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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

10. Dezember 2016 | 09:50 Uhr

Dabel : Deutscher Meister – Traum erfüllt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Jugendfeuerwehr Dabel begeht ihr 25-jähriges Bestehen. Frank Werner agiert beinahe die gesamte Zeit als Jugendwart.

Er sollte nur mal kurz bei der Jugendfeuerwehr vorbei schauen und „mit den Jungs was machen“, weil der Jugendwart nicht konnte, erinnert sich Frank Werner schmunzelnd. Er arbeitete nebenan in der Schmiede und hatte einen kurzen Weg. Aus ein- wurde zwei-, dreimal und inzwischen fast ein Vierteljahrhundert.

Am kommenden Montag begeht die Dabeler Jugendfeuerwehr auf den Tag genau ihr 25-jähriges Bestehen. Am 21. November 1991 ist sie
gegründet worden. Von den elf Mitgliedern gehören heute zwei der aktiven Gruppe an: der stellvertretende Wehrführer Christian Elm und Maik Pluschkat. Manche fanden woanders ein neues Zuhause. Ein Großteil, auch von denen, die in den Jahren immer wieder für jene nachrückten, die für die Jugendwehr zu alt geworden waren, sei dem wichtigen Ehrenamt treu geblieben, freut sich Frank Werner.

So zufällig, wie er zur Betreuung des Nachwuchses kam, sei er auch Feuerwehrmann geworden, erzählt der Dabeler. Es müsse 1988 gewesen sein. Bei einem Stoppelbrand am Tage seien zu wenig Einsatzkräfte vor Ort gewesen. Da habe man ihn aus der Schmiede mit herangeholt. Das wäre heute gar nicht mehr zulässig, dass jemand ohne jegliche Ausbildung beim Einsatz aushilft, sagt der 53-Jährige. „Aber zu der Zeit ging das noch.“ Im Anschluss sei er in die freiwillige Feuerwehr eingetreten. Bei der Jahreshauptversammlung im Februar 1992 sei dann jemand gesucht worden, der sich anstelle des gewählten Jugendwartes mal um die neu gegründete Nachwuchstruppe kümmert.

„Ein Jahr darauf wurde ich zum Jugendwart gewählt. Es hat von Anfang an viel Spaß gemacht. Das waren sportliche, agile Jungs, die die Staffel gelaufen und davon hellauf begeistert waren. Sie wollten das gern weitermachen“, so Werner. Bei der ersten Landesmeisterschaft 1992 in Laage hätten sie zwar „eher mäßig abgeschnitten“, doch vielleicht sei der Ehrgeiz gerade dadurch noch mehr angestachelt worden. „Ich hatte selbst keine Ahnung davon, mich nie damit befasst. Das war komplett was anderes, ein ordentlicher Lernprozess“, räumt der Jugendwart nach den Jahren ein. „Doch ich habe gemerkt, dass ich schnell mit den Kindern klar kam. Und ebenso sie untereinander.“ Es gehe „kameradschaftlich“ zu. Das sei wichtig, er achte darauf, so Werner. Den Zusammenhalt stelle er auch immer wieder fest, wenn die Kinder von der Grundschule in Dabel nach Sternberg wechseln.

Dreimal Deutscher Vizemeister und dann endlich 2014 der große Wurf in Bad Homburg: Dabel wird Deutscher Meister der Jugendfeuerwehren. Damit sei sein größter Wunsch, sein Traum in Erfüllung gegangen, sagt Frank Werner. Vier Mal qualifizierte sich die Truppe für internationale Meisterschaften und kam stets unter die Top 15.

Als schwärzeste Stunde, „als Tiefpunkt“ nennt Werner die Landesmeisterschaft im Vorjahr in Lützow. Dabel war fehlerfrei geblieben, hatte aber eine schlechte Zeit (1:06 Minuten). Zum Vergleich: Bei der WM Wochen zuvor waren es 0:41. Weil eine Pumpe defekt war, bestand die Möglichkeit, den Lauf zu wiederholen. Doch dabei passierte ein Malheur: 20 Fehlerpunkte, zurück auf Rang vier. Ohne Wiederholung, zwar mit der schlechten Zeit, aber fehlerfrei, wäre die Truppe Landesmeister gewesen und hätte zur Titelverteidigung als Deutscher Meister antreten können.

Nicht alle Verantwortlichen bei Feuerwehren teilen Frank Werners sportliche Ambitionen. „Mag sein, jeder Jugendwart macht es anders, damit die Kinder was lernen und die Feuerwehr Spaß macht. Fehlt der, kommen sie nicht wieder“, ist der Dabeler überzeugt. Appelle, wie wichtig die Feuerwehr sei, würden in dem Alter gar nichts bringen.

Es müsse nicht jeder ein „großer Sportsmann“ sein. Andere beherrschen Knoten oder die Technik besser. Für ihn gelte, das zu fördern, was jeder am besten kann, so Werners Devise. Entscheidend sei, was die Gruppe erreiche.

Um die 25 Mitglieder zählt die Dabeler Jugendwehr recht beständig. Sonst wechseln sich montags zwei Gruppen ab, doch am Jubiläumstag treffen sich alle um 16 Uhr. „Das soll eine Kinderveranstaltung werden“, sagt Frank Werner. Um 17.30 Uhr schließt sich eine öffentliche Feierstunde an. Dazu sind auch ehemalige Mitglieder, Eltern, Oma, Opa und alle, die sich mit der freiwilligen Feuerwehr verbunden fühlen, herzlich eingeladen.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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