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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

11. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Bürgerbefragung : Ein neuer Anlauf beim Windpark Schimm

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Inoffizielle Bürgerbefragung in der Gemeinde Lübow. Geplantes Projekt in Nachbarschaft von Neperstorf

Öffentlich herrschte seit über zwei Jahren Ruhe in Sachen Windpark Schimm. Am 4. März 2014 gab es eine Einwohnerversammlung im Ort, wo die „Gesellschaft erneuerbarer Energien URS mbH“ mit Sitz in Triwalk ihr Konzept eines Ersatz-Windparks vorstellte (SVZ berichtete). Für die URS stehen Dr. Ing. Brigitte Schmidt und Dipl.-Physikerin Rosemarie Rübsamen vom Solarzentrum Wietow – dem Nachbardorf von Schimm in der Gemeinde Lübow.

Und die Gemeinde, sprich die Gemeindevertretung, holt jetzt in einer nicht offiziellen Bürgerbefragung von den Wahlberechtigten die Meinung zum Windparkprojekt Schimm ein. Bis 31. Oktober können die Bürger ihr Votum abgegeben, damit die Abgeordneten im Dezember sachkundiger entscheiden können.

Der Standort Schimm ist als Repowering für den seit 1996 bestehenden Windpark Lübow geplant. An der L 102 von Jesendorf nach Lübow gelegen, drehen sich hier vier Windräder vom Typ E40/5.40 mit jeweils 65 Metern Nabenhöhe und einer Nennleistung von insgesamt zwei Megawatt. In fünf Jahren ist die Lübower Windparkzeit jedoch abgelaufen, müssen die vier „Spargel“ zurückgebaut werden.

Dafür sucht URS seit Jahren einen Ersatzstandort. Wie SVZ von Eckhard Rohde, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, erfuhr, existiert ein „städtebaulicher Vertrag zwischen der Gemeinde und dem Windparkbetreiber. Dieser wurde ein halbes Jahr nach der Atomkatastrophe in Fukushima (11. März 2011 – d. Red.) geschlossen, als alle für erneuerbare Energien waren.“

Inzwischen hat sich allerdings bei nicht wenigen Bürgern der Wind in Sachen Windenergie gedreht. Nach der 2014er-Info-Veranstaltung bildete sich in Schimm eine Bürgerinitiative gegen das Projekt, die bis heute aktiv ist. Die damalige Idee von 16 Windenergieanlagen (WEA) ist vom Tisch. Jetzt geht es um den Ersatz der vier Lübower WEA durch die gleiche Anzahl der neusten Generation mit einer Nennleistung von bis zu je vier Megawatt. Eine neue WEA hätte damit doppelt so viel Leistung wie der gesamte Windpark Lübow.


Neperstorfer und Fahrener sind noch außen vor


Errichtet werden soll das Repoweing-Projekt auf der Gemarkung Schimm hinter der A 14 samt waldreichem Umland. So seien laut URS „Schall - und Schattenemissionen nicht zu befürchten“. Der gültige gesetzliche Mindestabstand von 1000 Metern zu bewohntem Gebiet wird gewahrt. Das gilt nicht nur für Schimm, sondern auch für die Nachbarorte Neperstorf (Gemeinde Jesendorf) und Fahren (Gemeinde Zurow). Die Bürger dort werden im Vorfeld freilich nicht befragt, da der geplante Windpark nicht auf ihrem Territorium liegt.

Da die URS-Gesellschaft ihren Sitz vor Ort in Triwalk hat, partizipiert die Gemeinde Lübow nicht wenig in Sachen Gewerbesteuer. „In den vergangenen zehn Jahren waren es 100 000 Euro“, so Rohde. Insgesamt wurden seit 1996 aus Gewerbesteuer, Beteiligung und Grundstückspacht rund 280 000 Euro in die Gemeindekasse „gedreht“. Die modernen WEA brächten „leicht das Achtfache“ des jetzt jährlichen Gemeindesalärs, wirbt URS in einem offenen Schreiben im jüngsten Amtsblatt.

Sollte es zum Schimmer Windpark kommen, stünden laut Bürgerbeteiligungsgesetz den Bürgern im Umkreis von fünf Kilometer zehn Prozent der Aktien zu. Gleiches gelte – gemeinsam – für die drei Gemeinden Lübow, Zurow  und Jesendorf.  
 

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erstellt am 14.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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