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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

08. Dezember 2016 | 01:08 Uhr

Dabel : Drei Generationen der Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Jugendwehr Dabel feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Mit Christian Elm ist eines der Gründungsmitglieder heute stellvertretender Wehrführer.

Seine Eltern waren in der freiwilligen Feuerwehr , die Mutter auch in der Wettkampfgruppe der Frauen, die es seinerzeit gab. Christian Elm fuhr als Steppke oft mit. Deshalb stand für ihn beizeiten fest: Zur Feuerwehr möchte ich auch mal gehören. Heute ist er in Dabel stellvertretender Wehrführer.

Von der Arbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer in der Schule wechselte der Junge in die Jugendfeuerwehr (Jfw), als die am 21. November 1991 von Frank Damaske und dem langjährigen Wehrführer Günther Selig gegründet wurde. Von den damals elf Mitgliedern sind Christian Elm und Maik Pluschkat diesem Ehrenamt in ihrem Dorf treu geblieben und längst in der aktiven Gruppe; wie auch andere, die für jene nachrückten, die mit den Jahren für die Jugendwehr zu alt geworden waren.

Erster Gruppenführer verliest Bericht 1994

Zum runden Jubiläum der Jfw in dieser Woche trafen sich ehemalige und die heutigen Mitglieder, darunter Vater und Sohn. „Dass auch mehrere kamen, die heute nicht mehr in der Feuerwehr sind, und dazu viele Mütter, freut mich ganz besonders“, sagte Frank Werner, dem als Jugendwart nur kurze Zeit an den 25 Jahren fehlt. Er versuchte vergeblich, seine Aufregung zu verbergen, war dabei aber „überglücklich“. Camilo Täufer, der vor zehn Jahren von Berufs wegen weggezogen war, inzwischen aber zurückgekehrt ist, war der erste Gruppenführer der neu gegründeten Jfw. Nun verlas er noch einmal seinen handschriftlichen Bericht von 1994. Es sei bis heute Usus, so Frank Werner, dass der Gruppenführer den Jahresbericht aufschreibt, so wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und vorträgt.

Die Jfw trifft sich jeden Montag zum Dienst, angesichts von 25 Mitgliedern abwechselnd in zwei Gruppen, erlernt das Einmaleins der Feuerwehr, bereitet sich auf die Prüfung zur Leistungsspange vor, die stets bestanden wurde, oder auf Wettkämpfe. Dabel war auf Kreis-, Landes- und Bundesebene erfolgreich, wurde dreimal Deutscher Vizemeister, als Krönung 2014 Deutscher Meister, vertrat Deutschland viermal bei Europa- und weltoffenen Titelkämpfen, zweimal in Frankreich, je einmal in Slowenien und Polen.

Zum Dienst mit Knoten binden, Kuppeln üben, Gerätekunde oder theoretischem Unfallschutz sowie den Ausscheiden kommen vielfältige Freizeitaktivitäten, ob Zeltlager, Besuch von Schwimmhalle bzw. Go-Kart-Bahn, Skifahren in Garmisch-Partenkirchen oder Reisen ins Ausland. Es stehe „immer der Spaß im Vordergrund“, so der Jugendwart. „Den Ernst des Lebens lernt jedes Kind früh genug kennen, manches leider zu früh.“ Die Jugendfeuerwehr sei auch stets im Dorf präsent, in Kindergärten und Grundschule, genauso beim Osterfeuer. Am meisten betrübe ihn, so Werner, dass nur wenige Kinder später in die aktive Feuerwehr eintreten. Tom Benthin und Sohn Till Werner seien vor drei Jahren die Letzten gewesen. „Leider verließ uns Tom schnell wieder und Till ist nicht mehr in Dabel.“

Das bedauert auch Bürgermeister Herbert Rohde, der „einfach stolz“ ist, dass vor 25 Jahren „die Jugendfeuerwehr gegründet wurde und durchgehalten hat“. Sie habe Dabel über den Kreis und das Land hinaus bekannt gemacht. Er sei selbst zu einer Reihe von Ausscheiden mit dem Fanbus mitgefahren. Das alles sei „mit viel Arbeit verbunden“. Dafür gebühre dem Jugendwart und seinen Mitstreitern „Hochachtung“. Die Kinder und Jugendlichen müssten ihre Freizeit nicht auf der Straße oder ständig am Computer verbringen, sondern hätten hier eine sinnvolle Betätigung. Die Gemeinde unterstütze die Feuerwehr und deren Nachwuchs so gut wie möglich.

Dennis Sauerwein hat mit seinen 15 Jahren zwar noch Zeit, bis er in die aktive Gruppe wechseln kann, aber das möchte er auf jeden Fall und schon nach der zehnten Klasse vielleicht sogar beruflich in diese Richtung gehen, „Berufsfeuerwehr oder Bundeswehr“. Er ist seit der dritten Klasse in der Jugendwehr und jetzt als Gruppenführer rechte Hand vom Jugendwart. Er achte mit darauf, dass „alle trainieren und keinen Quatsch machen“. Ihm gefalle besonders gut, die 400-Meter-Hindernisbahn zu laufen, das sei der B-Teil bei den Ausscheiden. Sein größtes Erlebnis sei die Olympiade im französischen Mulhouse gewesen. Technisches sage ihm weniger zu, zumal manches ganz schön schwierig sei, doch das gehöre eben dazu.

Der ebenfalls 15-jährige Leon Voigt sagt, er habe „Lust auf Feuerwehr“ und es noch nie bereut, eingetreten zu sein. „Es macht viel Spaß.“ In die aktive Gruppe wolle er später allerdings nicht wechseln.

Für Christian Elm ist indes ein Traum wahr geworden. Damals als Steppke von der Technik und den roten Autos fasziniert, wie er schmunzelnd erzählt, heißt sein Credo heute, Menschen helfen zu wollen. Elm fand 2008 über sein Dabeler Ehrenamt zum „Traumberuf“ bei der Feuerwehr einer Hamburger Werft, hat sich dort weiter qualifiziert. Völlig neu sei der Rettungsdienst hinzugekommen. Immer auf dem neuesten Stand, komme sein Beruf auch der freiwilligen Feuerwehr in Dabel zugute. Und natürlich sei nun Sohn Moritz (10) in der Jugendwehr.

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erstellt am 23.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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