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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

07. Dezember 2016 | 19:22 Uhr

Phantechnikum Wismar : Hanseatenring-Rennen leben wieder auf

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sonderschau ab 20. Oktober im Phantechnikum widmet sich diesem speziellen Wismarer Sport-Kapitel

Die „Hanseatenring“-Rennstrecke betrug exakt 2,953 Kilometer. Auf der heutigen Bürgermeister-Haupt-Straße in Wismar, an der sich u.a. das Spaßbad „Wonnemar“ sowie die Heimstätte der Drittliga-Handballerinnen der TSG Wismar befinden, wurden in den 50ern Automobil- und Motorsport-Rennen bis hin zur Formel 3 ausgetragen.

Der Kurs bestand aus zwei langen Geraden samt Nord- und Südkurve und führte entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn. Die Rennstrecke lag seinerzeit am Wismarer Stadtrand. Das Neubauviertel mit den DDR-weit typischen fünfgeschossigen Neubaublocks, Wismar-Friedenshof, entstand erst in den 70ern südlich des Hanseatenrings.


Die Strecke säumten bis zu 30 000 Zuschauer


Das erste offizielle Rennen fand am 28. August 1955 statt, das letzte am 9. August 1959. Zuvor hatte es bereits im April 1954 ein zentrales Training gegeben. Auf der Rennstrecke fanden vor bis zu 30 000 Zuschauern internationale Auto- sowie Motorradrennen mit und ohne Beiwagen statt.

Klassen waren unter anderem Formel 3 bei Rennwagen, A, B, C bei Motorrädern sowie verschiedene Hubraumklassen der Beiwagen. Organisiert wurde das Ganze durch die Sektion Motorrennsport der DDR und dem Allgemeinen Deutschen Motorsportverband (ADMV).

Der 9. August 1959 ging dabei als „Schwarzer Sonntag“ ein mit drei Toten und neun Schwerverletzten in der Südkurve, Höhe des Fahrerlagers. Wismar stand regelrecht unter Schock – es war zugleich das abrupte Ende der „Hanseatenring“-Rennen.

Der Fotograf des obigen Bildes vom Formel-3-Rennen im Jahr 1959, der damals 19-jährige Kurt Ahrens, hat auf dem Ring selbst Trainingsrunden gedreht, ist aber keine Rennen gefahren. Im Gegensatz zu seinem Vater gleichen Namens, der „an Rennen in Wismar mit einem Cooper F3“ teilgenommen hat, berichtet sein Sohn. „Und auch mein Schwiegervater Siegfried Seifert war dabei“, so Kurt Ahrens jun..

Der „Hanseatenring Wismar“ steht vom 20. Oktober bis zum 22. Januar 2017 im Fokus einer Sonderausstellung im Phantechnikum. Nicht nur Automobilsport- und Motorsportfans können dann in Nostalgie schwelgen. „Originale Exponate, Fotografien, Dokumente und Zeitzeugenberichte erwecken die ehemalige Wismarer Rennstrecke zu neuem Leben“, versprechen die Ausstellungsmacher.

Das Phantechnikum öffnet außer montags täglich von 10 bis 17 Uhr.  



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erstellt am 14.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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