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Wir können richtig

03. Dezember 2016 | 16:42 Uhr

#wirkoennenrichtig Heimat : Tourismuszentrum mit Natur pur

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kur-, Urlaubs- und Wohnort Graal-Müritz: Das Ostseeheilbad setzt auf Tourismus. Reges Vereinsleben in der Gemeinde.

Etwa 30 Kilometer nordöstlich der Hansestadt Rostock erstreckt sich das Ostseeheilbad Graal-Müritz entlang der Ostseeküste. Vor allem im Sommer ist die 4200-Seelen-Gemeinde ein beliebter Urlaubsort für Touristen. Das ist eine Entwicklung, die bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihren Anfang nimmt und um 1830 regen Aufschwung erlebt. „Graal-Müritz ist ein altes Seebad mit kleinen Pensionen und Hotels“, weiß Klaus Graf. Der 75-Jährige lebt bereits fast sein halbes Leben im Ort und war von 1994 bis 2004 Bürgervorsteher. „Die Infrastruktur profitiert vom Tourismus“, weiß Graf. Neben Einkaufsmärkten, Ärzten und Apotheken sowie Kleingewerbe finden sich im Ort verschiedene Restaurants, ein Museum, Bibliothek und gerade im Sommer wird Einheimischen und Touristen ein breites Veranstaltungsspektrum geboten.

Durch die besonderen heilklimatischen Bedingungen, die hier vorherrschen mit Wald und Ostsee direkt vor der Tür, hat sich Graal-Müritz zudem zu einem beliebten Kur- und Gesundheitsort mit Kliniken und Reha-Zentrum entwickelt. Diesen Prozess fördert die Gemeinde unter anderem durch die Schaffung eines Kurwaldes mit Entspannungs- und Aktivbereich, dessen Umsetzung aktuell im Gang ist.

Vor allem in den Jahren nach der Wende führte die Tatsache, dass Graal-Müritz ein beliebter Urlaubsort ist, zum Bau zahlreicher neuer Ferienwohnungen. „Das hat natürlich zur Folge, dass es hier gerade im Winter einige Gebiete mit vielen toten Fenstern gibt“, gibt Klaus Graf zu bedenken. Und die stetig steigenden Urlauberzahlen machen sich gerade im Sommer auch im Straßen- und Wegenetz bemerkbar. So ist beispielsweise vor allem im Sommer die L 22, die durch den Ort führt, stark befahren. „Das ist vor allem ein Problem für die Fußgänger und Radfahrer in diesem Bereich“, erklärt der Graal-Müritzer, „Hier hat es die Gemeinde geschafft, eine Tempo 30-Zone einzurichten.“

Dennoch setzt die Gemeinde weiterhin auf den Tourismus, die Haupteinnahmequelle für den Ort. Schwerpunkt im nächsten Jahr soll die Entwicklung des Seebrückenvorplatzes sein. Hier plant die Gemeinde ein Funktionsgebäude mit Touristeninformation, öffentlichem WC sowie einem Raum für die Rettungsschwimmer der DLRG. Zudem gebe es die Idee, einen parallel zur Promenade verlaufenden alten Landwirtschaftsweg wieder frei zu machen und daraus einen Radweg zu machen, sodass sich die vielen schlendernden Urlauber im Sommer nicht mit den Radfahrern in die Quere kommen, verrät Klus Graf, der sehr an der weiteren Entwicklung des Ortes interessiert ist.

Aber nicht nur in touristischen Belangen hat sich in den vergangenen Jahren viel in Graal-Müritz getan. So konnte beispielsweise die Bahnstrecke reaktiviert werden und auch im Bereich Hochwasserschutz konnte mit der Inbetriebnahme des neuen Schöpfwerkes in diesem Jahr ein Schritt hin zu mehr Sicherheit gemacht werden, damit sich ein Binnenhochwasser wie von 2011 nicht wiederholt. „Ein großer Erfolg für die Gemeinde war der Neubau des Pflegeheims, in dem viele Graal-Müritzer leben“, erzählt der 75-Jährige. Drei Einrichtungen gibt es im Ort. Was jedoch noch fehle, so Graf, sei betreutes Wohnen.

Dennoch sei das Ostseeheilbad nicht nur ein Ort für ältere Menschen. „Auch die jungen Familien hier fühlen sich wohl“, weiß der ehemalige Bürgervorsteher. Neben einer Kita gibt es noch eine Grundschule sowie eine private Ganztagsschule im Ort. „Die Gemeinde zahlt auch heute noch ein Begrüßungsgeld für jedes Kind und es gibt schöne Spielplätze im Ort“, zählt Graf auf. Zudem punktet Graal-Müritz durch ein reges Vereinsleben und die zahlreichen Veranstaltungshöhepunkte übers Jahr verteilt, die zum großen Teil von der Tourismus- und Kur GmbH veranstaltet werden. Das Rhododendronparkfest im Frühjahr, das Seebrückenfest im Sommer oder das Fest der Moorgeister im Herbst beispielsweise locken Jahr für Jahr zahlreiche Besucher in die Feriendestination, in die es früher schon Schriftsteller wie Kafka, Tucholsky oder Kästner zog.

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