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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

26. April 2017 | 05:59 Uhr

Ventschow : Grünes Licht für neues Wohngebiet

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Gemeindevertretung Ventschow beschließt einstimmig den Entwurf und die Auslegung des Bebauungsplans Nr. 3 „Am See“ im vereinfachten Verfahren.

Die gut fünfeinhalb Hektar große Fläche liegt im Winkel der Landesstraßen 101 und 031 in Richtung Alt-Ventschow. Sie ist einst landwirtschaftlich genutzt worden, hat danach aber lange Zeit überwiegend brach gelegen. Lediglich ein Teil wurde extensiv von Pferden beweidet. Doch schon bald sollen hier Baufahrzeuge anrollen. Die Gemeindevertretung gab am Montagabend grünes Licht für das neue Wohngebiet „Am See“, fasste einstimmig den Aufstellungsbeschluss zur 1. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 3 im vereinfachten Verfahren und bestätigte danach ebenso dessen geänderten Entwurf und seine Auslegung. Damit erhalten Bürger die Möglichkeit zur Einsicht und werden die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange, wie es im Amtsdeutsch heißt, beteiligt. Der Haupt- und der Bauausschuss hätten das Vorhaben ausgiebig besprochen, so dass es nun zügig angegangen werden könne, hatte Bürgermeister Dieter Voß vor der Abstimmung erklärt.

Als wesentliche Änderung des bereits 2004 rechtskräftig gewordenen B-Planes wird kein Lärmschutzwall mehr gefordert. Dieser war auf Grundlage einer schalltechnischen Untersuchung von 1999 vorgesehen. Er sollte rund 350 Meter lang mit einer durchschnittlichen Höhe von zwei bis zweieinhalb Metern das Wohngebiet von beiden Landesstraßen trennen. Doch seitdem die A 14 zwischen A 20 und 24 durchgängig befahrbar ist, „hat sich die Verkehrsmenge auf der Landesstraße L 101 reduziert“, wird die Änderung begründet.

Im Interesse größerer Grundstücke fallen mit der 1. Änderung des B-Planes auch Stichstraßen zu den hinterliegenden Häusern im Bereich von so genannten Wendeanlagen weg. Da aber die Grundzüge der Planung nicht berührt werden, wird die Änderung der Satzung in einem vereinfachten Verfahren durchgeführt.

Investor Uwe August aus dem benachbarten Jesendorf, der das Areal Ende 2015 erworben hat, plant 22 Grundstücke mit einer Größe zwischen 600 bis 3000 Quadratmetern, lediglich sieben unter 1000, aber viele über 2000. „Damit hier Landleben ist, die Leute am Haus einen Garten mit Obstbäumen haben können und die Kinder Platz zum Spielen“, hatte Uwe August im Januar in einem SVZ-Gespräch gesagt.

Fassaden mit Ziegeln, Putz oder Fachwerk

Zunächst seien 36 Grundstücke laut dem Bebauungsplan vorgesehen gewesen, über die Hälfte mehr. Das Bauland umfasst netto gut zweieinhalb Hektar.

Die neuen Häuser sollen nach den örtlichen Bauvorschriften ins Gesamtbild des Dorfes passen, wobei „gestalterische Vielfalt ausdrücklich gewünscht“ ist, heißt es im Entwurf des B-Planes.

Danach sind Ziegel- und Putzfassaden ebenso möglich wie Fachwerk oder die Kombination verschiedener typischer Oberflächen. Für Einfamilienhäuser werden lediglich Flachdächer ausgeschlossen. Für das Zusammenspiel verschiedener Materialien, wie Ton, Beton, Schiefer, Schilf oder Grasdach, hätten die Bauherren jedoch freie Hand und könnten zur Belebung des Ortsbildes beitragen. Bei Doppelhäusern ist vorgegeben, dass für die Außenwände von zwei zusammengehörigen Hälften das gleiche Material und die gleiche Farbe zu verwenden ist, um „Verunstaltungen“ zu vermeiden. Das gilt ebenso für Form und Farbe sowie Material der Dächer von Doppelhäusern.

Das Baugebiet liegt im Kreuzungsbereich von L 101 und L 031, erhält dort aber keine direkte Anbindung. Die Zufahrt erfolgt über den Pappelweg, der zur L 101 führt. Östlich des Areals entlang der L 101 plant die Gemeinde den Bau eines straßenbegleitenden, 2,50 Meter breiten Geh- und Radweges auf öffentlichem Grund und Boden.

Von dem 5,6 Hektar großen Baugebiet sollen Grünflächen insgesamt fast 2,4 Hektar ausmachen und vorwiegend standortgerechte, einheimische Gehölze bzw. Hochstammobstbäume auf den privaten Grundstücken das Landschaftsbild verbessern. Damit wird angestrebt, an die vorhandene Wohnbebauung in Linden- und Pappelweg sowie Straße des Friedens mit Gärten und mäßigem Gehölzanteil anzuknüpfen. Der Schutzbereich des benachbarten Erlenbruchs bleibt als öffentliche Grünfläche erhalten und zur Entwicklung als Sukzessionsfläche Teil des B-Planes.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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