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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

28. August 2016 | 14:15 Uhr

Groß Raden : Archäologie zum Schmecken

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Spektakuläre Ausstellung zu den Pipeline-Grabungsfunden ist noch bis zum Jahresende im Freilichtmuseum Groß Raden zu sehen.

Was interessiert Museumsbesucher? Etwa im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden? Diese Fragen stellt sich für deren Leiterin Heike Pilz immer wieder neu. Neben dem Freigelände auf der Halbinsel im Groß Radener See mit den vielfältigen Nachbauten (u. a. Häuser) der einst hier lebenden Slawen gilt das auch fürs Hauptgebäude.

Seit Mai und noch bis Jahresende findet hier die Sonderausstellung „Pipeline:Archäologie“ statt. Zu sehen sind teils spektakuläre Funde von 600 MV-Grabungsorten, die die Archäologen zwischen 2006 und 2012 auf insgesamt 340 Kilometern Länge entlang der Erdgastrassen Opal und Nel fanden bzw. nachweisen konnten.

Gegliedert in Epochen, werden die wichtigsten in Groß Raden präsentiert samt Fundort sowie kurzer Erläuterung. Und das garniert jeweils mit einem Rezept aus der entsprechenden Zeit.

Was aßen unsere Vorfahren? Das findet auch Museumsleiterin Heike Pilz überaus spannend. „Über Steinzeit, Bronze- oder Kaiserzeit haben die meisten Menschen keinerlei Vorstellungen. Auf größeres Interesse stößt aber: Was hatten unsere Vorfahren damals an? Was freilich schwierig ist. Oder: Was haben sie gegessen?“ So entstand die Ausstellungsidee mit den Rezepten.

Heike Pilz verweist auf einige völlig neue Erkenntnisse in Sachen Ernährung dank der Erdgastrassen-Grabungen. „So wurde die Hirse nicht erst seit 1000 Jahren, sondern bereits von rund 3600 Jahren in der Bronzezeit genutzt. Es handelt sich um den ältesten Hirsefund nördlich der Alpen, der in Badegow (bei Wessin – d. Red.) gefunden wurde.“ Zudem kam den Archäologen u.a. zugute, dass vor ca. 3800 Jahren ein Vorfahr im heutigen Plate bei Schwerin „eine Portion Nacktgerste beim Därren verkohlen ließ“. Und, so Pilz, „es waren die Slawen, die die eigentlich aus Indien stammende Gurke als erste kultivierten und dem Gemüse den Namen gaben“. Sensationell ist auch der Nachweis des ältesten Hauses in MV von vor 5500 Jahren im vorpommerschen Glasow. 

 

Öffnungszeiten: Di. bis So. 10 bis 16.30 Uhr (öffentliche Führungen durch die Ausstellung immer freitags und samstags Samstag um 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr.

 

Rezept: Getreidesuppe aus der Steinzeit

Was aßen die Menschen entlich in der Jungsteinzeit (in Mitteleuropa etwa 5600 und 4900 v. Chr.)? Meistens wohl Getreidebrei und Getreidesuppe,  eventuell gelegentlich auch schon ein Stück Brot. Emmer, Einkorn und Gerste waren die ersten aus Wildformen gezüchteten Getreidearten. Übrigens: Mit dem Getreide kam die Karies; was Zähne aus Jungsteingräbern erkennen lassen.

Getreidesuppe

Man nehme: Gerste; Wilde Möhren; Sellerie und dazu  Rinder- oder Hammeltalg. Sellerie und Möhren fein würfeln. Fett in einem (vorsichtig!) in der Glut erhitzten Tontopf zerlassen. Gemüse kurz anschwitzen. Die Gerste hinzufügen und kurz mitdünsten. Mit Wasser ablöschen und das  Ganze  dann  rund 30 Minuten köcheln lassen.

 

 

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erstellt am 14.Nov.2015 | 16:00 Uhr

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