erreichten sie bereits im Erdaltertum (Ordovizium) vor ca. 500 Millionen Jahren. Mit einer großen Arten- und Formenvielfalt (ca. 160 Familien mit 2500 Arten) im Erdaltertum gestartet, geht die Artenanzahl der Nautiloideen im weiteren Verlauf der Erdgeschichte kontinuierlich und zum Teil extrem zurück. In der bis heute einzig überdauerten Familie der Perlboote (Nautilidae), die auch als „lebende Fossilien“ bezeichnet werden, existieren nur noch sechs, aktuell stark vom Aussterben bedrohte Arten.

Anfangs mit gerade gestreckten, gekammerten Gehäusen, die nach fossiler Überlieferung eine Länge bis acht Metern erreichen konnten, variierte der Grundtyp in der weiteren Entwicklung von gedrungenen, gekrümmten und teilweise eingerollten Formen bis zur vollständigen, im Längsschnitt einer logarithmischen Spirale entsprechenden Einrollung. Die eingerollte Form lässt sich sehr gut an dem in der unteren Abbildung gezeigten Gehäuse (Sammlung Thiede, Parchim) einer heute in tropischen Bereichen des Indopazifiks verbreiteten Art (Nautilus pompilius) erkennen.

Bereits im Oligozän (28 bis 24 Millionen Jahre), der Bildungszeit des Sternberger Gesteins, waren nur noch wenige Gattungen in den Weltmeeren vertreten. Entsprechend selten sind fossile Überreste zu finden.

Als echte Raritäten sind im Verlauf der letzten zwanzig Jahre bisher nur fünf Gehäuserelikte von Nautiliden im „Sternberger Kuchen“ aus der Kiesgrube Kobrow bekannt geworden.

Die obige Abbildung, ein in Kobrow gefundenes Handstück aus der Sammlung Andreas Grant, Schwerin, zeigt ein in Sediment eingebettetes, etwa sieben Zentimeter hohes, quer geschnittenes Gehäuse eines Nautilus (vermutlich Aturia sp.). Sehr schön lässt sich an diesem Stück die Kammerung, die perlmutterige Innenschale und das für Nautiliden typische, innere so genannte Siphonalrohr erkennen.

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erstellt am 17.Mär.2017 | 05:26 Uhr

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