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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. August 2016 | 15:53 Uhr

Sternberg : Acht Mitglieder seit Beginn dabei

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Sternberger Verein Dialog + Action besteht 20 Jahre. Er sorgt für sinnvolle Freizeitbeschäftigung im Jugendklub und Umweltbildung in Lütt Acker.

Beinahe wäre die Gründung geplatzt. Die zwölf Frauen und Männer, die vor 20 Jahren in der damaligen Gaststätte Spindler am Maikamp zusammensaßen, fanden keinen passenden Namen für den künftigen Verein. „Dialog“ fiel ihnen zuerst ein, aber das reichte nicht. Gaby Hilgenstock hatte die rettende Idee, blickt die heutige Vereinsvorsitzende Irene Werner zurück. Dialog + Action erschien genau richtig für einen Verein, der sich der Jugendarbeit widmen wollte. Gestern feierte er sein 20-jähriges Bestehen in einer Festveranstaltung für Mitglieder, Wegbegleiter und Unterstützer, am Nachmittag mit einem Tag der offenen Tür.

Entstanden auf Anregung des Jugendamtes, „haben wir uns keine Gedanken gemacht, dass wir 20 Jahre durchhalten sollten und auch würden“, so Werner, von Beginn an Motor unter den engagierten Mitgliedern, deren Anzahl auf aktuell 40 angestiegen ist. Eigentlich habe das Ziel bestanden, zum 20. Jubiläum auf ein halbes Hundert zu kommen, und es gebe auch einen Kandidaten als 50. Mitglied, doch leider
habe das nicht geklappt.

Dialog + Action sei bis heute der einzige Verein in Sternberg, der offene Jugendarbeit und Arbeit mit straffälligen Jugendlichen leiste, ohne Mitgliedschaft und Beitrag, betont die Vorsitzende. 1998 erhielt er den Titel „Anerkannter Träger der freien Jugendhilfe“.

Ein Meilenstein sei der Aufbau eines Jugendklubs gewesen, begonnen als Mädchentreff in nur einem Raum einer alten Baracke am Finkenkamp. Nach Übergabe des Gebäudes durch die Stadt wurden mit deren Unterstützung, mit Fördermitteln und sowie vielen Jugendlichen und ehrenamtlichen Helfern die Räumlichkeiten umgestaltet. Das 2000 mit Fördermitteln eingerichtete Computerkabinett habe es nach dem vierten Einbruch leider nicht mehr gegeben, so Werner in ihrem Rückblick. Ein Glücksfall folgte 2008, als EcoMotion das alte Bahnhofsgebäude samt Güterschuppen sanierte und der Jugendklub von Dialog + Action ein neues und schmuckes Domizil fand.

Neben vielen kleinen wurde ein zweites großes Projekt aufgebaut: Lütt Acker als Ort für außerunterrichtliches Lernen und Umweltbildung. Ein Partner wurde die Sternberger Förderschule. Zudem erhalten straffällig gewordene Jugendliche die Möglichkeit, Arbeitsstunden abzuleisten.

Zwar war immer wieder „die Politik kreativ und machte den Vereinen durch Neuerungen das Leben schwer, kürzte Fördermittel, strich ABM-Stellen, reduzierte Ein-Euro-Jobs“, so dass es kaum Planungssicherheit gab, machte die Vereinsvorsitzende ihrem Ärger Luft, sagte jedoch mit berechtigtem Stolz: „Da sind wir aber immer noch...!“ Stadt und Firmen unterstützten den Verein.

2006 sei das Rosen-Kräuter-Gärtchen entstanden und die Idee, als Werbeträger jährlich eine Rosenkönigin zu krönen, Ende Juni zum zehnten Mal beim zehnten Rosenfest.

Das Umweltprojekt erhielt den Titel „Natur im Garten“, mit der Arbeitsgemeinschaft Be(es) in Action belegte der Verein den dritten Platz im Bundeswettbewerb zum Thema Bienen. Das Leader-Projekt für die Bienenstraße MV soll beim Rosenfest am 25. Juni vorgestellt werden.

Eine der größten Herausforderungen war im vergangenen Herbst, 14 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Seehotel ehrenamtlich zu betreuen. Nach dessen Schließung kamen alle kurzfristig in andere Unterkünfte, wären aber gern in Sternberg geblieben, sagte Irene Werner. Vier Jugendliche aus Eritrea und Afghanistan seien wieder hier in einer Wohngruppe und wollten heimisch werden.

Mädchen und Jungen der Förderschule hatten eingangs ein buntes, liebevoll einstudiertes Programm gezeigt als Dank für die gute Betreuung bei Projekten vor allem in Lütt Acker. Bürgermeister Jochen Quandt würdigte das große Engagement des Vereins und versprach weitere Unterstützung durch die Stadt, die Landtagsabgeordnete Barbara Borchardt zeigte sich begeistert von der Vielfalt des Vereins, Landtagsabgeordneter Thomas Schwarz überbrachte die Grüße von Ministerpräsident Erwin Sellering, der noch als Justizminister den Verein besuchte, und Pascal Winkler sprach im Namen aller Mitglieder der Vorsitzenden Irene Werner größte Anerkennung aus.  

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erstellt am 18.Mär.2016 | 20:45 Uhr

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