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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

07. Dezember 2016 | 13:27 Uhr

Ventschow : Den W50-Oldie lieben sie über alles

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ventschower Feuerwehr lässt auf ihr Tanklöschfahrzeug vom Baujahr ’78 nichts kommen. Maschinist Mathias Harder Tüftler vorm Herrn

Während so manche Feuerwehr der Region über ihr in die Jahre gekommenes Fahrzeug klagt und auf Ersatz hofft –, hört man von den Ventschowern nichts dergleichen. Im Gegenteil. Wehrführer Joachim Fabian und seine Truppe lassen auf ihren W 50 TLF absolut nichts kommen.

Und das, obwohl das Tanklöschfahrzeug in der Tat längst ein Oldie ist. Die Erstzulassung erfolgte am 7. Dezember 1978, seinerzeit in Diensten der Sternberger Wehr. „Es handelte sich ums erste Tanklöschfahrzeug im damaligen Kreis Sternberg überhaupt“, erzählt Fabian. Irgendwann stand der W 50 – da neue Technik kam – nur noch auf dem Hof in Sternberg, voll einsatzbereit freilich.

Joachim Fabian bekam einen Tipp und seit 24. Mai 2005 ist der W 50 TLF bei der Ventschower Wehr. Und die Kameraden erweisen sich als echte Oldtimerfreunde, wohl wissend, dass sie nicht nochmal ein Tanklöschfahrzeug bekämen. Fabian: „Als Feuerwehr mit Grundausstattung steht uns ein Mannschaftstransportwagen plus Anhänger zu, kein TLF.“ Um so mehr hegen und pflegen die Kameraden ihren Oldtimer, allen voran Gerätewart Mathias Harder, von Beruf Kfz-Meister in Gägelow bei Wismar. Ab dem 5. Dezember 2007 bei der Ventschower Feuerwehr, fungiert Harder seit 2010 hier als Maschinist.


Es wird so gebaut, dass es der TÜV auch abnimmt


Die Wehrmänner erweisen sich als Tüftler vorm Herrn. Am W 50 gibt es kaum etwas, was in Ventschow nicht erneuert bzw. umgebaut worden ist. „Wenn meine Leute einen Schraubenzieher in die Hand nehmen können, dann sind sie zufrieden“, sagt Fabian, um mit Stolz hinzuzufügen: „Es wird so gebaut, dass es auch vom TÜV abgenommen wird.“ Wozu hat man denn einen Kfz-Meister in seinen Reihen!

Seit Mai diesen Jahres im Fahrzeugbrief eingetragen ist als Neuestes das verlegte Auspuffrohr, welches jetzt mittig am W 50 in die Luft ragt – wie man das von Trucks her kennt. „So steht man beim Einsatz bei laufendem Motor nicht in den Auspuffgasen“, sagt der stellvertretende Wehrführer Wolfgang Sielaff.

Das verlegte Auspuffrohr ist nur die jüngste Änderung. Der Rundgang um den Feuerwehr-W 50 wird denn auch zur Vorführschau durch Mathias Harder, seinen Cousin Thomas Harder und Sielaff. Hier ein Hinweis auf den neu gefertigten Schutzkasten für die Heckpumpe, da die Umfeldbeleuchtung – und nicht zu vergessen auch die im Frontbereich extra angebauten Nebelscheinwerfer. „Original aus DDR-Beständen“, verkündet Maschinist Harder. Auch die Blinklichter haben hier einen metallenen Gitterschutz. „Wie es früher nur die NVA-W 50 hatten“, so Sielaff. In Ventschow hat man die Sache nachgebaut, als Schutz, wenn es in Waldgebiete geht. Und als Bereifung hat man der Feuerwehr Niederdruckreifen verpasst. Damit liege das Fahrzeug, wenn mit 2000 Liter Löschwasser gebunkert, besser auf der Straße. Und auch ein DDR-Aufkleber am Heck fehlt nicht – wenn schon original…

Im Gerätehaus steht zudem ein Ifex 2000 mit Tragkraftspritzenanlage und Impulslöschkanone, das einzige Gerät dieser Art im Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen. Damit könne ein Brand effektiver und mit viel weniger Wasser bekämpft werden. Oder wie es Wehrchef Fabian sagt: „Die Faustformel beim Wohnungsbrand lautet: 2000 Euro Brand- und 20 000 Euro Wasserschäden.“  
 

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erstellt am 19.Nov.2016 | 05:42 Uhr

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