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Wir können richtig

27. März 2017 | 14:41 Uhr

Wissenschaft : Uni Rostock erforscht den Gang

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wissenschaftler weihen erstes Analyse-Gerät Deutschlands ein. Medizinische und sportliche Projekte laufen an #wirkoennenrichtig

Ob die Prothese richtig sitzt, welches Rehatraining das richtige ist und wie sich am Gang eines Menschen sogar ablesen lässt, ob er vielleicht demenzkrank ist, will ein Team aus Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern der Universität Rostock schon bald genau herausfinden. Möglich macht diese Projekte ein deutschlandweit einmaliges Gerät zur Gang-Analyse, das die Forscher gestern in einem Labor in der Ulmenstraße eingeweiht haben.

Das 589 000 Euro teure, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft voll geförderte, Gait Realtime Analysis Interactive Lab (Grail) soll Sportwissenschaftlern, Medizinern und Informatikern helfen, Defizite des menschlichen Bewegungsablaufs zu messen, auszuwerten und zu verbessern. „Wir wollen in den nächsten drei Jahren Forschungsschwerpunkte setzen, die wir mangels entsprechender Ausrüstung bisher nicht in diesem Maße ausführen konnten“, sagt Prof. Sven Bruhn, Dekan der Philosophischen Fakultät. So sei denkbar, in Kooperation mit der Uniklinik Exoprothesen mit den Patienten vorab zu testen oder nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks genau zu ermitteln, welche Reha-Therapie nötig ist, um einen möglichst natürlichen Gang wiederzuerlangen.

Mit Elektroden und Infrarot-Sensoren misst das Grail die Bewegungen der Versuchsperson, die auf zwei parallelen Laufbändern verschiedene Geschwindigkeiten und Hindernisse überwindet. Dabei wandern die Daten dann in die Computer der Forscher. Ein Team aus Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern ist in den vergangenen drei Tagen von Experten aus dem Ausland im Umgang mit dem Gerät geschult worden. Die Wissenschaftler sind begeistert: „Es ermöglicht uns, den menschlichen Gang in viel komplexerer Art und Weise zu untersuchen, als bisher“, sagt Anett Mau-Möller. Zudem könne das Team durch die virtuelle Realität unterschiedliche Bedingungen viel wirklicher darstellen und so bessere Ergebnisse erzielen. Schon jetzt würden sich Kollegen anderer Universitäten und Orthopäden für die Nutzung des deutschlandweit einzigen Geräts am Standort Rostock interessieren, so Dekan Bruhn.

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erstellt am 17.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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