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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

26. April 2017 | 05:58 Uhr

Brandserie in Zweihausen : Geht ein Feuerteufel um?

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Riesiger Altholzhaufen auf einer Freifläche in Zweihausen brannte Freitagnacht und nochmals Samstagmorgen. Vermutlich Brandstiftung

Das hätte böse enden können: Beamte des Polizeihauptrevieres Wismar entdeckten am Freitag nach 23 Uhr an der Kreisstraße 31 in Höhe Abzweig Zweihausen (Amt Neukloster-Warin) ein Feuer. Ein riesiger Haufen mit Altholz und Geäst auf einer umzäunten Freifläche brannte unweit des Autobahnkreuzes Wismar lichterloh. Besonders brisant war die Lage, da sich neben dem Brandherd noch sechs weitere, teilweise größere Altholzhaufen befanden. Und auf dem Nachbargrundstück, lediglich ca. zehn Meter neben dem Brandort, befindet sich ein Solarpark. Dieser sowie die Freifläche sind übrigens mit dem gleichen Außenzaun umgeben, der Solarpark ist zudem nochmals extra eingezäunt. Wobei die Freifläche noch zur Gemeinde Zurow gehört, der Solarpark hingegen bereits zur Gemeinde Hornstorf.

„Gegen 23.30 Uhr brannte es schon“, so Augenzeugin Kerstin Boldt aus Zweihausen gegenüber SVZ. „Die Funken flogen bis zu uns rüber“, sagt sie. Ihr Mann Kay ergänzte, dass die dortigen Haufen „die Reste der einstigen Obstplantage sind. Die liegen bestimmt schon seit einem Jahr, wenn nicht gar seit zwei Jahren da“. Einst Obstplantage und später Entenfarm, entstand hier vor ca. zwei Jahren der Solarpark.

Die Polizeibeamten verständigten die Rettungsleitstelle, die umgehend die Freiwilligen Feuerwehren aus Zurow, Krassow und Glasin alarmierte. „Wir waren mit insgesamt 32 Mann vor Ort“, so Krassows Wehrführer Rainer Müller auf SVZ-Nachfrage. „Die Arbeiten gestalteten sich sehr kompliziert, da es in der Nähe kein Löschwasser gibt und der etwas weiter entfernte Hydrant kaputt war. So mussten wir im Pendelverkehr Wasser aus Krassow holen. Erst um drei Uhr waren wir wieder im Gerätehaus“, berichtete Müller.

Die teils über fünf Meter hohen Flammen wurden immer wieder durch den starken Wind angefacht. Die Kreisstraße wurde laut Polizei „zum Schutz der Einsatzkräfte während der Löscharbeiten komplett gesperrt“. Zugang zum Brandherd verschafften sich die Feuerwehrleute, in dem sie in Höhe von Zweihausens Bushäuschens den Zaun aufschnitten.

Samstagfrüh gegen sieben Uhr „wurden wir wieder durch die Polizei rausgeschmissen, da die Stelle erneut brannte“, so die Worte des stellvertretenden Amtswehrführers Rainer Müller. Jetzt wurden neben Zurow und Krassow auch die Stützpunktwehren aus Neukloster und Warin mit ihren Tanklöschfahrzeugen alarmiert – diesmal waren 20 Kameraden im Einsatz. Es wurde wieder ein Schaumteppich gelegt, um eine erneute Entzündung auszuschließen.

Gestern gegen elf Uhr ging in Warin erneut die Sirene – und wieder wurden die Kameraden aus der Zweiseenstadt mit einem Fahrzeug nach Zweihausen geschickt. „Ein aufmerksamer Bürger hatte angerufen, dass wieder eine starke Rauchentwicklung ist. Und bevor wir am Sonntagnachmittag rausrücken müssen, habe ich wieder die ganze Armanda aus Neukloster, Warin und Zurow alarmieren lassen“, so Müller, der hinzufügte: „Wir waren sowieso draußen, hatten unseren Ausbildungstag.“ Mit einer Mistharke wurde am Brandort alles auseinander gezogen, „2000 Liter Wasser rein, Schaum drauf, so jetzt sollte Ruhe herrschen“, hoffte Rainer Müller gestern gegen 12.30 Uhr. Er lobte ausdrücklich die „sehr gute Zusammenarbeit der Wehren“.

Das Kriminalkommissariat Wismar nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf. Laut dem Krassower Wehrführer mutmaßten die Polizisten vor Ort, dass „es sich um Brandstiftung handelt“ und schlossen einen möglichen Zusammenhang mit den Vorfällen am Wochenende zuvor nicht aus. Unweit von Zweihausen waren auf dem Gelände eines Autohandels in Hornstorf zwei Fahrzeuge „abgefackelt worden. Und noch ein Auto bei der Tankstelle“, so Müller. Nicht auszuschließen sei, dass ein Feuerteufel rumgehe. 

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erstellt am 19.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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