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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

08. Dezember 2016 | 12:58 Uhr

Dabel : Die Feuerwehr ewig im Herzen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Günther Selig aus Dabel ging 1961 in die freiwillige Feuerwehr, war 24 Jahre Wehrführer und traf nun weitere Ehrenmitglieder.

Wenn in Dabel die Sirene ertönt, eilt er auf dem kürzesten Weg zum Feuerwehrgerätehaus und schließt schon auf. Zumindest tagsüber. Zu später Stunde oder nachts, geht er ans Fenster des Schlafzimmers und sieht „durch eine Schneise“, wie schnell die Kameraden ausrücken. Das sei eine tüchtige Truppe, freut sich Günther Selig. Er war von 1977 bis 2001 Wehrführer und gehört seitdem der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Dabel an.

„Schlüsselgewalt“ habe er weiterhin, weil er in der Nähe wohnt und es hilft, dass bei Alarm die Tore geöffnet sind und das Gebäude nach dem Ausrücken gesichert wird. Gerade am Tage, wenn die Kameraden aus der aktiven Gruppe auf Arbeit sind, viele außerhalb, und deshalb wie überall auf dem Lande weniger zur Stelle sein können. Mit zum Einsatzort darf der heute 74-Jährige nicht mehr, obwohl er das zuweilen gern würde. „Es kribbelt noch tüchtig. Wer einmal sein Herz für die Feuerwehr aufgeschlossen hat, bleibt dabei. Den lässt sie nicht mehr los.“

Da wundert es nicht, dass auch Ehefrau Inge, wie er nun in der Ehrenabteilung, Sohn Bernd und zwei Enkelsöhne die blaue Uniform der Feuerwehr tragen. Günther Selig ist seit 1961 dabei. Das habe sich so ergeben; an den konkreten Anstoß erinnere er sich nicht mehr. Seine Eltern wohnten gegenüber der alten Feuerwehr, „wo jetzt die Schmiede ist“, und hatten den Schlüssel dafür. Von ihnen als Rentner sei immer jemand zu Hause gewesen. „Und ich habe als junger Mensch gesehen, wie dort geübt wurde, bevor ich dann selbst Mitglied wurde“, erzählt Selig und fügt hinzu: „Ich glaube, da war ich der Jüngste, jetzt bin ich der Älteste.“

Die Ausbildung zum Gruppenführer und zum Maschinisten waren wichtige Stationen in diesem Ehrenamt. Die 24 Jahre als Wehrführer hätten dann „genug unruhige Tage und Nächte gebracht“. An manche Ereignisse denke ein Feuerwehrmann sein Leben lang. „Ein Kind war in die Mildenitz gefallen und ertrunken. Nachdem ein Kamerad es entdeckt und geborgen hatte, gab er es mir in die Hände. Mir haben sich die Nackenhaare gesträubt. So ein Bild vergisst man nie.“ Auch nach schweren Verkehrsunfällen müsse darüber in der Gemeinschaft gesprochen werden. „Das darf man nicht einfach mit nach Hause nehmen“, so Selig.

Sein Verdienst als Wehrführer zusammen mit Bürgermeister Herbert Rohde sei auch, dass in Dabel ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut wurde, erklärt Amtswehrführer Olaf Schröder anerkennend. 1999 wurde es fertig gestellt. „Das ist wie ein Geschenk. Es hat der Gemeinde viel Geld gekostet“, sagt Günther Selig. Vorher sei überlegt worden, das alte Feuerwehrhaus zu sanieren und auszubauen. Doch das wäre nichts Halbes und nichts Ganzes gewesen. Alle seien froh über die Bedingungen, die die freiwillige Feuerwehr nun für das Training und die Einsätze habe.

Die Altersgrenze beendete für den Oberbrandmeister den aktiven Dienst und den als Wehrführer. Inzwischen wurde sie um zwei Jahre angehoben, doch auch darüber ist er längst hinaus. Die Anerkennung der Kameraden fährt aber bei jedem Einsatz mit: Sie haben sein Geburtsdatum und -jahr auf dem Kennzeichen des Feuerwehrautos verewigt. Der Monat passte nicht mehr mit drauf, doch viele wissen, dass das der März ist und schon bald ein rundes Jubiläum ansteht.

Die Ehrenabteilung trifft sich monatlich, zweimal im Jahr gemeinsam mit der aus Sternberg. Da werde nicht nur über die Feuerwehr gesprochen, sondern ebenso über aktuelle Dinge in der Region und der Welt. Das Verhältnis der Wehren untereinander sei gut. Er halte es für sehr wichtig, sagt Selig, „an einem Strang zu ziehen“. Deshalb freue er sich, dass die Amtswehrführung einmal im Jahr alle Ehrenmitglieder und Feuerwehrsenioren zu einem gemütlichen Nachmittag einlade und sie auf diese Weise ehre. Diesmal war, wie schon berichtet, Dabel Gastgeber für das Treffen.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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