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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

27. September 2016 | 02:12 Uhr

Kaarz/Demen : Kaarzer Holz wird von Beton und Eisen beräumt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Auf DBU-Naturerbefläche werden bis Ende April 120 militärisch genutzte Objekte zurückgebaut.

Wachhäuschen, Lagergebäude, Bunker, Schießbahn, alte Motoranlagen, Betonstellungen und  auch meterlanger Stacheldraht erinnern mitten im Wald noch heute daran, dass  dieses Gebiet  einst militärisch genutzt wurde – zu DDR-Zeiten durch die Nationale Volksarmee und bis vor zehn Jahren  durch die Bundeswehr.  Jetzt ist es hier normalerweise still. 

Die gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die DBU Naturerbe GmbH, hat  das 2788 Hektar große Gebiet   Kaarzer Holz  Mitte November  2013  vom Bund übernommen, um es für zukünftige Generationen zu schützen (SVZ berichtete).

 Zurzeit können Wanderer im  Kaarzer Holz  Bagger  bei ihrer Arbeit beobachten.  Die DBU Naturerbe GmbH  lässt über 120 Einzelobjekte zurückbauen, um der Natur wieder mehr Raum zu geben, informiert DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers. Die Arbeiten sollen bis Ende April abgeschlossen sein. Die Kosten beziffert er  mit rund 200 000 Euro.

„Bei der Umsetzung steht der Naturschutz an erster Stelle. Dementsprechend haben wir in Absprache mit den Behörden beispielsweise alle Bunker auf mögliche Fledermausquartiere untersucht“, erklärt Prof. Dr. Werner Wahmhoff,  stellvertretender DBU-Generalsekretär. Weil die geschützten Tiere dort nicht nachgewiesen wurden, werden die Bunker jetzt zurückgebaut. Kleine  Steinhaufen bleiben liegen, als  Lebensräume beispielsweise für Eidechsen. „Seit Jahren brütet der Fischadler auf einem der Lichtmasten. Deshalb lassen die Arbeiter drei der Eisengestelle stehen“, sagt Revierleiterin Verena Bastian.  Sie ist eine von drei Revierleitern im Kaarzer Holz und zuständig für das Revier Venzkow, in dem  der ehemalige Schießplatz nördlich von Demen liegt. Ihr Mann Kurt Bastian ist Revierleiter  in Kobrow, Ulrich Dohle in Kaarz.

Auf dem ehemaligen Schießplatz in Demen sollen  auch  einige Betonplatten auf dem Gelände  bleiben. Verena Bastian  hat  an den Platten  schon oft  den in Deutschland seltenen Steinschmätzer beobachtet. Der graue Vogel mit einem schwarzen Augenstreif bevorzugt offenes, steiniges Gelände.

 „Da wir hier viele Einzelobjekte zurückbauen, sammeln die Arbeiter den Beton erst, bevor sie ihn mit Lastwagen entsorgen“, erklärt die Revierförsterin. Das könne zwischenzeitlich dann zu einem höheren Verkehrsaufkommen in Demen führen.

 „Ansonsten dürfte es aber zu keinen Beeinträchtigungen kommen“, meint Verena Bastian. Sie freut sich, dass ihr Revier  jetzt nicht nur sicherer für Besucher wird, sondern auch „einfach naturnäher“.

 

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erstellt am 19.Feb.2016 | 04:53 Uhr

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