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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

27. Juni 2016 | 22:16 Uhr

Freizeitmöbel Brüel : Hochsaison geht dem Ende zu

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Derzeit wird bei Freizeitmöbel Brüel aber an mehreren Linien noch dreischichtig gearbeitet. Eine preiswerte Tischserie wird als weitere Neuerung hergestellt.

Ein wenig Geduld wird noch gebraucht: Bislang bot dieses Jahr wenig Gelegenheit, Liegen, Sessel oder Stühle im Freien zu nutzen. Doch in der MFG Mecklenburger Freizeitmöbel GmbH Brüel geht die Hochsaison schon dem Ende entgegen, die Auslieferung an Großhandel, Discounter und Baumarktketten läuft auf vollen Touren. Noch wird an „bestimmten Linien“ in drei Schichten gearbeitet, sagt Geschäftsführer Gerhard Diedrich. „Wir haben derzeit mit den Saisonkräften exakt 94 Mitarbeiter.“ Darunter seien auch sechs Albaner, die in Warin wohnen würden. „Es waren schon acht, aber zwei sind ausgewiesen worden. Wir hätten sie gern behalten. Sie waren engagiert und gut integriert in die Bereiche. Nach gewisser Einarbeitungszeit galt gleicher Lohn für gleiche Leistung.“


Glück im Unglück bei Brand in Werk I


Und die Verständigung am Arbeitsplatz sei „zunehmend besser geworden“, hat Diedrich festgestellt. Ehrenamtliche Betreuer aus Warin seien auf den Brüeler Betrieb zugegangen und dann gemeinsam bürokratische Hürden überwunden worden. „Hut ab, was da ehrenamtlich geleistet wird“, so der MFG-Geschäftsführer. Leider hätten Albaner keine Bleibeperspektive. Mit Syrern, bei denen das eher der Fall wäre, habe es noch nicht geklappt. Und Mitarbeiter aus der Region zu finden, werde immer schwieriger.

Glück im Unglück hatte das Unternehmen, als Anfang Juli vorigen Jahres im Werk I in der Sternberger Straße ein Feuer ausbrach, entstanden an einem Ofen, der für die technologische Wärme der Pulverbeschichtungsanlage sorgt. Ein technischer Fehler, bei dem wohl mehrere ungünstige Umstände zusammengetroffen seien. „Mit der Wartung war alles in Ordnung. Das ist genau überprüft worden“, betont Diedrich. Durch Wasserschäden beim Löschen sei die Anlage komplett ausgefallen. „Wir hatten fast den letzten Umlauf an der Kette, eine Woche vor den Betriebsferien.“ Die Saison bei MFG reicht von Oktober/November bis Mai/Juni, ein Geschäftsjahr von September bis August. Vertragsverhandlungen derzeit in China, bei denen es um die Lieferung von Material und Komponenten geht, betreffen bereits die nächste Saison.

Nach dem Brand sei die Produktion in das 2012 fertig gestellte Werk II im Gewerbegebiet verlagert worden. Obwohl logistisch aufwändig, weil alle Teile, die im Werk I montiert werden, hin und her gefahren werden müssen, sei überlegt worden, es dabei zu belassen, die Kapazität reiche aus, sagt der Geschäftsführer. Doch für ihn habe es eine „klare Antwort“ gegeben: Die Anlage müsse ersetzt werden, „um flexibel sein und perspektivisch erweitern zu können“. Anfang April rechnet Diedrich mit der Fertigstellung. „Dann sind wir auch auf dem neuesten Stand.“ Und eine neue Beschichtungskabine, in die der Betrieb 170 000 Euro
investiert, steht ab Herbst für kleine Serien zur Verfügung.

Im Werk I werden Tische für den Außenbereich montiert. Was technologisch sinnvoll ist, wurde ins Gewerbegebiet verlagert. Beide Betriebsteile fertigen zusammen 70 000 Steh- und Gartentische. Bei Stapelstühlen aus Metall sind es 40 000, eine große Serie Hollywoodschaukeln umfasst rund 5000 Stück. Bei den Gestellen würden Anthrazit und Silber mit ca. 60 Prozent klar dominieren. Hinzu kommen Weiß sowie „ein bisschen“ Grün und Blau. Grelle Farben seien bei Freizeitmöbeln völlig aus der Mode.


Einkauf von Material auf der ganzen Welt


Als Neuheit produziere der Brüeler Betrieb eine Tischserie aus Metall im unteren Preissegment, auf Kundenwunsch entwickelt, so Diedrich. Er sollte eine spezielle Abmessung haben und nicht so hochwertig sein wie die klappbaren Tische. „Die Platte gab es; wir haben uns ein neues Gestell ausgedacht“, erklärt Einkaufsleiter Marc Diedrich, Sohn des Geschäftsführers. A und O sei das Verbindungsteil aus Kunststoff. Es wurde mit einer Firma aus Sachsen entwickelt, die es auch spritzt. Das Werkzeug dafür komme aus Portugal, das Metall aus Italien, das Beschichtungspulver aus der Türkei, die Schrauben aus China. MFG kaufe auf der ganzen Welt ein, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Zum Vorjahr zeichne sich eine erneute Umsatzsteigerung ab. Zum einen durch Innovationen, zum anderen durch die Entwicklung des Dollars gegenüber dem Euro, die den Export der Hauptwettbewerber aus Fernost nach Deutschland verteuert habe, „um ca. 25 bis 30 Prozent“, überschlägt der Geschäftsführer. In der nächsten Saison kommt eine weitere Neuheit auf den Markt – eine schicke Sitzgruppe im höherpreisigen Bereich.

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erstellt am 18.Mär.2016 | 05:00 Uhr

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