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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

05. Dezember 2016 | 01:22 Uhr

Thurow : Auch der Schornstein fällt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Abbruch und Beräumung auf dem Geländes des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik in Thurow liegen im Zeitplan

Der über 30 Meter hohe Schornstein auf dem Gelände des früheren Kreisbetriebes für Landtechnik (KfL) in Thurow steht noch. Doch auch seine Tage sind gezählt. In der nächsten Woche, so der Plan,  sollen die einzelnen Elemente bis zum so genannten Kranz abgenommen, der Rest dann eingerissen werden. Er habe mit jemanden gesprochen, der solche Schornsteine früher montiert hätte, erklärte Peter Schubert, Geschäftsführer der Schubert AET GmbH, die  das Areal beräumt.

Wie SVZ berichtete, wird das über drei Hektar große Gelände im Eigentum der Stadt über eine Landesförderung aus dem Rückbauprogramm zur Sanierung devastierter Flächen im ländlichen Raum beräumt.  „Oberirdisch sind alle Gebäude abgebrochen,  die Schadstoffe  komplett entsorgt“, informierte Marian Timpe, Geschäftsführer der TiR Konzept GmbH, auf der jüngsten Bauberatung. Das waren vor allem riesige Asbestmengen, Farben und Öl.  Bisher liege alles im Plan. „Das ist einmal eine Baustelle, die läuft, wie sie muss.“

In dieser Woche werden die Tanks gespült und ebenso wie die unterirdische Dampfleitung, durch die die einzelnen Gebäude mit Fernwärme versorgt wurden, zurückgebaut. Ist dann auch der Schornstein gefallen,  beginnen die Bauleute, das Areal von dort aus zu entsiegeln.  Dann wird aufgefüllt, und die Fläche bleibt liegen. „Die Klärgrube, der Abscheider, jeglicher Beton, alles kommt weg“, so Timpe.

„Die Fundamente bröseln wir frei,  was Kosten spart“, erklärte Schubert.  Der Beton werde gebrochen und  als Recyclingmaterial wieder verwendet. Auch Pflastersteine wären überall eingebaut worden, so dass ein „riesiger Haufen“ zusammen käme. „Wenn die Gebäude weg sind,  sieht man erst, wie groß das Grundstück ist“, erklärte Schubert und ebenso, dass jetzt nach der Schadstoffsanierung „eigentlich nur noch Fleißarbeit“ anstünde.

Die alte Pflasterung könnte in kommunalen Wegen und  Straßen Verwendung finden oder verkauft werden,  so eine  Überlegung von Brüels Bürgermeister Jürgen Goldberg.

Bevor es mit dem Abbruch auf der Industriebrache überhaupt losgehen konnte, waren in Verantwortung der TiR Konzept GmbH umfangreiche Vorarbeiten notwendig. So mussten die Gebäude  auch auf das Vorhandensein von  Fledermäusen und

Vögeln bzw. deren Quartiere und Nester untersucht werden. Kartiert wurden durch die  Firma Green Way, ein Unternehmen, das den Artenschutz fördert, u.a. Nester von Rauch- und Mehlschwalbe, des Hausrotschwanzes und von Zwergfledermaus, Braune Langohr und Abendsegler. Vorgefunden wurden  Erdkröten, Grasfrösche und Ringelnatter. Für die Beräumung und den Abbruch  werden Ausgleichsmaßnahmen erforderlich, die im Umkreis von drei Kilometern erfolgen müssen: Gefordert werden u.a. das Anbringen von Nestern für Rauch- und Mehlschwalben, Halbhöhlenkästen, Kästen für  Sperlinge und Meisen und verschiedene Fledermauskastentypen.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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