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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. September 2016 | 14:16 Uhr

Seehotel Sternberg : Mit neuem Konzept und Namen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

In Sternberg gibt es künftig das Hotel & Restaurant Dreiwasser, in dem sich Übernachtungsgäste und Einheimische gleichermaßen wohl fühlen sollen.

Er stammt von der Insel Poel, ist bodenständig und seit 30 Jahren in Wismar in der Gastronomie tätig. Jetzt übernimmt Jörg Broscheit, wie kurz berichtet, mit seiner Lebensgefährtin Antje Zscherpe das bisherige Sternberger Seehotel, das seit Anfang des Jahres geschlossen ist. Er sprüht vor Enthusiasmus, hat „richtig Lust es hinzukriegen“, dass das Hotel, das den Sternbergern einst als Kulturhaus ans Herz gewachsen ist, wieder lebt und ihnen wie Urlaubern nach der Pleitenserie der letzten Jahre gleichermaßen vertraut wird.

Unter dem Namen „Dreiwasser“ wird es ein Garni-Hotel, das heißt, Übernachtungsgäste können lediglich mit Frühstück buchen. Wollen sie zu Abend essen, müssen sie wie jeder außer Haus für die gewünschte Zeit Plätze reservieren. Damit wird das Ärgernis aus der Vergangenheit
vermieden, als Einheimische trotz freier Tische im Restaurant abgewiesen wurden, weil die für Hausgäste mit Halbpension, die zu beliebiger Zeit zum Abendessen kommen konnten, frei gehalten wurden. In der Woche soll das Restaurant abends geöffnet sein, am Wochenende ab Mittag.

Raum auch für kleinere Familienfeiern


Zudem wird es geteilt und vom hinteren Raum einen Zugang zu einer Bierterrasse geben. „Es soll kein üblicher Biergarten sein, sondern einer mit besonderem Flair, mit viel Grün und Blick auf den See“, schwärmt Broscheit förmlich. Der Bereich erhält zusätzlich Toiletten. Die veränderte Aufteilung soll auch kleineren Familienfeiern Raum bieten. Bei Bedarf lässt sich das Restaurant im Ganzen nutzen, erklärt Broscheit.

Das einstige Vier-Sterne-Haus präsentiert sich künftig als Ringhotel. Das ist keine Kette, sondern ein Verbund von derzeit 130 Häusern in ganz Deutschland, die vor allem drei Anforderungen zu erfüllen haben: Sie müssen Familien geführt sein, regionales Essen anbieten und gleiche Qualitätsstandards. Inhaber von RinghotelsCard oder auch Gäste, die diese Kriterien kennen, wüssten somit vorher, was sie erwarten können.

Schon bei den bevorstehenden Baumaßnahmen halten sich die neuen Sternberger Hoteliers an die Qualitätsstandards. So sollen Räume multifunktional nutzbar sein, für kleine Seminare, aber auch als Rückzugsort für die Hausgäste. Die Bibliothek aus dem „Schlossgut Dreiwasser“ in Golchen, das das Paar vor gut zwei Jahren eröffnet und
damit das bis dahin privat genutzte Herrenhaus jedermann zugänglich gemacht hat, wechselt in das Hotel. Im Erdgeschoss werden Zimmer
behindertenfreundlich ausgebaut. Schallschutz soll gewährleisten, dass Logiergäste keinen Grund zur Beschwerde haben, wenn im Saal gefeiert wird. Ob der schon in der bevorstehenden Karnevalssaison zur Verfügung steht, will Broscheit sich derzeit nicht festlegen. „Das hängt vom Stand der Bauarbeiten ab. Danach ganz bestimmt.“ Den Anfang mache die energetische Sanierung. Die Energiekosten hätten bei 100 000 Euro pro Jahr gelegen.

Nicht nur Bibliothek und Inventar vom Schlossgut in Golchen bringen die neuen Hausherren mit nach Sternberg, auch den Namen, zumal der des Seehotels in den letzten Jahren überregional „ein negatives Image“ bekommen habe, so Broscheit. Und „Dreiwasser“, wegen drei Seen rund um das Golchener Herrenhaus so benannt, habe einen guten Ruf. „Wir wurden dort gut aufgenommen, haben uns wohl gefühlt, es hat richtig Spaß gemacht. Uns fällt es schwer wegzugehen“, sagt Zscherpe. Doch sie seien an Kapazitätsgrenzen gestoßen. „Den Sommer über waren wir voll.“ Die Ruhe und die Nähe zur Natur seien stets geschätzt worden. Das Haus, das sieben Appartments mit Küche umfasst, hätten sie mit Liebe und Engagement von 0 auf 100 gebracht.

„Um das hochzuspulen, brauchten wir eine größere Küche und mehr Personal. In dem denkmalgeschützten Gebäude wären Investitionen notwendig“, sagt Broscheit, der in Wismar ein Schnellrestaurant „mit 500 Essen am Tag“ führt und im „Storchennest“ seine Meriten erwarb. Das sei zu DDR-Zeiten erste Wahl gewesen und habe nach der Wende einen Michelin-Eintrag erhalten. Sie hätten sich auch woanders umgesehen; das Hotelgeschäft wäre sicher einfacher gewesen, „aber dort wollen wir nicht leben“, sagt Zscherpe. Und Dreiwasser passe hier auch wieder bestens.

Geplante Eröffnung Anfang Mai 2017

In Sternberg, auch neuer Wohnort des Paars, soll das Hotel ein Baustein unter den touristischen Angeboten in der Region werden, gern auch „zentraler Anlaufpunkt“, wie Jörg Broscheit sagt. Gemeinsam sollte die Rolle als staatlich anerkannter Erholungsort ausgefüllt werden. Und jeder sollte das einbringen, was er am besten kann, fügt Antje Zscherpe an. Wenn mit den Baumaßnahmen alles so aufgeht wie geplant, soll Anfang Mai 2017 Eröffnung sein.

 

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erstellt am 19.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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