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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

10. Dezember 2016 | 06:02 Uhr

Warin : Grünes Licht für Kita-Neubau

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Wariner Stadtvertretung beschließt die Finanzierung: Die Gesamtkosten von etwa 2,7 Millionen Euro werden aus mehreren Töpfen gefördert.

Die Stifte zum Malen sind schnell eingeräumt, dann wird in die Matschsachen geschlüpft. Es ist draußen zwar noch nass, doch der Nieselregen hat aufgehört. Die Erzieherinnen der Wariner Kita „Die kleinen Sandhasen“ gehen mit den Kindern so oft wie möglich an die frische Luft. Und das Freigelände bietet inzwischen vielfältige Möglichkeiten zum Spielen. Gerade kam noch zum kleinen ein großes Holzhaus hinzu.

Die Übergangslösung auf dem Ziegelberg dauert länger als gedacht, doch ein Ende ist nun absehbar. Die Stadtvertretung hat die Finanzierung beschlossen und damit endgültig grünes Licht für den Neubau in der Friedensstraße auf dem einstigen Gelände des Penny-Marktes gegeben. Träger der Einrichtung ist auch dort das DRK Nordwestmecklenburg.


Eigenanteil der Stadt bei 910 000 Euro


Die Gesamtkosten werden auf knapp 2,7 Millionen Euro geschätzt. Nach einer Reihe von Sondierungsgesprächen fließen Zuschüsse aus drei Fördertöpfen, allein eine Million Euro im Rahmen der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILERL MV). Hinzu kommen knapp 459 000 Euro aus dem Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“ und 330 000 Euro als Sonderbedarfszuweisung. Der Eigenanteil der Stadt beträgt rund 910 000 Euro. Er steht im diesjährigen Haushaltsplan und wird über einen Kredit finanziert. Verwirklicht werden soll die größte Investition der letzten Jahre in Warin 2017.

„Es freut uns, dass Bewegung in das Vorhaben kommt. Es ist das wichtigste Projekt der Stadt“, sagte Björn Griese in der Sitzung der Stadtvertretung. „Aber wie verbindlich sind die Förderzusagen?“, wollte er noch vor der Abstimmung über das Finanzierungspaket wissen. Und: Die Größe des Hortes bleibe für ihn weiter fraglich.

Kurzer Rückblick: Bei der Beratung des Haushaltes 2016 im Dezember stand in der Stadtvertretung die Frage, ob es angesichts der Entwicklung zu Ganztagsschulen überhaupt sinnvoll sei, die Kita mit einem Hort zu bauen, da dieser die Baukosten deutlich in die Höhe treibe. Inzwischen wurde jedoch bekannt, dass die vom Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg betriebene Evangelisch integrative Kindertagesstätte „Regenbogen“ die Hortbetreuung einstellt. Dass der Landkreis Nordwestmecklenburg „das genehmigen konnte“, sei für ihn völlig unverständlich, so Griese. Die im Kita-Neubau geplanten Hortplätze könnten nun möglicherweise nicht ausreichen, an der Betreuung dürften aber keine Abstriche gemacht werden.

Auf die erste Frage antwortete Bürgermeister Michael Ankermann, „die Fördermittel sind sicher“. An dem Projekt sei jedoch keine Veränderung mehr möglich. „Sonst ist die Förderung weg. Alles müsste neu beantragt und geprüft werden“, so der Bürgermeister. Die Einstellung des Hortbetriebes in der Kita „Regenbogen“ sei erst angekündigt worden, nachdem die Förderanträge für den Neubau gestellt waren. Wenn dort mehr Hortplätze benötigt werden, bestehe die Möglichkeit, einen oder mehrere Container, die jetzt auf dem Ziegelberg stehen, zu kaufen und auf das Gelände der neuen Kindertagesstätte zu stellen.

Der Beschluss der Stadtvertretung über das Finanzierungspaket fiel einstimmig.

Chronologie

• Im Februar 2014 wird in der Kita „Kinderland“ am Fritz-Reuter-Platz – Träger zu der Zeit die Volkssolidarität (VS), Kreisverband Mecklenburg-Mitte – das Obergeschoss wegen Befalls mit Schimmelpilzen gesperrt.

• Eine Rostocker Spezialfirma stellt ihr Gutachten vor. Danach muss die Einrichtung umfassend saniert werden.

• Der Träger lässt Termine verstreichen, legt keine belastbaren Konzepte vor. Einen im Juli präsentierten privaten Investor lehnt die Stadt ab.

• In einer öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses Ende August stellen sich vier Kita-Träger vor.

• Die Stadtvertretung beschließt am 18. September einstimmig einen Trägerwechsel zum neuen Jahr. Darüber soll mit dem DRK Nordwestmecklenburg verhandelt werden.

• Die Stadtvertretung fasst am 11. Dezember einen Grundsatzbeschluss zum Neubau einer Kindertagesstätte.

• Die VS geht im Dezember mit Anwälten gegen den Entzug der Betriebserlaubnis vor.

• Die Betriebserlaubnis der VS wird bis Ende Februar 2015 verlängert, Anfang März zieht die Kita mit dem DRK als Träger auf den Ziegelberg um.

• Mitte des Jahres beschließt die Stadtvertretung 2,2 Millionen Euro für eine neue Kita.

• Im Januar 2016 stellt die Stadtvertretung 2,7 Millionen Euro in den Haushalt ein, sperrt aber eine halbe Million.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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